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Aktienkurse Panikmache und Herdentrieb: Gegenmittel gefunden?

30.11.2018, 12:58  |  11892   |   |   

US-Börsenexperte John Mauldin warnt aktuell davor, dass sich die Aktienkurse halbieren könnten. "Die Zeit der Panikmacher bricht an", schreibt Werner Grundlehner von der "NZZ" und findet ein recht plausibles Gegenmittel, das in guten und schlechten Börsenzeiten Rendite schaffen soll.

"Handelsblatt"-Journalisten haben den US-Börsenexperten John Mauldin nach seiner Markteinschätzung gefragt. Mauldin lässt sich nicht lange bitten und warnt im Hinblick auf den Aktienmarkt: "Es wird eine große Anpassung geben, weil wir das Kernproblem während der vergangenen Jahre nicht beseitigt haben: zu hohe und weiterwachsende Verschuldung", so Mauldin.

"Die nächste Krise kann am Markt für US-Hochzinsanleihen ausbrechen, auch wenn ich es für möglich halte, dass der Startschuss für die Talfahrt anderswo fällt, etwa in Italien", so eine der Kernaussagen von Mauldin. Ein Blutbad an den Börsen wäre bei einem Zusammenbruch des Anleihen-Marktes die Folge, so Mauldin. Und weiter: "Aktienkurse können sich wie 2008 halbieren".

NZZ-Journalist Werner Grundlehner hält dagegen und schreibt, dass zahlreiche Strategen im Rampenlicht vor einer Korrektur gewarnt hätten. Und weiter "Dabei darf man nicht vergessen, dass sie dies schon lange tun und lange danebenlagen".

"Die Panik ist ein gutes Geschäft", zitiert Grundlehner den Börsen-Papst André Kostolany. Einige Marktteilnehmer seien daran interessiert, dass Panik herrsche. Dazu gehörten Leerverkäufer, die auf günstige Kurse schielen oder Börsenbetreiber und Vermögensverwalter, die Interesse daran hätten, wenn etwas "liefe".

"Man muss sich vor Augen halten, dass die Crash-Propheten so oft und so sehr danebenliegen wie die Optimisten. Doch liegt man einmal richtig, kann man lange davon zehren, und Fehler gehen vergessen", so Grundlehner. Er rät Anlegern, statt nur die Titel die ganzen Berichte der Strategen zu lesen, um die Hintergründe besser zu verstehen.

Letztendlich dürfe man erfolgreiches Investieren nicht mit "buy and hold" verwechseln, meint Grundlehner. Das Gegenmittel für 'Herdentrieb' und 'Panikmache' liegt für ihn auf der Hand: "Disziplin ist gefragt. Sind die Kursziele erreicht, die man sich beim Kauf gesetzt hat, gilt es, diese zu realisieren. (...) Zu jeder Zeit ist an den Börsen Disziplin gefragt und nicht Herdenverhalten – ob es nach oben oder nach unten geht", so Grundlehner.

Quellen:

NZZ

Handelsblatt



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Kommentare

"Er/ich hat/habe den Crash ... vorausgesagt" hät sich eben länger im Gedächnis als das Gegenteil davon. Diesen Lob oder Eigenlob hört man noch heute, 10 Jahre nach 2008.

Spätestens wenn diese Herren dann ihren eigenen Fonds am laufen haben, merkt man, dass sie eben auch nur mit Wasser kochen. ;)

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