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2019 sollte das Jahr der Value-Aktien werden

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Nachrichtenquelle: The Motley Fool
30.11.2018, 10:00  |  278   |   |   

Es ist kaum zu glauben, aber wir sind weniger als vier Monate davon entfernt, den zehnten Jahrestag des Tiefpunktes der Wirtschaftskrise zu feiern, zumindest für die Börse. Seit dem Tiefpunkt im März 2009 haben sich sowohl der Dow Jones Industrial Average als auch der der S&P 500 mehr als vervierfacht, wobei der technologielastige Nasdaq Composite sich seit seinem Tiefpunkt mehr als verfünffacht hat..

Obwohl du wahrscheinlich gut abgeschnitten hast, wenn du dich an ein diversifiziertes Portfolio von Aktien gehalten hast, lässt sich nicht leugnen, dass Wachstumswerte in den letzten zehn Jahren Value-Aktien deutlich hinter sich gelassen haben. Die Federal Reserve hielt ihren Leitzins zwischen Dezember 2008 und Dezember 2015 auf einem Rekordtief (0 bis 0,25 %) und die Zinsen sind seitdem relativ geordnet gestiegen. Damit wurde ein sehr kreditnehmerfreundliches Umfeld für Unternehmen geschaffen.

Das könnte sich jedoch 2019 ändern.

Value-Aktien könnten Wachstumswerte bald übertrumpfen

Falls du nicht genau hingesehen hast: Die US-Wirtschaft verzeichnete im zweiten Quartal das stärkste Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) seit fast vier Jahren. Bald darauf folgten die niedrigste Arbeitslosenquote seit 49 Jahren und die stärkste Lohninflation seit einem Jahrzehnt. Das klingt wahrscheinlich toll und das ist es bis zu einem gewissen Grad auch.

Aber die Sache ist die: Die Börse ist zukunftsorientiert und diese Nachricht ist fast zu gut, um wahr zu sein, zumindest basierend auf dem, was uns historische Daten sagen. Selten sinkt die Arbeitslosenquote lange unter 4 %. Ebenso deutet die Geschichte darauf hin, dass die Federal Reserve aggressiv die Zinsen erhöhen wird, um die Lohninflation im Zaum zu halten.

Wenn die US-Notenbank von ihrem jüngsten Muster von drei Leitzinserhöhungen in einem Jahr abrückt und sich dafür entscheidet, 2019 aggressiver zu werden, könnte sie die Kreditvergabe an Unternehmen erheblich stören. Das würde den einfachen Zugang von Wachstumstiteln zu Kapital einschränken und sie aus Anlegersicht weniger begehrenswert machen.

Etwas anderes, was du vielleicht nicht weißt, ist, dass Value-Aktien die bessere Rendite generiert haben, wenn du Wachstums- und Value-Aktien über den Zeitraum von 90 Jahren zwischen 1926 und 2016 vergleichst. Eine von Bank of America/Merrill Lynch veröffentlichte Studie ergab, dass Wachstumswerte in diesem Zeitraum durchschnittlich 12,6 % pro Jahr erzielten, während Value-Aktien dieses Mal die Wachstumswerte mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 17 % klar hinter sich ließen.

Wenn der Markt so aussieht, als ob er einen Höchststand erreicht, und plötzlich eine Reihe von roten Flaggen auftauchen, geht es vielleicht 2019 mit Value-Aktien wieder aufwärts.

Diese Value-Aktien sollten auf deinem Radar sein

Wenn Value-Aktien 2019 wieder an Bedeutung gewinnen, sind hier ein paar, die es wert sein könnten, genau beobachtet zu werden.

AT&T

Sag einfach den Namen AT&T (WKN:A0HL9Z) zu einem Wachstumsinvestor und du kannst ihn tatsächlich vor deinen Augen einschlafen sehen. Aber was die Wachstumsinvestoren übersehen, ist ein langweiliges, aber unglaublich stabiles Geschäftsmodell, das entwickelt wurde, um selbst die schlimmsten wirtschaftlichen Einbrüche zu überstehen. Mit einem abonnementbasierten Content-Modell hat AT&T in den letzten fünf Jahren jeweils zwischen 31,3 und 39,3 Mrd. US-Dollar an operativem Cashflow erwirtschaftet. Damit bleibt mehr als genug, um die überdurchschnittliche Dividendenrendite von 6 % auszuschütten und in neue Technologien zu investieren.

