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Der Black Friday-Fehler von Facebook ist eine großartige Nachricht für Amazon

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
30.11.2018, 17:00  |  589   |   |   

Facebook (WKN:A1JWVX) sollte laut einer Umfrage des Werbesoftwareunternehmens Nanigans 18 % aller digitalen Werbeausgaben von US-Händlern während des langen Wochenendes vom Black Friday bis Cyber Monday bekommen. Es wurde erwartet, dass Facebook den zweiten Platz hinter Alphabets (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H) Google belegen sollte, das voraussichtlich 35 % dieser Ausgaben erwirtschaften sollte. Schließlich schaffte Facebook jedoch nur etwas mehr als die bei Amazon (WKN:906866) prognostizierten 15 %.

Leider hatte Facebook während des entscheidenden Shopping-Wochenendes mit verschiedenen Ausfällen auf den Werbeplattformen zu kämpfen. Die Ausfälle dauerten stundenlang an und betrafen Anzeigen auf Facebook, Messenger und Instagram. Das Unternehmen gab an, dass seine bestehenden Anzeigen geliefert wurden, gab aber zu, dass es mit „vorübergehenden“ Problemen konfrontiert war, die die Werbetreibende daran hinderten, neue Werbekampagnen zu erstellen oder zu bearbeiten. Die Werbetreibenden beschwerten sich auch darüber, dass sie während des Feiertags-Wochenendes das Support-Team von Facebook nicht erreichen konnten.

Dies ist ein weiterer peinlicher Rückschlag für Facebook, das 99 % des Umsatzes mit Anzeigen erzielt, aber mit einer wachsenden Zahl von Problemen hinsichtlich der Verwaltung, Datennutzungsrichtlinien und Sicherheitsprobleme konfrontiert ist. Es könnte eine einmalige Gelegenheit für Amazon sein, um Anzeigen über seine Websites und Hardwaregeräte zu verkaufen.

Warum der Verlust von Facebook der Gewinn von Amazon ist

Laut Ric Calvillo, CEO von Nanigans, beginnt fast die Hälfte der US-Verbraucher ihre Produktsuche bei Amazon. Da sich die Besucher von Amazon auf der Website befinden, um einzukaufen, ist es für das Unternehmen sinnvoll, die Produkte direkt über sein Netzwerk zu bewerben.

Amazon verwendet gezielte Anzeigen, sie basieren jedoch hauptsächlich auf dem Browserverlauf eines Käufers oder früheren Einkäufen anstelle der von Facebook und Google verwendeten personenbezogenen Daten. Daher halten viele Werbetreibende und Verbraucher die Anzeigen von Amazon wahrscheinlich für weniger invasiv (aber effektiver) als die zielgerichteten Anzeigen von Facebook oder Google. Das ist vermutlich der Grund, warum einige Werbetreibende angeblich mehr als die Hälfte ihrer Google-Werbegelder in diesem Jahr zu Amazon verlagert haben, laut einem vor kurzem veröffentlichten CNBC-Bericht, der zwei Medienagenturen zitiert.

Für das Gesamtjahr erwartet eMarketer, dass die Werbeeinnahmen von Amazon in den USA um 145 % jährlich auf 4,6 Milliarden US-Dollar steigen werden, was dem Unternehmen einen Anteil von 4,1 % am digitalen Anzeigenmarkt in den USA verschaffen und es hinter Google und Facebook auf den dritten Platz bringen würde. In der Zwischenzeit deuten die aktuellere Umfrage von Nanigans und die jüngsten Probleme von Facebook darauf hin, dass die Prognose von eMarketer zu konservativ sein könnte.

Das Wachstum des Werbegeschäfts von Amazon bedroht sowohl Online-Werbeplattformen wie Facebook als auch traditionelle Einzelhändler, da das Unternehmen sein Einzelhandelsgeschäft mit der Werbung bündeln kann. So bündelt Amazon beispielsweise bereits Anzeigenprodukte – wie Sponsored Product Placements, Headline-Suchanzeigen und Display-Anzeigen – mit den „Amazon Stores“ (die mit markenspezifischen URLs verknüpft sind). Diese Strategie lockt den Einzelhandel und vergrößert den Schutz gegen konkurrierende Online-Werbeplattformen.

Amazon gibt nicht genau an, wie viel Umsatz das Unternehmen mit den Anzeigen pro Quartal erzielt. Die „sonstigen“ Einnahmen (mit Amazon Advertising und anderen kleineren Sparten) stiegen jedoch im letzten Quartal um 122 % im Jahresvergleich und machten 9 % der Umsätze aus. Für die Zukunft dürfte das Wachstum von Amazon Advertising oberste Priorität haben, da es neben der Cloud-Plattform Amazon Web Services (AWS) zu einem zweiten margenstarken Geschäft werden würde. Das Wachstum dieser beiden margenstärkeren Geschäftsbereiche würde die Profitabilität steigern und die niedrigeren Margen auf den Online-Marktplätzen ausgleichen.

Facebook, reiß dich zusammen

Die Probleme von Facebook haben sich in den letzten zwei Jahren verschärft. Der Cambridge Analytica-Skandal und andere Datenschutzverletzungen schadeten dem Image, und die Versuche, Nachrichtenseiten an die Plattform anzubinden, führten zur Verbreitung gefälschter Nachrichten. Ein aktueller Bericht der New York Times enthüllte einen beunruhigenden Mangel an Verantwortlichkeit und Unternehmensethik von CEO Mark Zuckerberg und COO Sheryl Sandberg. Die Rücktritte wichtiger Führungskräfte – einschließlich des Sicherheitschefs und der Gründer von Instagram – warfen Zweifel über die Zukunft auf.

Einige Facebook-Investoren, darunter auch ich, sind immer noch der Meinung, dass das Unternehmen ein großes langfristiges Wachstumspotenzial hat und dass die Aktie günstig aussieht. Leider deutet Facebooks Black Friday-Disaster darauf hin, dass das Unternehmen am meistbesuchten Shopping-Wochenende des Jahres nicht in Fahrt kommen konnte. Wenn Facebook immer wieder solche großen Fehler macht, könnte das Unternehmen von Amazon als zweitgrößte Werbeplattform in Amerika überholt werden.

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