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Luftig, sportlich, teuer? SAP mit milliardenschwerer Übernahme
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Luftig, sportlich, teuer? SAP mit milliardenschwerer Übernahme

Nachrichtenquelle: wikifolio
13.11.2018, 17:18  |  765   |   |   

SAP schluckt das US-amerikanische Startup Qualtrics - und lässt sich die Übernahme sagenhafte acht Milliarden Dollar kosten. Die Nachricht schlug zu Wochenbeginn ein wie eine Bombe. Schließlich wollte Qualtrics ursprünglich den Gang an die Börse wagen. Das hat sich jetzt erledigt.

Angesichts des veranschlagten Kaufpreises und mit Blick auf die „deutlich mehr als fünf Milliarden Dollar“, die Qualtrics durch das IPO einnehmen wollte, rümpften viele Marktteilnehmer die Nase. Ist der Anbieter einer Abo-Software, die Daten rund um Kundenzufriedenheit, Produktentwicklung, Mitarbeiterbewertung und mehr sammelt und analysiert, eine solche Summe wert? Immerhin legt SAP das 20-fache des für 2018 erwarteten Umsatzes auf den Tisch. Die Einschätzungen der Analysten lauten: „luftig“, „sportlich“ und „überteuert“.

Inhaltlich wird der Deal allerdings durchaus positiv bewertet. SAP verstärkt sich in einem spannenden und wahrscheinlich zukunftsträchtigen Segment und kann so den US-Konkurrenten Salesforce als aktuellen Marktführer angreifen. SAP will mithilfe von Qualtrics zukünftige Produktdesigns und Marketingmaßnahmen unterstützen.

Nachkauf bei Schwäche

Die SAP-Aktie stand trotzdem unter Dauerdruck und verlor am Montag fast sechs Prozent an Wert. Heute kam es im Einklang mit dem Gesamtmarkt allerdings zu einer Gegenbewegung. Die Trader bei wikifolio.com bewerten den Deal indes deutlich positiver als die meisten Analysten. Die Käufer waren gestern mit einem Anteil von 74 Prozent eindeutig in der Mehrzahl. Das gesunkene Kursniveau dürfte den einen oder anderen zum Einstieg motiviert haben.

Manfred Wagner („oekethic“) gehört auf jeden Fall dazu. Er hatte bereits vor fünf Wochen begonnen, die Aktie in sein wikifolio „oekethic Nachhaltigkeit“ zu integrieren. Sein Kommentar dazu: „Sehe bei SAP starke Wachstumsmöglichkeiten.“ Bei den Mitte Oktober veröffentlichten Zahlen des Konzerns (inklusive Anhebung der Jahresprognose) hatte er zudem weitere Aufstockungen der Position in Aussicht gestellt: „Auch wenn SAP erst spät in den Cloud-Markt eingestiegen ist, sind sie aus meiner Sicht das am stärksten wachsende Unternehmen in diesem Bereich und für mich ein klarer Kauf. Bei anhaltender Kursschwäche kaufe ich noch ein paar Stücke nach.“

Gestern war es soweit. In zwei Tranchen sorgte der Trader für eine Reduzierung seines Einstandskurses auf 97,57 Euro. Mit einem Depotanteil von über 10 Prozent ist die Aktie nun das Schwergewicht in dem Portfolio, das aus 16 Einzelwerten besteht. Mit Blick auf sein persönliches Kursziel strebt der Trader bei SAP einen Gewinn von rund 30 Prozent an: „Investitionen in die Zukunft werden immer erst einmal abgestraft - das macht es aber auch wieder günstiger. Das Management bei SAP macht aus meiner Sicht einen tollen Job. Ich rechne mit Kursen um 125 Euro auf Sicht von 18 Monaten.“

Seit dem Start des wikifolios Anfang 2013 wurde bislang ein Kursplus von 62 Prozent generiert, während der Maxmalverlust auf 18 Prozent begrenzt werden konnte.

Strategie mit Kurszielen

Christoph Vorgerd („CDVInvest“) hat ebenfalls am Montag bei SAP zugeschlagen und die Aktie mit acht Prozent in seinem wikifolio „Top Select Germany by Analysts” gewichtet. Der Kauf erfolgte im Rahmen des ungefähr alle zwei Wochen anstehenden „Reviews“. Dabei wird die Aktienquote festgelegt und das Kapital dann in diejenigen Aktien aus DAX und MDAX investiert, „deren Kurse den größten Abstand zu den durchschnittlich von Analysten ausgegebenen Kurszielen besitzen“. Da diese Überprüfung bereits am Sonntag stattfand, sind die Neubewertungen im Zuge der Übernahme allerdings noch nicht enthalten. So ist es gut möglich, dass die Aktie das Portfolio in zwei Wochen schon wieder verlassen muss.

Aktuell arbeitet der Trader mit einer Ziel-Aktienquote von 75 Prozent, die sich auf zehn Werte verteilt. Die Vorgehensweise war bislang erfolgreich. Schließlich wurde seit dem Start Anfang 2013 bei einem Maximalverlust von 18 Prozent eine Performance von 71 Prozent generiert. Im laufenden Jahr liegt der Trader zwar drei Prozent hinten, schneidet damit aber immer noch besser ab als DAX (-11 Prozent) und MDAX (-7 Prozent). Seit der Emission des wikifolio-Zertifikats liegt er mit einem Plus von 41 Prozent deutlich vor dem DAX (+23 Prozent) und leicht hinter dem MDAX (+50 Prozent).

Die 10 Aktien mit den meisten Trades (5.11.2018 - 12.11.2018)

# Name ISIN Handelsvolumen Alle Trades Käufe
1 Wirecard DE0007472060 845.256 506 56%
2 Infineon DE0006231004 2.586.901 452 72%
3 S&T AT0000A0E9W5 1.316.163 358 77%
4 Apple US0378331005 272.282 353 56%
5 SAP DE0007164600 1.112.201 343 69%
6 Amazon US0231351067 499.703 338 57%
7 ProSiebenSat.1 Media DE000PSM7770 349.362 280 71%
8 Siltronic DE000WAF3001 1.086.894 256 53%
9 Microsoft US5949181045 975.695 229 62%
10 Freenet DE000A0Z2ZZ5 145.103 213 87%

 

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