Apropos neue Technologien: Die Entwicklung von 5G-Netzen durch AT&T ist der nächste wichtige langfristige Wachstumstreiber für das Unternehmen. Obwohl die Markteinführung von AT&T selektiv beginnen wird, können datenhungrige Verbraucher dieses schnellere Netzwerk als Mittel zum Upgrade für Smartphones und anderer elektronischer Geräte nutzen.

Und natürlich dürfen wir die jüngste Übernahme von Time Warner durch AT&T und seine wertvollen Vermögenswerte nicht vergessen: CNN, TNT und TBS. Diese Netzwerke fungieren als Verhandlungschip mit den Werbetreibenden und sollen zu einer besseren Preissetzungsmacht führen. Sie sind auch eine baumelnde Karotte, die AT&T Videoabonnenten seinen Konkurrenten vor die Nase halten kann, um sie wegzulocken. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8 sollte AT&T auf deinem Radar sein.

Celgene

Ja, Biotech-Aktien können Value-Aktien sein – und Celgene (WKN:881244) ist ein gutes Beispiel dafür. Trotz zweistelliger Umsatzzuwächse wird Celgene derzeit auf das weniger als Siebenfache des Ergebnisses des Vorjahres geschätzt und weist ein Kurs-Gewinn-Wachstumsverhältnis von nur 0,4 auf. Dabei gilt im Allgemeinen alles unter 1 als „unterbewertet“.

Celgene hat in den letzten Jahren einen schlechten Ruf erlangt, weil das Umsatzwachstum mit dem entzündungshemmenden Medikament Otezla langsamer als erwartet ausfiel, zusätzlich gab es Probleme mit dem experimentellen Multiple-Sklerose-Medikament Ozanimod. Das Unternehmen ist bei mehr als 60 % seines Umsatzes auf das Multiple-Myelom-Medikament Revlimid angewiesen und die Investoren waren unzufrieden mit der Diversifizierung über sein Topmedikament hinaus.

Dennoch übersieht die Wall Street weiterhin das Potenzial von Revlimid, das durch Prozessvergleiche geschützt ist. Es ist unwahrscheinlich, dass generische Formen des Medikaments den Markt vor Februar 2026 überschwemmen werden, was Celgene viel Zeit geben würde, seine Cash Cow weiter zu melken. In der Zwischenzeit profitieren die meisten Kernprodukte von Celgene von einer starken Preissetzungskraft, einer höheren Nutzung und Expansionsmöglichkeiten. Ozanimod bietet zudem viel Potenzial (wahrscheinlich 2 Mrd. US-Dollar oder mehr), sobald es zugelassen ist, was aufgrund positiver klinischer Daten erwartet wird.

Stell sicher, dass Celgene auf deinem Radar ist, weil der Markt etwas zu verpassen scheint.

Whirlpool

Whirlpool (WKN:856331) erhält weiterhin wenig bis gar keinen Respekt von der Wall Street, trotz seiner fast 4%igen Dividendenrendite, eines durchschnittlichen Jahresüberschusses von 591 Mio. US-Dollar in den letzten fünf Jahren und eines erwarteten KGV von etwas mehr als 7. Was gegen Whirlpool spricht, ist seine Abhängigkeit vom US-Verbraucher, während der Handelskrieg zwischen den USA und China eskaliert. Die Materialkosten (d. h. Aluminium und Stahl) sind deutlich gestiegen, was das Interesse der Verbraucher reduziert, den Umsatz verlangsamt und das Unternehmen gezwungen hat, seine Jahresprognose leicht zu senken.

Allerdings haben wir dieses Spiel mit Whirlpool schon oft gesehen. Es ist ein zyklisches Unternehmen und erreicht seinen Höhepunkt in der Regel weit vor der US-Wirtschaft und seinen Tiefpunkt, bevor die Dinge am schlimmsten sind. Die Verbraucher haben traditionell die Bereitschaft gezeigt, Preiserhöhungen innerhalb von zwölf bis 18 Monaten zu akzeptieren, sodass die Befürchtungen eines weiteren Umsatzrückgangs wahrscheinlich übertrieben sind. Darüber hinaus sollte der Vorstoß von Whirlpool in Asien in den letzten Jahren dazu beitragen, die Schwäche des nordamerikanischen Marktes etwas auszugleichen.

Du musst dich fragen: An welchem Punkt wird eine Value-Aktie zu billig? Persönlich denke ich, dass das bei Whirlpool der Fall ist.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 20.11.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Celgene.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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