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Marktkommentar: Steve Land (Franklin Templeton): Warum einige Anleger inzwischen wieder Gold in Betracht ziehen
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Marktkommentar Steve Land (Franklin Templeton): Warum einige Anleger inzwischen wieder Gold in Betracht ziehen

Nachrichtenquelle: Asset Standard
30.11.2018, 10:05  |  633   |   |   

Einige Anleger haben ihr Engagement bei Gold als Reaktion auf die erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten reflexartig verstärkt.

Die im Oktober verzeichnete Rückkehr von Volatilität an die globalen Finanzmärkte hat dazu geführt, dass das Interesse an Gold nach einem ruhigen Sommer wieder deutlich angestiegen ist.

Steve Land von der Franklin Equity Group erklärt, dass es bei Gold um mehr als nur das geht. Außerdem erläutert er, warum er die Aussichten für Gold und Goldaktien positiv einschätzt.

Gold hatte bis September sechs Monate in Folge Kursverluste hinnehmen müssen und damit den längsten ununterbrochenen monatlichen Abwärtstrend seit 1997 verzeichnet. Nachdem sich der Goldkurs über weite Teile des Monats September sowie Anfang Oktober innerhalb einer sehr engen Handelsspanne bewegt hatte, setzte im Nachgang der Mitte Oktober an den Aktienmärkten verzeichneten Turbulenzen endlich eine Belebung ein.

Wir geben zwar keine spezifischen Prognosen für den Goldkurs ab, sind jedoch der Ansicht, dass das aktuelle Marktumfeld einige interessante potenzielle Katalysatoren für das Edelmetall birgt. Und in einem Umfeld steigender Preise sehen wir erhebliche Chancen bei Unternehmen, die Gold abbauen.

Die goldene Regel

Gold spielt viele Rollen: als Schmuck, als finanzieller Vermögenswert und in Anwendungen in der Medizin und Zahnmedizin. Im Bereich der High-End-Elektronik wird es sogar industriell eingesetzt.

Dem World Gold Council zufolge blieb die Nachfrage aus dem Schmucksektor mit einem Wachstum von 6 % gegenüber dem Vorjahr im dritten Quartal 2018 solide. Unterstützung boten vor allem das starke wirtschaftliche Umfeld sowie eine Verbesserung um 10 % in China und Indien.[1]

Unserer Analyse zufolge sollten die besser werdende Wirtschaftstätigkeit und die (durch eine positive Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte begünstigte) zunehmende Vermögensbildung den Umsätzen im Schmucksegment weitläufige Unterstützung bieten, da der Schmuckmarkt nach wie vor die größte Nachfragequelle für Gold darstellt.

Als Finanzinstrument übernimmt Gold vor allem die Rolle eines Diversifizierungsinstruments[2], da das Edelmetall in der Vergangenheit stets eine geringe Korrelation[3] zu anderen finanziellen Vermögenswerten an den Tag gelegt hat und auf eine langjährige Geschichte als Wertanlage zurückblicken kann.

Das Interesse an Gold als finanzieller Vermögenswert ist während der letzten beiden Jahre gesunken, da starke Aktienmarktrenditen und beschränkte Volatilität den meisten Anlegern kaum Anlass geboten haben, sich nach Diversifizierungsmöglichkeiten umzusehen. Es gibt jedoch Anzeichen, dass die Nachfrage nach dem Edelmetall zunimmt – insbesondere unter Zentralbanken.

Dem World Gold Council zufolge war bei den weltweiten Goldkäufen durch Zentralbanken in den ersten drei Quartalen 2018 ein Wachstum von ca. 17 % gegenüber dem Vorjahr zu beobachten.[4] Im dritten Quartal erreichten die Zentralbankkäufe den höchsten Stand seit dem vierten Quartal 2015. An der Spitze stand Russland, und die im dritten Quartal verzeichnete Erhöhung um 92,2 Tonnen stellt die höchste jemals verzeichnete Kaufmenge dar. Damit haben die Goldreserven des Landes erstmalig die Marke von 2.000 Tonnen überschritten.

Die ungarische Zentralbank meldete im Oktober, sie habe ihre Goldbestände um das Zehnfache erhöht.[5] Diese Meldung folgte auf Käufe durch die polnische Zentralbank im Juli, August und September.

Makroökonomische Einflüsse auf den Goldkurs

Wir sind zwar der Ansicht, dass die Unsicherheit aufgrund der globalen Handelsspannungen für den Goldkurs positiv sein sollte, der starke US-Dollar hat sich jedoch als Belastung erwiesen. Ein starker Dollar macht Gold an vielen internationalen Märkten mit der preisempfindlichsten Nachfrage (wie z.B. China und Indien) allgemein teurer. Angesichts dieser Beziehung weist Gold eine umgekehrte Korrelation zum US-Dollar auf, so dass jegliche Schwäche des US-Dollars den Goldkurs stützen dürfte.

Die niedrige Arbeitslosenquote in den USA hat in Kombination mit den konjunkturförderlichen Folgen der Änderungen an der US-Steuerpolitik und den Auswirkungen der eskalierenden Handelsspannungen, die zur Auferlegung neuer Importzölle geführt haben, die Diskussionen um eine mögliche Rückkehr von Inflationsdruck angefacht.

Dieses Umfeld könnte höheren Edelmetallkursen sowie den mit dem Sektor verbundenen Aktien durchaus Unterstützung bieten. Während die Inflation ansteigt, nimmt in der Regel auch die Geldmenge zu. Das Angebot aus Goldminen bleibt jedoch weitgehend unverändert und reagiert nur langsam.

In einem inflationären Umfeld sollte der Goldkurs tendenziell steigen, so dass der reale Wert erhalten bleibt.

Ausblick für Goldminenaktien

Die Aktien von Goldminenbetreibern sind gegenüber ihren 2011 erreichten Höchstständen deutlich zurückgegangen. Wir sind der Ansicht, dass ihre Bewertungen inzwischen die Erwartung widerspiegeln, dass die Goldpreise künftig unter Druck bleiben sollten.

Die aktuellen Goldkurse bewegen sich in der Nähe der Grenzkosten. Hierbei handelt es sich um das Niveau, das viele Goldminenfirmen benötigen, um ihre Geschäftstätigkeit langfristig beibehalten zu können. Somit kann selbst ein relativ geringer Anstieg des Goldkurses dramatische Auswirkungen auf den erwarteten Cashflow eines Unternehmens haben.

Wir sind zwar der Ansicht, dass Unternehmen in diesem Bereich erhebliches Aufwärtspotenzial bieten, wenn die Goldkurse steigen, gehen jedoch auch davon aus, dass viele Firmen des Sektors gut positioniert sind, um weitere Preisrückgänge zu überstehen.

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