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Call auf Amazon Da steckt mehr drin

30.11.2018, 11:30  |  641   |   |   

Nach Amazon-Angaben war der Cyber Monday der umsatzstärkste Tag in der Firmengeschichte des Online-Händlers. Auch der Umsatz am Black Friday fiel höher aus als im Vorjahr. In den fünf Tagen von Donnerstag, Thanksgiving, bis Montag, dem Cyber Monday, bestellten Amazon-Kunden laut dem Konzern rund 180 Millionen Produkte. Zu den konkreten Umsätzen äußerte sich Amazon nicht. Die Tage um Thanksgiving läuten die Händler mit hohen Rabatten ein, um einen großen Anteil des Vorweihnachtsgeschäfts auf sich zu ziehen.

Rabattschlacht gewonnen

Im deutschen Online-Handel wurden laut Handelsverband HDE im Jahr 2017 insgesamt Waren im Wert von knapp 49 Milliarden Euro verkauft. Amazon steht mit einem Anteil von 46 Prozent an der Spitze. Auf den Amazon-Marktplatz, auf dem andere Händler Waren anbieten können, entfiel ein Viertel der Umsätze. In den USA sind die Amazon-Zahlen noch beeindruckender: Dort sollen die Online-Umsätze in diesem Jahr umgerechnet rund 465 Milliarden Euro erreichen, fast zehnmal so viel wie in Deutschland und knapp die Hälfte über Amazon.

Doch Amazon ist auch in anderen Bereichen aktiv. Amazons Cloud-Dienst AWS gab vor kurzem bekannt, den Empfang von Satellitenbildern und Geodaten für Unternehmen drastisch verbilligen zu wollen. Satellitenbilder sind schwierig zu verarbeiten und noch schwieriger zu empfangen. Mit dem neuen Dienst AWS Ground Service sollen Kunden nur noch zahlen, wenn sie die Antennenstationen auch tatsächlich nutzen. Einer der davon profitieren möchte, ist Digitalglobe. Bereits seit den 1990er Jahren bietet der Anbieter Satellitenfotos an.

Griff nach den Sternen

Mit neuen Dienstleistungen wie dem Ground Service versucht AWS, den bisherigen Weltmarktanteil von 32 Prozent auszubauen. Dabei hat Amazon schon jetzt einen deutlichen Vorsprung vor Konkurrenten wie Microsoft (17 Prozent) oder Google (acht Prozent). Cloud-Computing gilt als hochattraktiv, margenstark und das am schnellsten wachsende Segment in der IT-Industrie. Marktforscher rechnen für die gesamte Cloud-Industrie mit einem Wachstum von 305 Milliarden (2018) auf 411 Milliarden US-Dollar (2020).

AWS, auf dessen Dienste Unternehmen wie Netflix und Dropbox zurückgreifen, wies im Jahr 2017 einen Umsatz von 17,5 Milliarden US-Dollar (plus 45 Prozent zum Vorjahr) aus. Amazon insgesamt verdiente 177,9 Milliarden US-Dollar (plus 31 Prozent zum Vorjahr). Auf das Cloud-Geschäft entfällt also ein Anteil am Umsatz von zehn Prozent, zum Gewinn trägt dieser Bereich aber bereits einen größeren Anteil bei. Tendenz steigend, doch wird Amazon auch bei vielen Anlegern meist nur als ein Online-Händler gesehen. Das täuscht.

Wieder 2000 US-Dollar?

Auch wegen AWS kletterte die Aktie hoch und höher. 1000 US-Dollar im Oktober 2017 nachhaltig überwunden, 2000 US-Dollar im September 2018 erstmals erreicht. Als die Technologiewerte unter Beschuss gerieten, gab die Aktie bis 1500 US-Dollar nach. In diesem Bereich scheint eine Unterstützung zu bestehen, von dort konnte sich die Aktie zuletzt wieder erholen. Ein erneuter Anlauf auf die fabulöse Marke von 2000 US-Dollar scheint möglich, erst recht, wenn die 200-Tage-Linie überwunden werden kann.

Amazon (Tageschart in US-Dollar)

Tendenz:

Amazon (Wochenchart in US-Dollar)

Wichtige Chartmarken

Widerstände: 1690 // 1696 // 1784 // 2033
Unterstützungen: 1601 // 1524 // 1476 // 1420

Mit einem Call-Optionsschein (WKN SC7UMF) können risikofreudige Anleger, die von einer steigenden Amazon-Aktie ausgehen, überproportional profitieren. Der klassische Optionsschein mit einem Basispreis bei 1600 US-Dollar und einer Fälligkeit am 15.03.2019 könnte eine Rendite von 125 Prozent erzielen, wenn die Aktie bis zum Laufzeitende auf 2000 US-Dollar steigt. Sollte sie höher steigen oder das Ziel vorzeitig erreichen, könnte sie eine höhere Rendite erzielen.

Zu beachten ist: Falls die Amazon-Aktie am Bewertungstag unter 1600 US-Dollar schließt, verfällt der Optionsschein wertlos. Sonst wird die Differenz zwischen Kurs und Basispreis zum Bezugsverhältnis von 0,01 ausbezahlt. Um aktuell einen Gewinn zu erzielen, müsste die Aktie am Bewertungstag um 1777 US-Dollar (Break-Even-Punkt) schließen. Ein Ausstieg aus der spekulativen Idee könnte aktuell erwogen werden, sollte die Aktie unter 1500 US-Dollar fallen.

Strategie für steigende Kurse
WKN: SC7UMF Typ: Call-Optionsschein
akt. Kurs: 1,55 – 1,56 Euro Emittent: Société Générale
Basispreis: 1600,00 US-Dollar Basiswert: Amazon
akt. Kurs Basiswert: 1667,17 US-Dollar
Laufzeit: 15.03.2019 Kursziel: 3,51 Euro
Omega: 6,1 Kurschance: + 125 Prozent
Quelle: Société Générale

Optionsschein-Report: IBM

Unsere Mitte Oktober vorgestellte Optionsschein-Idee, mit der WKN DM74C6 auf eine fallende IBM-Aktie zu setzen, erhöhte ihren Gewinn. Der klassische Put-Optionsschein mit einem Basispreis von 130 US-Dollar und einer Fälligkeit am 13.03.2019 notiert zur Stunde zum Geldkurs von 1,05 Euro und liegt mit 52 Prozent im Plus. Nach einem Tief bei 114,09 US-Dollar bewegt sich die Aktie weiter in der unteren Region. Erst über 125 US-Dollar könnte sie sich erholen. Wer den Gewinn nicht mitnehmen, sondern in der Erwartung einer fallenden IBM-Aktie in der spekulativen Position investiert bleiben möchte, beachtet, dass der Optionsschein wertlos verfällt, wenn die Aktie am Bewertungstag über dem Basispreis von 130 US-Dollar schließt. Ansonsten wird die Differenz zwischen Kurs und Basispreis zum Verhältnis von 0,1 ausbezahlt.

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