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ROUNDUP 2 Kryptogeld-Werbung: Hohe Strafen für Boxer Mayweather und DJ Khaled

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
30.11.2018, 15:10  |  617   |   |   

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WASHINGTON (dpa-AFX) - Superstars wie Paris Hilton und Mike Tyson befeuerten mit umstrittenen Promo-Aktionen den Krypto-Boom. Nun hat die US-Börsenaufsicht SEC erstmals Prominente wegen unlauterer bezahlter Werbung für dubiose Geschäfte mit digitalen Währungen bestraft. Der ehemalige Box-Champion Floyd Mayweather und der Hip-Hop-Star DJ Khaled akzeptierten bei einem Vergleich Bußgelder in Höhe von 300 000 beziehungsweise 100 000 Dollar, wie die Behörde am Donnerstag (Ortszeit) in Washington mitteilte.

Zudem zahlen Mayweather und Khaled laut SEC weitere 300 000 beziehungsweise 50 000 Dollar, diese Beträge sollen ihnen ihre Promo-Aktionen für Krypto-Coins eingebracht haben. Die beiden bewarben laut der Behörde über ihre Social-Media-Kanäle "Initial Coin Offerings" (ICOs), ohne offenzulegen, dass sie dafür bezahlt wurden. Der ehemalige Box-Weltmeister hatte beispielsweise vor einem ICO getwittert: "Ihr könnt mich ab jetzt Floyd Crypto Mayweather nennen".

ICOs sind sogenannte digitale Börsengänge. Start-ups können damit bei Investoren Geld für Projekte einsammeln, indem sie Kryptowährungen (Coins) ausgeben und diese versteigern. Diese weitgehend unregulierte Art der Mittelaufnahme ist jedoch schon länger höchst umstritten und wurde laut US-Aufsehern in vielen Fällen zum Betrug genutzt. Die SEC hat deshalb bereits mehrfach Warnungen herausgegeben.

Auch beim sogenannten Centra ICO, den Mayweather und Khaled angepriesen hatten, ging es der Behörde nach nicht mit rechten Dingen zu. Die SEC hatte die drei Köpfe hinter dem Projekt bereits im April wegen Wertpapierbetrugs verklagt. Sie sollen mit falschen Versprechen 32 Millionen Dollar am Kapitalmarkt ergaunert haben und müssen sich in den USA sowohl zivil- als auch strafrechtlich verantworten.

Mayweather und Khaled sindnicht die einzigen Promis, die ihre Namen für Kryptogeld hergaben. Auch Hotelerbin Paris Hilton, der Oscar-prämierte Schauspieler Jamie Foxx oder Rapper Ghostface Killah vom Wu-Tang Clan machten Werbung für ICOs. Der frühere Boxweltmeister Mike Tyson promotete bereits 2015 die "Bitcoin Revolution" und wollte später mit einer nach ihm benannten App vom Boom profitieren.

Der SEC könnte durchaus noch weitere Stars bestrafen - die Untersuchungen dauern an. "Anleger sollten skeptisch sein bei Investmentratschlägen, die auf Social-Media-Plattformen gepostet werden, und keine Entscheidungen auf Basis von Empfehlungen von Prominenten treffen", warnte SEC-Co-Direktor Steven Peikin. "Social Media Influencer" seien oft bezahlte Promoter, keine Finanzprofis.

Befeuert vom Rummel um Bitcoins - dem bekanntesten Spekulationsobjekt unter den Kryptowährungen - war der Markt für digitales Geld 2017 heißgelaufen und auch ICOs lagen stark im Trend. Mittlerweile ist der Hype vorbei und viele Anleger, die zu spät einstiegen, haben heftige Verluste erlitten. Der Bitcoin-Preis ist seit Ende 2017 von einem Rekordhoch bei rund 20 000 auf zuletzt unter 4000 Dollar gefallen.

ICOs gelten an den Finanzmärkten mittlerweile als verpönt. Die meisten der zahlreichen kleinen Digitalwährungen fristen neben den bekannteren Schwergewichten wie Bitcoin, Ether oder XRP ein noch kümmerlicheres Dasein. Viele von ihnen werden sogar in der Szene selbst inzwischen verächtlich als "Shitcoins" bezeichnet./hbr/DP/tos

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