DAX+0,21 % EUR/USD+0,08 % Gold-0,01 % Öl (Brent)-0,06 %

Die Osram-Aktie nach dem Strategie-Update ‒ besser als Hella KGaA?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.11.2018, 10:12  |  768   |   |   

OSRAM (WKN:LED400) hat am 7. November nicht nur die Zahlen für das bereits abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt, sondern auch weitere Details zur überarbeiteten Strategie. Aus dem jahrzehntelang soliden Leuchtmittelhersteller soll nun ein digitaler Hightechkonzern werden. Vieles spricht für das Unternehmen, aber ist die Aktie auch aussichtsreicher als diejenige von Hella (WKN:A13SX2)? Lass uns einen genaueren Blick darauf werfen.

Die neue Strategie von OSRAM

Noch 2011 war das Ziel klar: OSRAM wollte sich vom reinen Leuchtmittelhersteller zu einem Lösungsanbieter entwickeln. Mit Lichtinstallationen und Beleuchtungskonzepten sollte die Wertschöpfung gesteigert und die Zukunft gesichert werden. Aber das war alles noch unter der strengen Aufsicht des Siemens (WKN:723610)-Konzerns. Seit einigen Monaten hat sich das Unternehmen vollkommen von der früheren Mutter befreit, und da muss auch eine neue Strategie her.

Die damals übernommene Siteco kriselt und soll genauso verkauft werden wie das Servicegeschäft in den USA. Beides ist zu austauschbar und passt nicht mehr ins Konzept. Jetzt geht es darum, auf eine neue Art Mehrwert zu schöpfen, und zwar durch die Entwicklung von einzigartigen technischen Systemen. Leuchtmittel sollen durch die Kombination mit optischer Sensorik, leistungsfähiger Steuerungselektronik und Software neue Märkte eröffnen.

Der Punkt ist, dass durch die Beherrschung des Lichts in all seinen Facetten unendliche Möglichkeiten offenstehen, an die zuvor kaum jemand gedacht hat (ich zumindest nicht). Jede Oberfläche kann zu einem interaktiven Display werden, jede beleuchtete Decke ein Kommunikationskanal. Das richtige Licht kann heilen oder auch Pflanzen besser gedeihen lassen.

Beim selbstfahrenden Auto spielt Licht ebenfalls eine zentrale Rolle, von der Umgebungsabtastung über die visuelle Information bis zur komfortablen Innenraumbeleuchtung. Dieser Teil wird im Joint-Venture mit Continental (WKN:543900) abgedeckt, wo durch die parallele Entwicklung von Licht, Elektronik und Software eine besonders schnelle Marktreife von Innovationen angestrebt wird.

Der vielleicht spannendste Teil bezieht sich allerdings auf die Zusammenführung der allgemeinen Software- und Elektronikkompetenz im neuen Segment Digital.

Was wir von Digital erwarten können

Die Aufgabe des neuen Segments besteht darin, smarte Lösungen für Zielmärkte wie Handel, Unterhaltung und Industrie zu entwickeln. Dabei sollen Sensordaten in die Cloud eingespeist und dort ausgewertet werden, um gleichzeitig für optimales Licht und reduzierte Energiekosten zu sorgen. Dabei wird auch daran gedacht, Apps von Dritten an die offene Plattform von OSRAM andocken zu lassen. Über die kommenden Jahre soll so ein ganzes Partnerökosystem mit völlig neuen Geschäftsmodellen entstehen.

Das sieht ganz ähnlich aus wie bei den früheren Schwester-Sparten. Ich denke dabei an die gerade anlaufende Siemens-Healthineers (WKN:SHL100)-Cloud mit ihrem Digital-Ecosystem, an Mindsphere, dem Internet-der-Dinge-Betriebssystem für die Industrieautomatisierung sowie die „Internet der Züge“-Digitaloffensive von Mobility.

Aber ergibt es für OSRAM wirklich Sinn oder will man sich hier nur einen modernen Anstrich geben und sich mit den Buzz-Wörtern „Digitalisierung“ und „Cloud“ schmücken? Ich muss sagen, dass ich zunächst skeptisch war, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt es mir. Das Management hat sich richtig Mühe gegeben, die Vision mit vielen anschaulichen Folien und praxisnahen Beispielen zu vermitteln.

Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass OSRAM weiterhin Zukäufe tätigen will, um die behauptete Technologieführerschaft auszubauen – und zwar permanent. Anleger werden hier sicherlich ein strenges Auge darauf haben müssen, ob das in Übernahmen gesteckte Geld tatsächlich gut angelegt wird. Grundsätzlich ist es jedoch aus meiner Sicht völlig richtig, regelmäßig entscheidendes Know-how zu integrieren, um schneller zu werden und das Leistungsspektrum zu erweitern.

Reicht es, um Hella zu schlagen?

OSRAM ist auf einem guten Weg, um schon bald wieder auf einen langfristigen Wachstumspfad einzuschwenken. Die Grundlagen, die heute gelegt werden, mögen vielleicht noch einige Quartale den Gewinn etwas schmälern, aber wenn die Strategie erfolgreich umgesetzt wird, dann wird das Unternehmen die Früchte der Anstrengungen ernten können.

Allerdings gibt es einen einheimischen Konkurrenten, der seit einigen Monaten mehr wert ist als OSRAM, die nach ihren starken Kursverlusten nur noch eine Marktkapitalisierung von 3,7 Mrd. Euro (08.11.) auf die Waage bringt. Auch Hella ist zuletzt nicht gut gelaufen, aber im Vergleich erheblich besser: Deshalb sind ihre Aktien aktuell immerhin 800 Mio. Euro mehr wert.

OSRAMs Nettogewinn liegt aber auch nur bei 137 Mio. Euro, während Hella zum 31. Mai eine Steigerung auf 389 Mio. Euro meldete. Aus der Perspektive des Kurs-Gewinn-Verhältnisses wirkt Hella also sogar deutlich günstiger. Andererseits bemängelten Analysten zuletzt eine schwache Kostendisziplin und geringere Wachstumsaussichten. Wenn sich das bewahrheitet, dann ist OSRAM trotz der aktuell optisch teureren Bewertung möglicherweise attraktiver.

Dabei hat auch Hella einen Trumpf in der Hinterhand: Der letzte Geschäftsbericht war mit „360° Autonomous“ betitelt. Das Management ist überzeugt, dass das Unternehmen mit seiner Elektronikkompetenz und ausgefeilten Sensortechnologie von diesem Trend stark profitieren wird. Hella hat also seine eigene Hightechstrategie, die sich deutlich von OSRAMs unterscheidet, aber gleichfalls große Potenziale bietet.

Letztlich hängt die Entscheidung zwischen den beiden Kontrahenten also davon ab, was dich mehr überzeugt: OSRAMs Digitaloffensive oder Hellas Vorstoß in Richtung selbstfahrende Autos?

Das einfache Geheimnis, die besten Aktien zu kaufen

Wie Warren Buffett einmal sagte, musst du keinen IQ eines Genies haben, um ein großartiger Investor zu sein. Alles was du dafür brauchst ist einfache Mathematik, das Wissen auf welche Zahlen du schauen musst und etwas gesunden Menschenverstand. In unserem kostenlosen Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" teilen wir 15 Bilanzkennzahlen mit dir, mit Hilfe derer du die Aktien mit den besten Zukunftsaussichten identifizieren kannst. Klick hier, um kostenlosen Zugang zu diesem Sonderbericht zu erhalten.

Seite 1 von 3

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel