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IWF warnt Großbritannien vor ungeordnetem Brexit

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
14.11.2018, 17:11  |  360   |   |   

WASHINGTON/LONDON (dpa-AFX) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Großbritannien energisch vor einem ungeordneten Brexit gewarnt. "Das signifikanteste Risiko für die Prognose ist die Möglichkeit des Verlassens der EU ohne Vereinbarung, was einen großen Einfluss auf das Wachstum hätte - besonders dann, wenn es ungeordnet abläuft und ohne Übergangszeit", heißt es in einer Mitteilung des IWF.

Der Brexit sei zwar das größte Risiko für die britische Wirtschaft, bei weitem aber nicht das einzige Problem. Der anhaltend schwache Anstieg der Produktivität, hohe Schulden der öffentlichen Hand, wachsende Staatsausgaben wegen einer alternden Bevölkerung sowie ein großes Handelsdefizit bedeuteten ökonomische Herausforderungen für das Königreich.

"Seit dem Referendum über die EU-Mitgliedschaft sind die Wirtschaftsinvestitionen wegen der Unsicherheit über das künftige Verhältnis zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU sowie wegen der Erwartung höher Handelskosten schleppend", heißt es in dem Bericht der IWF-Experten nach ihrem Besuch in Großbritannien weiter.

Gleichzeitig sei der private Konsum wegen der schwachen Einkommenssteigerung unter Druck. Dies werde allerdings durch leicht steigende Exporte ausgeglichen, die wegen des deutlich im Wert gefallenen Pfunds verbilligt würden.

Als Wachstumshindernis habe sich ebenfalls der Rückgang der Migration aus der EU nach Großbritannien erwiesen. Großbritannien ist auf gut ausgebildete Arbeitskräfte - etwa aus Polen oder dem Baltikum - angewiesen. Dennoch hatte der damalige Premierminister David Cameron die Migration zum Hauptthema in der Brexit-Debatte vor dem Referendum im Sommer 2016 erklärt.

Der IWF prognostiziert Großbritannien nur ein vergleichsweise schwaches Wirtschaftswachstum. 2018 werde die Wirtschaftsleistung des Landes um 1,4 Prozent, 2019 um 1,5 Prozent zulegen, teilte der IWF nach seiner turnusmäßigen Bestandsaufnahme am Mittwoch mit. Der Schuldenstand bleibe mit prognostizierten rund 85 Prozent des Bruttoinlandsproduktes vergleichsweise hoch, aber stabil./dm/DP/tos



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