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Bitcoin-Crash: Massive Verlustängste

05.12.2018, 07:16  |  1273   |   |   

Der Bitcoin verlor über 35% zwischen Mitte November und Ende November 2018 und dies wurde in dem Ausmaß von wenigen erwartet. Wie konnte es dazu kommen und wie argumentieren die Krypto-Spezialisten z.B. von Autonomous Next?

Von ihnen wird vor allem die Verbreitung neuer Krypto-Assets ins Feld geführt, die die Anwendungsfälle von Bitcoin reduzieren, zum anderen die Streitereien und Entzweiungen in der Entwicklerszene. Es wird aber auch geschlussfolgert, dass „je stabiler alternative Coins bei Zahlungen sind, desto weniger wird Bitcoin das Tauschmittel sein“ (Autonomous-Newsletter 19.11.18). Als Auslöser der Turbulenzen wurde der Hard-Fork (die Blockchain-Aufteilung) bei Bitcoin Cash am 15.November ausgemacht, bei dem sich ein Teil von Bitcoin-Cash abspaltete (ungefähr 10 – 20 % desselben), weil die alternativen Entwickler mit ihrem neuen Coin das ursprüngliche Protokoll verbessern wollten (schnellere Transaktionen und erhöhte Blockgröße) und es hierbei auch um persönliche Ambitionen großer Entwicklereinheiten geht. Es besteht ja immer die Hoffnung, mit dem neuen Protokoll so erfolgreich zu sein, dass man zum Kryptokönig aufsteigen kann.

Offensichtlich greifen solche Turbulenzen wegen der hohen Korrelation der Kyptowerte immer auch auf alle anderen Coins über – vor allem auf Bitcoin. Die massive Gefahr bei solchen Spaltungen besteht darin, das Netzwerk zu schwächen und damit die eigentliche Quelle des Erfolgs. Zur Finanzierung der Auseinandersetzungen werden natürlich auch Bitcoins benötigt und dies führt dann zu einer Abwärtsspirale beim Kurs.

Und hier sieht man was Entscheidendes: das Netzwerk braucht weniger Rechenleistung (die Hashrate sinkt) und das deutet auch darauf hin, dass sich bei den Bitcoinpreisen das Minen für viele Miner nicht mehr lohnt (vor allem für die großen Miningpools in China) und eine Marktbereinigung eintritt. Klar ist nach der Analyse von Autonomous aber auch, dass beim Ausscheiden von Minern die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, dass die verbleibenden Spieler wieder attraktiv entlohnt werden.

Was bedeuten die Turbulenzen nun? Zum einen zeigt diese massive Volatilität, dass der Markt noch sehr jung ist; die Spieler im Markt ringen immer noch um die besten Lösungen, denn die Kryptowährungen sind noch lange keine Konkurrenz zu den anderen Zahlungsanbietern und die Wertaufbewahrungsfunktion wird auch nicht gerade durch den Werteverfall bestärkt. Bedenklich ist in der Tat, dass bei dem Ringen (und den damit verbundenen Abspaltungen bei einem Coin – hier Bitcoin Cash) die Vorteile des Netzwerkes beeinträchtigt werden und die Öffentlichkeit in dem Glauben bestärkt wird, dass der Bitcoin keine wirkliche Geldalternative sein kann.

Weiterhin zeigen die letzten Wochen, dass die Prospekttheorie aus den Modellen von Kahnemann/Tversky Bedeutung hat (die Prospect-Theorie beschreibt das Verhalten, wonach der Anleger im Gewinnbereich risikoscheu und im Verlustbereich risikofreudig handelt); die Anleger waren sehr risikofreudig im Verlustbereich und es kam der Eindruck auf, dass der Markt kein Halten mehr findet.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist folglich die Haltung des Anlegers entscheidend: glaubt er an die Zukunft der Kryptowährungen, dann dürfte es Sinn machen wieder einzusteigen, oder er glaubt nicht daran, dann wird er nicht investieren. Insofern bleibt es sehr spannend.

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Kommentare

Der Werteverfall wird natürlich weitergehen. Ganz einfach, weil ein Bitcoin nichts wert ist. Manche denken immer noch, dass es sich dabei um eine Art Währung handelt, das ist aber nicht so!Währungen sind gesetzliche Zahlungsmittel, Bitcoins nicht. Dieses Kunstprodukt aus dem Computer hat einen Realwert von exakt Null! Ich kann nur jedem raten, Kasse zu machen und den Blödsinn verkaufen, solange noch Verrückte so viel Geld - echtes Geld! - dafür ausgeben wollen.RS

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