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Rohstoffaktien: Ein extrem ineffizienter Markt?

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
30.11.2018, 11:29  |  706   |   |   

Die Bewertungen vieler Miningfirmen befinden sich auf historischen Tiefs. Der Einstieg von SSR Mining bei SilverCrest Metals zeigt aber, welchen Preis strategische Investoren zu zahlen bereit sind.

Mehr als 50 Prozent vorn

SilverCrest Metals (3,26 CAD | 2,17 Euro; CA8283631015) zeigt, dass man auch in diesen schwierigen Zeiten mit Rohstoffaktien Geld verdienen kann. Das kanadische Unternehmen entwickelt das Las Chispas-Silberprojekt im mexikanischen Bundesstaat Sonora. In diesem Jahr glänzte man durch exzellente Bohrergebnisse und konnte einige Neuentdeckungen auf der Liegenschaft vermelden. Doch hier passte auch das Gesamtpaket. Vorstandachef Eric Fier war zuvor mit SilverCrest Mines erfolgreich gewesen und hatte die nur 25 Kilometer entfernt liegende Santa Elena-Mine gebaut; es war bereits die sechste in seiner Karriere. Dementsprechend traut man Fier zu, auch SilverCrest Mines auf dieses Level zu heben. Allein in diesem Jahr konnte der Aktienkurs bereits um 50 Prozent zulegen.

SSR Mining steigt ein

Doch das ist nicht alles, denn nun gab SilverCrest Metals den Einstieg des Milliardenkonzerns SSR Mining bekannt. Für den Silberproduzenten schien das Projekt offenbar zu attraktiv auf diesem Bewertungsniveau. So erwarb SSR im Rahmen einer Privatplatzierung 8,22 Mio. Aktien zum Preis von 3,73 CAD. Das sind insgesamt rund 30,6 Mio. Dollar und ein deutlicher Aufschlag zum aktuellen Aktienkurs. Im Gegenzug hält SSR nun 9,9 Prozent an SilverCrest Metals. Damit füllt der Explorer nicht nur seine Kasse, sondern kann auch bei anderen Anlegern mit dem neuen Großaktionär punkten.

SilverCrest Metals

Ein ineffizienter Markt

Interessant ist allerdings, dass selbst nach Bekanntgabe des Deals der Aktienkurs unter dem Wert notiert, den SSR Mining zu zahlen bereit war. Dieser Fakt zeigt, dass derzeit am Rohstoffmarkt große Ineffizienzen vorliegen. Ein strategischer Investor wie SSR schätzt die Lage also ganz anders ein als der breite Markt. Erst vor zwei Wochen hatten wir dazu ein interessantes Gespräch mit einem Schweizer Großinvestor geführt, der schon seit mehr als drei Jahrzehnten in Miningfirmen investiert. Er selbst sieht diese großen Ineffizienzen für den Gesamtmarkt als Problem an. Denn inzwischen drohen diversen Märkten Angebotslücken. Es wird schlichtweg zu wenig investiert. Bei Silber mag die Lage noch einigermaßen stabil sein, doch selbst hier drohen Minenschließungen. Denn auf dem aktuellen Preisniveau arbeiten viele Produzenten unprofitabel (siehe hier). Zink führte unser Eidgenosse als bestes Beispiel an. Der Preis des Rohstoffs und in der Folge auch der jeweiligen Aktien fällt seit Jahresanfang steil ab. Allerdings sinken auch die Vorräte an der London Metall Exchange deutlich. Nur einmal in den vergangenen Jahren befanden sich die Bestände auf einem niedrigen Niveau als heute. Das war im Dezember 2007. Inzwischen schließen viele Minen, doch große neue Vorkommen sind nicht in Sicht. Ähnlich kann man übrigens auch in Sachen Kupfer oder Nickel argumentieren, wobei hier die Nachfrage aufgrund des Wachstums der Erneuerbaren Energien und des Elektroautobooms deutlich schneller zulegt (ausführlich hier).

Geduld mitbringen und Chancen nutzen

In solch einer Marktsituation müssen Anleger Geduld mitbringen und jene Aktien einsammeln, deren Wert vom Markt offenbar (noch) nicht gesehen wird. Von einem effizienten Markt, wie es die volkswirtschaftliche Theorie vorsieht, kann jedenfalls in Sachen Miningfirmen derzeit kaum die Rede sein. Eine ähnliche Geschichte wie SilverCrest Metals bringt auch Integra Resources (0,70 CAD; 0,47 Euro; CA45826T1030) mit. Auch hier war das Management zuvor erfolgreich gewesen und hatte mit Integra Gold ein Projekt soweit entwickelt, dass Eldorado Gold im vergangenen Jahr die Gesellschaft für 590 Mio. US-Dollar übernahm. Mit dem neuen Unternehmen hat sich das alte Management zwei Liegenschaften in Idaho gesichert. Für das Doppelprojekt Florida Mountain / DeLamar besitzt man bereits eine Ressourcenschätzung mit 3,543 Mio. Unzen Goldäquivalent im Status „inferred“. Im Q1 2019 plant man die Veröffentlichung einer neuen Ressourcenschätzung, die deutlich höher ausfallen dürfte, da man mit „Sullivan Gulch“ und „Henrietta“ gleich zwei neue Goldzonen auf den Liegenschaften entdeckt hat (mehr hier). Die Integra-Aktie notiert aktuell deutlich unter dem Preis der jüngsten Kapitalerhöhung. Dementsprechend bieten sich hier Chancen für längerfristig orientierte Anleger.

Integra Resources

Aktieninfo Integra Resources Corporation:

Börsenkürzel TSX-V: ITR
ISIN: CA45826T1030
Aktienkurs: 0,69 CAD | 0,47 Euro
Aktienzahl: 77.307.511
Optionen & Warrants: 6.723.651
Relevante Aktionäre: Management & Insider (14%), Kinross Gold (9,9%)

 

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