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Marktkommentar: Maarten Bloemen (Franklin Templeton): Bewältigung des Klimawandels
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Marktkommentar Maarten Bloemen (Franklin Templeton): Bewältigung des Klimawandels

Nachrichtenquelle: Asset Standard
27.11.2018, 12:05  |  638   |   |   

Könnten Anleger den Schlüssel zur Bewältigung des Klimawandels in der Hand haben?

Ein ständig wachsender Fundus an wissenschaftlichen Erkenntnissen deutet darauf hin, dass eine erhebliche Verringerung der CO2-Emissionen erforderlich ist, um drastische wirtschaftliche und soziale Konsequenzen zu vermeiden.

Maarten Bloemen, Executive Vice President und Portfolio Manager der Templeton Global Equity Group, ist davon überzeugt, dass Anleger in einer guten Position sind, diese Veränderungen voranzutreiben. Er erklärt seine Gründe hierfür und zeigt auf, wo er potenzielle Anlagechancen sieht.

Die meisten Klimawissenschaftler weltweit scheinen sich einig zu sein, dass die Auswirkungen der globalen Erwärmung weitreichend sind und dass diese Entwicklung zu weiten Teilen den Menschen zuzuschreiben ist.1 Zahlreichen wissenschaftlichen Berichten zufolge führt die globale Erwärmung zu einem Anstieg des Meeresspiegels und zum Verlust und Aussterben von Arten. Darüber hinaus trägt sie dazu bei, dass extreme Wetterereignisse immer häufiger auftreten.

Während Wissenschaftler (und Regierungen) weiterhin über potenzielle Lösungen diskutieren, sind wir der Ansicht, dass die wichtigste Kraft für einen Umgang mit der weitläufig erwarteten drohenden Klimakrise die Art und Weise sein könnte, wie wir investieren. Unternehmen können eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, einige dieser weitreichenden, klimabezogenen Probleme in Angriff zu nehmen. Unserer Einschätzung nach sind Unternehmensentscheidungen, die durch den Klimawandel beeinflusst werden, nicht nur für die Umwelt gut, sondern auch für die Ertragslage.

Im Laufe der Zeit wird es zahlreiche Gewinner und Verlierer geben, und wir sind davon überzeugt, dass tiefgreifende Analysen erforderlich sein werden, um zu unterscheiden, zu welcher Gruppe ein Unternehmen gehört. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es operative Konsequenzen für Unternehmen geben, die den Klimawandel berücksichtigen. Daher wird sich dies auch im Gewinn niederschlagen. Potenziell könnte die Entwicklung die Störung von Lieferketten und eine Veralterung von Produkten (wie z.B. Benzinfahrzeugen) nach sich ziehen. Gleichzeitig besteht jedoch Potenzial für erhebliche Wertsteigerungschancen im Bereich der sauberen Technologie. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Bottom-up-Aktienauswahl sehr gut geeignet ist, um zwischen potenziellen Gewinnern und Verlierern zu unterscheiden.

Während immer mehr Anlegern die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels auf Anlagen bewusst werden, halten wir weitreichende Veränderungen in der Art und Weise, wie Kapital im weltweiten Wirtschaftskreislauf eingesetzt wird, für wahrscheinlich. Daher sind wir optimistisch, dass sich der Überlebensinstinkt der Menschheit auf zukunftsorientierte Lösungen für den Klimawandel ausrichten könnte.

Alternativen zu CO2

Dem jüngsten Bericht des Zwischenstaatlichen Expertengremiums für Klimaänderungen (IPCC) zufolge könnte die Begrenzung der durchschnittlichen globalen Erwärmung auf einen Anstieg von 1,5℃ über dem vorindustriellen Durchschnitt einen erheblichen Einfluss auf die zukünftige Umwelt haben.

Insbesondere legt der Bericht nahe, dass die Erreichung einer geringeren Erwärmung die Wahrscheinlichkeit einer ganzen Reihe verheerender Folgen des Klimawandels verringern würde.

So wäre beispielsweise der weltweite Anstieg des Meeresspiegels bis 2100 bei einer globalen Erwärmung von 1,5°C gegenüber 2°C um 10 cm niedriger. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Arktische Ozean im Sommer frei von Meereseis ist, läge bei einer globalen Erwärmung von 1,5°C bei einmal pro Jahrhundert, verglichen mit mindestens einmal pro Jahrzehnt bei 2°C. Die Korallenriffe würden bei einer globalen Erwärmung von 1,5°C um 70 % – 90 % zurückgehen, während sie bei 2°C praktisch vollständig verschwinden würden.2

Die Eindämmung eines Anstiegs der weltweiten Temperaturen erfordert beispiellose Veränderungen in der Einstellung von Ländern und Unternehmen gegenüber der Umwelt, und das beginnt mit einer Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Die folgende Grafik zeigt ein deutliches Beispiel dafür, welche CO2-Reduktion erforderlich ist, um die Ziele der Konferenz der Vertragsparteien COP21 zu erreichen, die globale Erwärmung auf 1,5°C oder 2°C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Das Niveau der weltweiten Treibhausgasemissionen muss deutlich niedriger sein als es derzeit ist oder Prognosen zufolge sein wird.


Während immer mehr Unternehmen versuchen, ihre CO2-Emissionen zu senken, könnten einige der von diesen Unternehmen vorgeschlagenen Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels unserer Einschätzung nach einen allgemeinen Umschwung hin zu sauberer Energie bewirken, der dem Anstieg der Treibhausgasemissionen Einhalt gebieten könnte.

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