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Verdopplungspotenzial: Wenn,.... Mobile Sicherheit für das Depot?

Gastautor: Volker Glaser
01.12.2018, 00:18  |  916   |   |   

Cyan ist ein Anbieter von White-Label IT-Sicherheitslösungen. Im Fokus stehen mobile Sicherheitslösungen für die Endkunden von Mobil- und Festnetzinternetanbietern (MNO, ISP), virtuellen Mobilfunkanbietern (MVNO), Unternehmen der Versicherungs- und Finanzindustrie sowie staatliche Institutionen. Das Unternehmen stellt die eigene Lösung den Kunden als White-Label zur Verfügung. Mobilfunkunternehmen kaufen die Lösung bei Cyan ein und präsentieren sie bei den eigenen Kunden als eigenes Produkt.

Wie uns Firmenchef Peter Arnoth im Hintergrundgespräch erläutert, werden den Kunden 2 Varianten angeboten. Entweder kauft das Mobilfunkunternehmen das Produkt bei Cyan quasi als Lizenz und bietet es den Kunden als Zusatzdienst an oder der Kunde entscheidet selbst, ob er einen netzintegrierten Schutz haben möchte, ohne dafür eine Lösung separat herunterladen zu müssen. Bei letzterem Modell partizipiert Cyan von jedem Endkundenumsatz anteilig über ein Revenue-Share-Modell. Entscheidet sich ein Anbieter mit mehreren Millionen Mobilfunkkunden für Cyan, bedeutet dies der Schub in ganz neue Dimensionen. Laut Arnoth befindet sich Cyan mit mehreren potenziellen Großkunden in vielversprechenden Gesprächen.

Der Markt für mobile Sicherheitslösungen ist umkämpft; aber er ist zweifelsfrei ein Wachstums- und Zukunftsmarkt. Mit prominenten Namen wie Norton oder Kaspersky ist die Branche gut besetzt. Inhaltlich ist es natürlich schwierig, sich mit der eigenen Softwarelösung zu differenzieren. Wesentlicher Unterschied: „Die bekannten Unternehmen aus unserer Industrie wollen ihre eigene Software unter ihrem Namen verkaufen. Unsere Lösung ist bereits auf den Datencentern der Betreiber installiert“, sagt Arnoth. Der Kunde muss die Lösung von Cyan dann nur noch aktivieren. Das kostet lediglich ein paar wenige Euro im Monat extra und wird über die Mobilfunkrechnung abgerechnet. Neben Mobilfunkanbietern hat der CEO hat auch Versicherer und Banken im Fokus. Bei Versicherungen bietet Cyan Produkte für Datensicherungen an, und bei Banken ist es das Ziel, die Banking-App vor Cyberangriffen zu schützen.

Das Unternehmen war beim Umsatz bisher noch klein; dafür aber schon gut profitabel. Im Sommer 2018 ist Arnoth ein echter Coup gelungen, durch den die Firma eine große Chance hat, deutlich schneller in neue Dimensionen zu wachsen als zum Börsengang im März 2018 geplant. Mit dem Mehrheitserwerb der I-New Unified Mobile Solutions AG konnte Cyan die Reichweite bei Mobile Virtual Network Operators (MVNO) signifikant ausbauen. I-New bietet Technologie- und Servicelösungen und MVNO-Plattformen an. Das Unternehmen zählt über 40 MVNOs zu ihren Vertragspartnern mit zusammen über 5.5 Mio. Endkunden. Gekauft hat Arnoth die Mehrheit an I-New von der österreichischen Novomatic. Für den milliardenschweren Glücksspielkonzern war I-New nur ein Randbereich, in den zwar über die Jahre viel Geld investiert wurde, aber die Geschwindigkeit nicht auf die Straße gebracht wurde. Cyan hat den Sitz in München, agiert operativ aber aus Österreich. Arnoth selbst ist Österreicher, der seine Kontakte entsprechend gut für das Unternehmen genutzt und bei I-New zugeschlagen hat. „Wir sind mit dem Kauf sehr zufrieden und die bisherige Entwicklung der Integration und Fortführung entwickelt sich besser als von uns erhofft.“ Für einen Anteil von über 80 % hat Cyan über 17 Mio. Euro als Gesamtpaket inklusive Schulden bezahlt. Die Umsatz-Synergien schätzt der Firmenchef auf mindestens 6 Mio. Euro pro Jahr, die zügig realisiert werden. „Wir erwarten einen raschen Payback der Transaktion. Das können wir schon wenige Monate nach der Übernahme mit Sicherheit sagen.“

Mit einem Börsenwert von fast 200 Mio. Euro ist das Unternehmen angesichts der bisher berichteten Zahlen auf den ersten Blick knackig bewertet. Auf Basis der Konsolidierung für I-New für volle 12 Monate erwartet der CEO in 2018 indes bereits einen Umsatz über 20 Mio. Euro und ein EBITDA von mehr als 7 Mio. Euro. 2019 folgt das Jahr der Entscheidung. Operativ und im Zahlenwerk. Arnoth hat eine potenzielle Kundenliste von über 100 Unternehmen. „Bei einigen sind wir auf der Zielgeraden“. In den nächsten 6 Monaten wird die Visibilität zur Zielerreichung 2019 deutlich zunehmen. Cyan muss entsprechend neue Kunden gewinnen und operativ überzeugen, um die Bewertung zu rechtfertigen. „Wir sind uns darüber bewusst und lassen uns an unserer Prognose für das Jahr 2019 messen. Gleichwohl sind wir überzeugt davon, dass wir 2019 einen Umsatz von 35 Mio. Euro und ein EBITDA von mindestens 20 Mio. Euro erreichen werden.“ Perspektivisch hält Arnoth ein Umsatzpotenzial für Cyan von über 100 Mio. Euro für machbar. Neben der Gewinnung von Mobilfunkkunden will Arnoth zudem in den nächsten Wochen 2 größere US-Banken und 1 größere Versicherung als Neukunde für Cyan gewinnen.

Arnoth und seine Truppe befinden sich in Gesprächen mit über 100 potenziellen Kunden. Sollte der CEO etwa 25 % davon gewinnen, wächst Cyan in ganz neue Dimensionen. Dann wäre die aktuelle Bewertung auch nicht teuer, sondern sogar eher günstig. An der Gesellschaft ist übrigens C-Quadrat-Gründer und Deutsche Bank-Aufsichtsrat Alexander Schütz mit über 33 % beteiligt. Die Aktie ist sehr reizvoll und hat Verdopplungspotenzial, wenn Cyan liefert.

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Wertpapier
CYAN


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