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USA "Neo-Banken": Dieser Trend verändert die Branche

22.11.2018, 11:39  |  2426   |   |   

Neue technische Möglichkeiten und ein verändertes Kundenverhalten führen dazu, dass Kunden andere Bankdienstleitungen preferieren. Diese werden oftmals nicht von den etablierten Großbanken angeboten, sondern Start-up, die Finanzdienstleistungen neu definieren.

In den USA investieren Risikokapitalgeber in Start-ups die grundlegende Bankdienstleistungen anbieten. Diese Unternehmen werden als "Neo-Banken" bezeichnet. Im Jahr 2018 haben US-Neobanken bisher viermal so viel Mittel erhalten wie im vergangenen Jahr und zehnmal so viel Mittel wie im Jahr 2015, so die "NYT".

Gerade entsteht eine dynamische Landschaft alternativer Banken. Chime, der größte neue Name, hat für Kunden zwei Millionen gebührenfreie Online-Girokonten eröffnet und gewinnt jeden Monat mehr Kunden als Wells Fargo oder Citibank. Schnell haben sich weitere Unternehmen in Stellung gebracht - u. a. Empower, das im Oktober seine ersten gebührenfreien Online-Girokonten startete.

Der Trend lässt sich auch in Großbritannien beobachten. Dort gehören Monzo und Revolut zu den schnell wachsenden Online-Banken. Beide Unternehmen wollen auch in den USA tätig werden - bislang sind in den USA neben Chime auch Square, Aspiration, Empower and Varo tätig.

Die neuen "Neo-Banken" versuchen die alte, filialbasierte Art des Bankgeschäfts durch ein handyfreundliches Konto zu ersetzen. Oftmals entfallen die Gebühren, die Bankenriesen so unbeliebt gemacht haben. "Wenn Sie fünf Jahre in die Zukunft blicken, wird es keine Finanzdienstleistungsbranche geben, die den Verbrauchern 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr an Überziehungsgebühren berechnet", sagte Chris Britt, der Vorstandsvorsitzende von Chime.

Die alten Hasen überlassen jedoch nicht den Start-ups das Feld. So hat Goldman Sachs  bereits vor zwei Jahren in den USA ein Online-Kreditprodukt namens Marcus gelauncht. Im September wurde unter diesem Namen in Großbritannien ein Sparkonto gestartet. Zukünftig könnte aus Marcus eine Full-Serice-Online-Bank werden. Wells Fargo testet ein app-basiertes Bankprodukt: Greenhouse, dass Überziehungsgebühren und Servicegebühren abschafft. JPMorgan Chase bietet bereits eine ähnliche App namens Finn an, die sich an jüngere Kunden richtet. Ferner will JPMorgan Chase einen neuen Fintech-Campus im Silicon Valley errichten. Auch Amazon soll an einem Girokonto für jüngere Kunden arbeiten.

Zukünftig werden die "Neo-Banken" ihre Dienstleistungen ausbauen, denn zum Online-Konto sollen auch Kredite vergeben und weitere Funktionen angeboten werden. Es wächst die Überzeugung, dass sich das Bankwesen ändern wird. Das Beratungsunternehmen CG42 geht davon aus, dass die 10 größten Banken der USA im Laufe des nächsten Jahres 159 Milliarden US-Dollar an Einlagen an kleinere Wettbewerber verlieren könnten. Dieser Trend wird auch in Deutschland zu Veränderungen führen. Bereits heute haben viele Bankhäuser ihr Filialnetz ausgedünnt. Auch bei den Geldautomaten zeigt sich eine Verlangsamung.

Quelle:

NYT

 

 

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