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3 Gründe, warum NVIDIA seine Dividende erhöhen sollte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
30.11.2018, 11:30  |  675   |   |   

30Die Aktien von NVIDIA (WKN:918422) stürzten am 16. November um fast 20 % ab, nachdem der Chiphersteller zum ersten Mal seit drei Jahren die Umsatzschätzungen nicht erfüllen konnte und eine schwache Prognose für das vierte Quartal abgab. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 21 % auf 3,18 Mrd. US-Dollar, verfehlte aber die Schätzungen um 60 Mio. US-Dollar, was das langsamste Wachstum seit über zwei Jahren darstellt. Das Nicht-GAAP-EPS stieg um 38 % auf 1,84 US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen um 0,13 US-Dollar.

Für das vierte Quartal rechnet NVIDIA mit einem jährlichen Umsatzrückgang von 7 % in der Mitte des Ausblicksbereichs, verglichen mit Erwartungen von 17 % Wachstum. NVIDIA führte den schockierenden Fehlschlag auf das Ende des Kryptowährungsbooms und die höheren Preise für mittelgroße Pascal-Grafikprozessoren zurück, was die Kernumsätze im Gaming-Bereich drosselte, die im Jahresvergleich um 13 % gestiegen, aber um 2 % sequentiell zurückgegangen waren.

Als Trostpreis erhöhte NVIDIA seine vierteljährliche Dividende um 7 % auf 0,16 US-Dollar pro Aktie, was einer Rendite von 0,4 % entspricht. Das ist eine geringe Auszahlung im Vergleich zu Chipherstellern wie Intel (WKN:855681) und Texas Instruments (WKN:852654), die Renditen von 2,5 bzw. 3,3 % zahlen. Ich denke, NVIDIA kann es sich aus drei einfachen Gründen leisten, seine Rendite auf ein vergleichbares Niveau zu steigern.

1. Eine lächerlich niedrige Ausschüttungsquote

Die Analysten erwarten, dass NVIDIA in diesem Geschäftsjahr (das am 28. Januar endet) einen Gewinn pro Aktie von 7,36 US-Dollar erzielen wird. Das Unternehmen zahlte in den letzten drei Quartalen 0,45 US-Dollar pro Aktie aus und seine jüngste Dividendenerhöhung wird die jährliche Ausschüttung auf 0,61 US-Dollar pro Aktie erhöhen – das sind nur 8 % des geschätzten Gewinns für das Jahr.

Zum Vergleich: Intel und Texas Instruments haben in den letzten zwölf Monaten 36 bzw. 52 % der Einnahmen ausgezahlt. Wenn NVIDIA stattdessen 50 % seiner Einnahmen als Dividende auszahlen würde, würde die erwartete Rendite auf 2,2 % steigen – was die Aktie für Dividendenanleger attraktiver machen könnte.

2. Eine gute Dividende schlägt einen schlechten Rückkauf

NVIDIA favorisiert Aktienrückkäufe im Vergleich zu Dividenden. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019 wurden 855 Mio. US-Dollar für Rückkäufe ausgegeben, aber nur 273 Mio. US-Dollar für Dividenden. Darüber hinaus genehmigte das Unternehmen weitere Rückkäufe in Höhe von 7 Mrd. US-Dollar, wodurch sich das Rückkaufprogramm bis Dezember 2022 auf 7,94 Mrd. US-Dollar erhöhte.

Die Aktien gingen in diesem Jahr jedoch um 15 % zurück, was darauf hindeutet, dass die Rückkäufe zeitlich schlecht geplant waren. Es gab bereits viele Warnhinweise – NVIDIAs Aktien befanden sich auf historischen Höchstständen, ihr KGV schwankte die meiste Zeit des Jahres zwischen 40 und 59, der Kryptoboom schien bei den Lagerbeständen und im Vorjahresvergleich gefährlich und der Halbleitermarkt sah sich einem zyklischen Rückgang gegenüber.

Daher war es für NVIDIA leichtsinnig und verschwenderisch, Aktien zurückzukaufen, sodass Barmittel besser für höhere Dividenden verwendet worden wären.

3. Die Zeiten des einfachen Wachstums sind vorbei

Die NVIDIA-Aktien haben 2017 einen Sprung von über 80 % hingelegt, und zwar aufgrund von drei Hauptmerkmalen: neuen High-End-Spielen und Kryptominern, die gleichzeitig die GPU-Nachfrage steigern, vernetzten Autos und dem Nintendo Switch, was den Verkauf von Tegra-CPUs anhob, sowie Unternehmen, die NVIDIAs High-End-Rechenzentrum-GPUs für Machine Learning und KI-Aufgaben kaufen.

Aber all diese Rückenwinde werden jetzt zu Problemen. Das nachlassende Interesse am Kryptomining, verstärkt durch die Konkurrenz von ASIC-basierten Minern, überschwemmt den Markt mit billigen GPUs. Viele Akteure haben ihre PCs bereits aufgerüstet und der Verkauf des Nintendo Switch verlangsamt sich.

Die Wachstumsprognosen bei selbstfahrenden Autos sind nach einer Reihe von Unfällen fraglich und NVIDIA sieht sich einem zunehmenden Wettbewerb auf dem Automobilmarkt durch Konkurrenten wie Intel und NXP Semiconductors gegenüber. Jüngste Datenschutzprobleme und Probleme mit dem Algorithmus bei Technologieriesen wie Facebook werfen ernsthafte Bedenken auf, wie weitreichend Aufgaben mit KI-Lösungen zu automatisieren sind. Auch das OEM- und IP-Geschäft verlor nach dem Auslaufen des Lizenzvertrags mit Intel im vergangenen Jahr 66 Mio. US-Dollar an Quartalsumsatz.

Das Umsatzwachstum in den wichtigsten Endmärkten in den letzten Quartalen zeigt eine klare Tendenz: Die Tage des einfachen und schnellen Wachstums sind vorbei und die Anleger sollten sich auf schwere Zeiten im nächsten Jahr vorbereiten.

Q4 2018 Q1 2019 Q2 2019 Q3 2019
Gaming 29 % 68 % 52 % 13 %
Professionelle Visualisierung 13 % 22 % 20 % 28 %
Rechenzentrum 105 % 71 % 83 % 58 %
Automotive 3 % 4 % 13 % 19 %
OEM und IP 2 % 148 % (54 %) (23 %)
Insgesamt 34 % 66 % 40 % 21 %

QUELLE: NVIDIA QUARTALSBERICHTE.

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