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Diese große Pharma-Wette zahlt sich noch nicht aus – und sie kostet jeden einzelnen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.11.2018, 21:14  |  882   |   |   

Wenn sich der Nachbar 1.000 Lotterielose kauft, die allesamt Nieten sind, ist einem das wohl herzlich egal. Aber wenn man die selber gekauft hat? Dann geht einen das plötzlich sehr direkt was an.

Derzeit ist eine Wette am Laufen, die sich bislang nicht wesentlich ausgezahlt hat. Die Pharmaindustrie hat dafür viel Geld auf den Tisch gelegt – bisher mindestens 30 Milliarden USD. Doch die großen Pharmaunternehmen sind noch lange nicht so weit, dass sich diese Wette auch auszahlt. Und das kostet vor allem einen: den Anleger.

Die große Wette der Pharmabranche

Aber wovon genau ist her gerade überhaupt die Rede? Kurz: von Biosimilars.

Holen wir mal ein bisschen aus, um zu erklären, was Biosimilars sind. Zunächst muss man wissen, was biologische Arzneimittel (auch Biologika genannt) sind. Biologika sind großmolekulare Medikamente, die in einem lebenden Organismus hergestellt werden. Ein Biosimilar ist ein Biologikum, das einem bereits zugelassenen Biopharmazeutikum so ähnlich ist, dass es bei einem Patienten das gleiche Ergebnis liefert wie das zugelassene Referenzpräparat.

Biosimilars erreichten 2007 den europäischen Markt. In den USA sind Biosimilar-Medikamente jedoch erst seit 2010, nach Inkrafttreten des Biologics Price Competition and Innovation Act (BPCIA), zugelassen.

Große Pharmaunternehmen nutzten die Gelegenheit, Biosimilars zu entwickeln. Die Sandoz-Einheit von Novartis (WKN:904278) konnte sich schnell im europäischen Biosimilar-Markt an die Spitze setzen. Amgen (WKN:867900) hat ein großes Biosimilar-Entwicklungsprogramm gestartet. Pfizer (WKN:852009) kooperierte mit dem südkoreanischen Biosimilar-Hersteller Celltrion und erwarb Hospira im Jahr 2015 für knapp 17 Milliarden USD. Damit hatte man plötzlich ein vielversprechendes Biosimilar-Portfolio. Merck lizenzierte Biosimilars von einem anderen südkoreanischen Biosimilar-Entwickler, Samsung Bioepis, and Biogen ging noch weiter, indem man gleich eine große Beteiligung an dem Unternehmen erwarb. Und viele weitere Unternehmen kamen mit auf den Markt.

Der Biosimilar-Ansturm machte durchaus Sinn. Große Pharmaunternehmen sahen, wie Generika den Pharmamarkt verändert hatten: Deren Anteil an der Gesamtzahl aller verschriebenen Rezepte lag bei 90 %, dabei machten sie aber weniger als 30 % der gesamten Medikamentenkosten aus.

Die Unternehmen wussten auch, dass das ganz große Geld mit Blockbuster-Biopharmaka verdient wurde. So waren im vergangenen Jahr vier der fünf meistverkauften Medikamente der Welt Biologika. Mit einem Umsatz von über 18 Milliarden USD war Humira von AbbVie (WKN:A1J84E) führend.

Erfolgsbilanz? Eher nicht

Wie hat sich also die große Pharma-Wette bisher ausgezahlt? Die Erfolgsbilanz war nicht gerade beeindruckend, insbesondere nicht in den USA.

Seit Oktober 2018 sind 12 Biosimilars in den USA zugelassen. Drei dieser Biosimilars wurden zwischen Mai und Juli 2018 zugelassen. Vier weitere erhielten in der zweiten Jahreshälfte 2017 die Genehmigung. Hier lohnt sich der Blick auf die Verkaufszahlen einfach noch nicht, da diese Biosimilars noch relativ neu auf dem Markt sind. Aber was ist mit den anderen?

Die Food and Drug Administration hat Zarxio von Novartis, ein Biosimilar zu Amgens Neupogen, im März 2015 zugelassen. Ein Jahr nach dem US-Start von Zarxio sagte Chris Raymond, damals Analyst bei Raymond James, dass der Verkauf des Biosimilars „nicht gerade einen Sturm der Begeisterung“ entfacht habe.

Novartis gibt keine genauen Zahlen zu jedem seiner Biosimilars bekannt. Im Jahr 2016 betrug der weltweite Gesamtumsatz des Unternehmens mit Biosimilars – Omnitrope, Binocrit, Glatopa und Zarzio außerhalb der USA sowie Zarxio und Enbrel Biosimilar Erelzi in den USA – jedoch rund 1 Milliarde USD. Diese Summe stieg 2017 auf 1,1 Milliarden USD.

Pfizer hingegen stellt Umsatzinformationen zu seinen Biosimilars zur Verfügung, allerdings nicht speziell für den Verkauf in den USA. Inflectra und Remsima, Biosimilars zu Remicade von Johnson & Johnson (WKN:853260), erzielten im Jahr 2015 30 Millionen USD, 2016 192 Millionen USD und im vergangenen Jahr weltweit 419 Millionen USD.

Amjevita von Amgen, ein Biosimilar des Bestsellers Humira, erhielt im September 2016 die FDA-Zulassung. Bis zum dritten Quartal 2018 erzielte Amjevita folgenden Gesamtzumsatz: 0 USD.

Merck konnte im Mai 2017 die FDA-Zulassung für Renflexis bekommen, ein weiteres Biosimilar zu Remicade. Seitdem hat das Unternehmen jedoch in seinen Geschäfts- und Quartalsberichten keine Umsatzzahlen für Renflexis angegeben. Merck hat das Biosimilar in seinen Berichten seitdem nicht einmal erwähnt.

Was ist bitte das Problem?

Das größte Problem bei Biosimilars ist, dass sich der Zulassungsprozess schrecklich lange hingezogen hat. Obwohl Biosimilars nach dem Inkrafttreten von Obamacare Anfang 2010 in den USA ja eigentlich zugelassen wurden, dauerte es trotzdem noch einige Jahre, bis die FDA ihr Zulassungsverfahren dann abgeschlossen hatte. Und selbst dann wurden in den USA nur eine kleine Gruppe Biosimilars zugelassen – eines im Jahr 2015, drei im Jahr 2016, fünf im Jahr 2017 und im laufenden Jahr ebenfalls bloß drei.

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