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Waffenstillstand sorgt für steigende Aktienkurse G 20 = Trump gegen alle

03.12.2018, 19:58  |  1050   |   |   

Die Welt blickte am Wochenende voller Spannung nach Argentinien, ein Land, das selbst hochverschuldet ist und am Tropf des IWF hängt. Die Ergebnisse des G 20 Treffens waren zwar enttäuschend, da es kein klares Bekenntnis zum freien Welthandel und zur Bekämpfung des Klimawandels gab, wobei man wieder einmal den Eindruck hatte, dass der US-Präsident Donald Trump die entscheidenden Figur war, die einen gemeinsame Absichtserklärung behinderte bzw. nicht möglich machte. Man einigte sich auf den kleinsten Nenner mit dem Bekenntnis zu einem „multilateralen Handelssystem“. Immerhin wurde zumindest bei dem G 20-Treffen ein Waffenstillstand beim Handelskrieg der USA gegen China und Europa beschlössen, worauf die Aktienkurse am 3. Dezember zunächst in die Höhe sprangen, vor allem bei Automobilaktien. Wie lange dieser Waffenstillstand anhält, ist aber fraglich.

G 20-Treffen enttäuscht trotz Waffenstillstand

 

Die Abschlusserklärung des G 20 Treffens in Argentinien war so allgemein und unverbindlich, dass es die Welt bei den dringenden Problemen der Welt nicht voranbringt, sei es freier Handel, sei es Migration und erst recht nicht beim Klimawandel, wo die USA dank Trump schon lange ausgeschieden sind und auch keine gemeinsame Erklärung zu erwarten war.

 

Gar nicht oder nur am Rande angesprochen wurde die Überschuldung vieler Länder, also das globale Verschuldungsproblem, was uns aber in den nächsten Jahren sehr beschäftigen wird, vor allem in Italien, aber auch in dem Austragungsland des G20 Treffens Argentinien. Positiv überraschend war, dass es so gewaltsame Protestaktionen wie beim letzten G20 Treffen in Hamburg nicht gab.

 

Protestwelle in Paris nimmt nicht ab, die Brutalität aber zu

 

Dafür spielen sich jetzt Hetzjagden der „Gelbjacken“, also der Protestbewegung gegen Macron, gegen die Polizei in Paris ab, wo die Gewaltbereitschaft gegen die Polizei offensichtlich schon sehr stark zugenommen hat. Die Gelbjacken fordern Steuersenkungen und eine Erhöhung des Mindestlohns. Auslöser der gewaltsamen Aktionen war die geplante Erhöhung der Benzinsteuer in Frankreich.

 

Die brutale Vorgehensweise und die brennenden Polizeiautos erinnern schon fast an einen Bürgerkrieg in Paris, Macron wird es auch schwer haben, im eigenen Land für Ruhe und Besonnenheit zu sorgen. Immerhin konnten sich die USA und China wohl darauf einigen, dass eine Verschärfung des Handelskriegs kurzfristig vermieden wird.

 

Kommen doch noch Importzölle für deutsche Autos?

 

Wie Trump aber mit den Importzöllen für europäische Autos in Zukunft verfahren wird, ist noch unklar. Man einigte sich zunächst auf einen Waffenstillstand beim US-Handelskrieg gegen China und die Europäische Union.  Das bedeutet aber auch, dass Trump weiter verhandeln und seinen Forderungen später  Nachdruck verleihen wird. Um eine Importsteuer in Höhe von 20 Prozent für deutsche Autos zu vermeiden, flogen die Chefs von VW, BMW und Daimler nach dem G20-Treffen ins Weiße Haus, um direkt mit Trump über die Folgen eines solchen Importzolls zu sprechen. Diesen Alleingang kritisierte wiederum  EU-Chef Jean-Claude Junker. BMW will eine neue Autofabrik in den USA bauen, um den Zoll auch in Zukunft zu umgehen.

 

Krim-Krise von Poroschenko bewusst geplant?

 

Auch die Lösung des Krim-Konflikts wurde nur am Rande bei G 20-Treffen diskutiert, wobei Russland wieder einmal als der "böse Bube" dargestellt wurde und nun mit weiteren Sanktionen vor allem der USA rechnen muss. Trump sagte das geplante  Treffen mit Putin ab. Gerade jetzt wäre aber ein intensiver und konstruktiver Dialog erforderlich, damit es nicht wieder einen neuen Krieg in der Ost-Ukraine gibt. Da die gefangen genommenen ukrainischen Soldaten noch nicht frei gelassen wurden und nun in Russland strafrechtlich vor Gericht kommen, muss Russland wohl nun mit neuen Sanktionen seitens der USA rechnen.

 

Genauso wie beim US-Handelskrieg wäre eine Deeskalation auch beim Ukraine-Konflikt und viel Besonnenheit jetzt wünschenswert, um einen unnötigen Krieg zu vermeiden. Aber vielleicht hat Putin auch recht und Poroschenko will unbedingt einen Krieg herbeiführen, um die Präsidentschaftswahl zu verzögern und den Ausnahmezustand aufzurufen.

 

Julia Timoschenko führt beim Wahlkampf in der Ukraine bei den Umfragen

 

Putin betrachtet die Aktion im Asowschen Meer als eine von dem ukrainischen Präsidenten geplante Provokation, der auch mit dem nun von Parlament beschlossen Kriegsrecht übertreibe. Poroschenko hat jetzt sogar die Reservisten einberufen. Die Zustimmung und das Vertrauen in den ukrainischen Präsidenten sinken aber immer mehr bei der Bevölkerung. Die Zustimmung liegt nach Umfragen bei unter 10 Prozent und im März finden in der Ukraine Präsidentschaftswahlen statt, wo Julia Timoschenko im Moment bei den Umfragen führt. Die Beliebtheit von Petro Poroschenko in diesem Jahr stark gesunken - zum einen wegen der Geschichte um seinen Malediven-Urlaub, zum anderen wegen der Verfolgung gegen den mittlerweile aus der Ukraine ausgewiesenen Michail Saakaschwili.

 

Weltbörsen reagieren erleichtert – Autoaktien stark gefragt

 

Die Aktienmärkte reagierten am 3. Dezember zunächst erleichtert über den Waffenstillstand beim US-Handelskrieg, denn dies war besser als eine zuvor befürchtete Verschärfung des Handelskriegs mit höheren Zöllen. Vor allem die Automobilaktien von Daimler und BMW waren am 3. Dezember stark gefragt. Sie stiegen im Hoch jeweils um über 5 Prozent im Kurs. Nach der langen Flaute zuvor kam Hoffnung auf, dass die Importzölle seitens der USA doch noch vermieden werden können.

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