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Kommentar: Hanf und die Mörderdroge

Gastautor: w:o Gastbeitrag
03.12.2018, 11:56  |  1055   |   |   

In Zeiten von Dürre, CO2-Konflikten und Landwirtschaftskrise wundert es sehr, warum eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt erst langsam wieder auf das politische und wirtschaftliche Tableau kommt. 

Wie konnte es dazu kommen, dass eine nachweislich kulturell und industriell wertvolle Pflanze derart diskreditiert wurde, dass man Jahrzehnte nicht darüber in der Öffentlichkeit sprechen konnte, ohne schräg angeguckt zu werden? 

Ein historisches Segelschiff benötigte an die fünf Tonnen Roh-Hanf für Takelage, Segel und Dichtungen, die ersten Bibeln wurden auf Hanfpapier gedruckt, das Öl der Hanfpflanze als Bestandteil von Ölfarben und -Lacken und als Brennstoff in Lampen hat die ersten Weltkonzerne hervorgebracht; ganz zu schwerigen von dem hohen medizinischen Nutzen, der heute von Experten weltweit wieder attestiert wird. Es ist beachtlich, wie schnell und spurenlos diese Tatsachen aus dem kollektiven Bewusstsein verschwunden sind. 

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Der Grund ist erschreckend eindimensional: Eine US-Amerikaner hat in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit industrieller Hilfe die Weichen dafür gestellt. Dessen Name war Harry Anslinger, ein bekennender Rassist. Es war nicht so, dass Hanf damals alternativlos war. Bereits Jahrzehnte vor dessen Verdrängung war Hanf gegenüber Industrie-Produkten unpopulär, denn dessen Anbau, Ernte und insbesondere dessen Verwertung zu Textilien, Seilen und Öl konnte nur manuell erfolgen - es fehlten effiziente maschinelle Verfahren. Gleichzeitig war die Wertschöpfung für andere Produkte, wie Erd-Öl, Papier aus Baumholz und die entsprechenden chemischen Aufschluss-Verfahren sowie andere synthetische Produkte im Beginn des industriellen Zeitalters lukrativer. Trotz dessen mussten Landwirte in diversen Industrienationen ihre Steuern damals noch natural mit Hanf bezahlen. Dann schuf Anslinger 1937 mit industriellen und politischen Seilschaften den "Marihuana Tax Act", ein Steuerkorsett, dass die Verwendung der Hanfpflanze in den USA extrem verteuerte - der Sargnagel für die erste Hochphase der Hanfpflanze in der Menschheitsgeschichte. 

Die Bekenntnis zum Hanf flammte noch einmal kurz auf, als die Kriegsproduktion für den zweiten Weltkrieg auf beiden Seiten des Atlantiks dringend Rohstoffe benötigte. Dabei wurde versucht die Gunst der Öffentlichkeit schnell mit kleinen Heftchen "Die Hanf-Fibel" oder Filmen wie "Hemp for Victory" wieder zu gewinnen, doch mit wenig Nachhaltigkeit. Nach dem zweiten Weltkrieg war der Hanf bereits Geschichte - die vom verlorenen Krieg erniedrigten Deutschen trugen lieber "weiße Hemden" aus Nylon - einer Deutschen Erfindung, die dann allerdings in den USA als einstige Reparationsleistung vergoldet wurde. An die Stelle von Hanf traten petrochemische Erzeugnisse, Naturprodukte sollten in Vergessenheit geraten.  

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Harry Anslinger wurde dann schnell der erste und alleinige UNO-Drogenbeauftragte mit weltweiten Befugnissen. Das Drogendogma "Marihuana die Mörderdroge" wurde aus den USA heraus propagandistisch auf der Erde verbreitet und dominierte bis in die 90er Jahre sämtliche Assoziationen mit der Hanfplanze. Die Argumente der Verdrängung stellten die Pflanze nicht unter dem allgemeinen Begriff "Hanf" an den Pranger, sondern griff beängstigende Bezeichnungen auf, wie das mexikanisch-klingende "Marihuana" oder das Abstrakte "Haschisch" - beides nichts weiter als andere Begriffe für Hanf uns dessen Erzeugnisse. Die Propagandamaschine kam ins Rollen, um Hanf als Droge zu stilisieren, während die todbringende Alkohol- und Zigaretten-Sucht verherrlicht wurde und wird. 

Das bei Klempnern in Deutschland bis heute beliebte "Engelshaar" ist eine der letzten Überlieferung einer alten Anwendung, weil Hanf zur Dichtung von Rohrverbindungen nie durch ein synthetisches Erzeugnis ersetzlich war. Lange Zeit war dieses Stück Faser die letze Hoffnung für eine Rückbesinnung zum Hanf - alles andere als eine Mörderdroge.

Autor: Marlon Werkhausen

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