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BMW, Daimler und VW mit glanzvollem Wochenstart: Warum sich Investoren nicht zu früh freuen sollten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
05.12.2018, 09:00  |  315   |   |   

Die Aktien der deutschen Autobauer gehörten zum Wochenbeginn definitiv zu den größeren Gewinnern in einem zugegebenermaßen starken Gesamtmarkt. Mit Kursanstiegen zwischen knapp 3 % und knapp 5 % zählten die Aktien von BMW (WKN: 519000), Daimler (WKN: 710000) und VW (WKN: 766403) am Montag zu den stärksten Vertretern in unserem heimischen Leitindex, dem DAX.

Als Gründe für diese regelrechte Rallye dürften wohl eine ganze Reihe positiver Nachrichten rund um Handelsbeziehungen und Handelskonflikte herhalten.

Aber langsam. Werfen wir zuerst einen Foolishen Blick auf die aktuellen News, ehe wir überlegen, weshalb sich Investoren von Autoaktien besser nicht zu früh freuen sollten.

Eine ganze Reihe von Zeichen der Entspannung

Um die aktuelle Entwicklung im stark exportabhängigen Automobilsegment auszudrücken, fällt mir momentan kein besseres Wort ein als das folgende: Entspannung. Denn viele der aktuellen Meldungen werden momentan dahin gehend interpretiert, dass sich in den aktuell von Handelskonflikten belasteten Zeiten allmählich die Wogen glätten könnten.

So werden derzeit beispielsweise Meldungen vernommen, dass sich US-Präsident Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping allmählich annähern könnten. Trump twitterte im Nachgang des G20-Gipfels vom vergangenen Wochenende, dass China bereit wäre, die aktuellen Abgaben auf US-Autoimporte von derzeit 40 % zu reduzieren und abzubauen.

Auch wenn offizielle Bestätigungen noch ausstehen und sich China noch nicht zu diesem Vorpreschen des US-Präsidenten geäußert hat, dürfte das als starkes Zeichen der Entspannung gewertet werden. Vor allem könnte es aber auch den deutschen Autobauern helfen, die oftmals in den USA produzieren, ihre fertigen Automobile jedoch teilweise nach China verschiffen, um sie dort abzusetzen.

Als zweites hoffnungsvolles Zeichen für eine Entspannung bei den deutschen Autobauern wird momentan das für diese Woche anberaumte Treffen zwischen Trump und namhaften Managern der deutschen Autobauer interpretiert. Viele Investoren scheinen sich auch hiervon zu erhoffen, dass konstruktive Gespräche zu einer Einigung im Handelskonflikt zwischen der EU und den USA führen könnte. Allerdings scheint hier der Ausgang des Gesprächs noch fraglicher zu sein als der Wahrheitsgehalt der bisherigen Berichte über das Zeichen der Entspannung zwischen China und den USA.

An Meldungen, die die Investoren der Autobauer aufhorchen ließen, mangelte es in den vergangenen Tagen jedoch wirklich nicht. Doch glaube ich, dass smarte Foolishe Investoren besser nicht auf derartige Hoffnungsschimmer bauen sollten, denn:

Politische Börsen haben kurze Beine

Genau genommen zielen alle derartigen Meldungen auf politische Ereignisse ab. Sowohl die vermeintliche Übereinkunft zwischen China und den USA als auch das Treffen zwischen Trump und den Managern der deutschen Autobauer zielen letztlich darauf ab, dass es möglichst bald Zeichen der Entspannung und einen Abbau der handelspolitischen Zölle auf die jeweiligen Waren geben könnte.

Doch haben, wie wir Fools stets gerne herausstellen, politische Börsen oftmals kurze Beine. Das gilt leider sowohl für negative politische Ereignisse als auch für positive.

Und gerade in Zeiten, in denen ein für sein Übermaß an Temperament und seinen Mangel an Beständigkeit und Verlässlichkeit bekannter US-Präsident die weltweiten handelspolitischen Geschicke maßgeblich mit beeinflusst, könnte dieser Spruch gültiger sein denn je.

Denn alles, was Trump und seine Gesprächspartner heute oder morgen vereinbaren, könnte übermorgen schon wieder obsolet werden, sofern sich dieser US-Präsident kurzerhand umentschließt und seine Meinung ohne weiteres Nachdenken revidiert.

Allein deshalb in die deutschen Autobauer zu investieren, weil es momentan einige Entspannungssignale im Welthandel gibt, könnte daher ein absolut schlechter Grund sein. Denn man könnte leider ernsthaft Gefahr laufen, dass man bei den Autobauern über kurz oder lang gewissermaßen in die Trump-Falle tappt.

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