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Aktien Europa Schluss: Börsen postwendend zurück im Abwärtssog
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Aktien Europa Schluss Börsen postwendend zurück im Abwärtssog

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Nachrichtenagentur: dpa-AFX
22.11.2018, 18:31  |  550   |   |   

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Donnerstag nach einem Erholungstag schon wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Der EuroStoxx 50 verlor 0,86 Prozent auf 3126,67 Punkte, womit sich seine Vortagsgewinne als Strohfeuer erwiesen. Weil die New Yorker Börsen wegen des Feiertags "Thanksgiving" geschlossen blieben, kamen von dort am Nachmittag keine neuen Impulse mehr für den hiesigen Markt.

Am Vortag hatte sich der Leitindex der Eurozone nach fünf Verlusttagen in Folge um mehr als ein Prozent erholt. Doch der Haushaltsstreit mit Italien sowie die Brexit-Verhandlungen seien neben den globalen Handelskonflikten weiterhin ungelöste Belastungsfaktoren, schrieben die Experten der Postbank. Tags zuvor hätten Schnäppchenjäger diese nur vorübergehend ausgeblendet.

An den wichtigsten Länderbörsen herrschten am Donnerstag entsprechend wieder negative Vorzeichen: Der Pariser Cac 40 verlor 0,75 Prozent auf 4938,14 Punkte. Der Londoner FTSE 100 gab um 1,28 Prozent auf 6960,32 Zähler nach und in Mailand ging es für den FTSE MIB um knapp 0,7 Prozent bergab.

Die Anleger auf Trab hielt am Donnerstag einmal mehr der Streit Italiens mit der EU über die Schuldenpläne. Die Regierung in Rom gibt sich unverändert wenig kompromissbereit, erlitt aber mit dem Verkauf von sogenannten "Patriotenanleihen" eine Schlappe. Am Markt wurde eine geringe Nachfrage unter inländischen Anlegern als Misstrauensvotum gegen die Wirtschaftspolitik gewertet.

In puncto Brexit-Gespräche gab es derweil aber neue Hoffnung auf Fortschritte: wie EU-Ratspräsident Donald Tusk am Donnerstag bestätigte, einigten sich Unterhändler der britischen Regierung und der EU-Kommission "im Prinzip" auf den Entwurf für eine politische Erklärung zu den künftigen gegenseitigen Beziehungen. Gewertet wurde dies als wichtiger Schritt, wenngleich der Prozess noch nicht am Ziel sei. Europaweit standen endeten fast alle Branchen im Minus, einzig Einzelhandel und die Touristik konnten sich mit ihren Branchenindizes knapp über Wasser halten. Am stärksten gerieten dieses Mal Telekom- , Chemie- sowie Rohstoffwerte mit Abschlägen von bis zu 1,6 Prozent unter Druck.

Unter den Rohstoffwerten, die vor allem an der Londoner Börse gehandelt werden, fielen jene des Gold- und Silberminenbetreibers Fresnillo mit einem Kursrutsch um 12 Prozent negativ auf. Als Ursache galt hier ein negativer Kommentar der Experten von Morgan Stanley , die eine Abstufung auf "Underweight" mit Rechtsrisiken bei den Minen in Mexiko begründeten.

In der Telekombranche waren die Blicke unter anderem auf die Anteilscheine des Internet- und Breitbandkonzerns Altice Europe gerichtet, die in Amsterdam wegen enttäuschender Quartalszahlen um fast 12 Prozent einbrachen. Am Markt wurde dies mit den Folgen eines Preiskampfes in Frankreich begründet.

Auch Versorgeraktien verloren deutlich mit schwachen Branchennachrichten als Auslöser. In London waren die Anteile von Centrica um mehr als 9 Prozent abgesackt, weil der Energiekonzern im ersten Quartal wegen der in Großbritannien beschlossenen Preisdeckelung mit einem deutlichen Rückgang des operativen Gewinns rechnet.

Im Eurostoxx waren Philips am Ende des Tages mit plus 1,77 Prozent der größte Gewinner. Als Kurstreiber wurde hier auf eine Studie der Investmentbank Exane BNP Paribas verwiesen. Darin rechnet Analyst Julien Dormois mit einer Neubewertung der Aktien im Zuge wieder zunehmenden Anlegervertrauens. Die Papiere seien inzwischen deutlich niedriger bewertet als die des Konkurrenten Siemens Healthineers .

In Paris blieb die Affäre um Konzernchef Carlos Ghosn beim französischen Autobauer Renault ein heißes Thema. Dessen Rauswurf aus dem Verwaltungsrat des japanischen Partners Nissan ist nun beschlossene Sache. Die Renault-Aktien schafften es am Ende, zeitweise Verluste noch in ein knappes Plus zu verwandeln./tih/he

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