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Marktkommentar: Matthias Hoppe (Franklin Templeton): Ausblick auf 2019
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Marktkommentar Matthias Hoppe (Franklin Templeton): Ausblick auf 2019

Nachrichtenquelle: Asset Standard
05.12.2018, 11:05  |  551   |   |   

Erfahren Sie, wie Matthias Hoppe die Märkte einschätzt, wo er Chancen sieht und wo seiner Ansicht nach Risiken liegen könnten.

Die Weltwirtschaft birgt unserer Einschätzung nach Potenzial, auch 2019 an ihre solide Dynamik anzuknüpfen. Die Korrelationen zwischen Aktien haben zuletzt den niedrigsten Stand der letzten beiden Jahrzehnte erreicht. Dies deutet darauf hin, dass sich die Marktdynamik weiterhin zugunsten eines aktiven Managements verlagert.

Die Weltwirtschaft birgt unserer Einschätzung nach Potenzial, auch 2019 an ihre solide Dynamik anzuknüpfen, da die Stärke der Fundamentaldaten und der Nachfrage in den USA Unterstützung bieten. 2018 kehrte Volatilität an die globalen Finanzmärkte zurück, da die Berichterstattung über das synchronisierte globale Wachstum pessimistischer wurde. Die Wachstumstrends sind jedoch auch weiterhin allgemein positiv, und die rückläufige Synchronisierung stellt womöglich keine so große Belastung dar wie bisweilen von den Märkten befürchtet wurde. Für uns ist vor allem von Interesse, wie sich die wirtschaftlichen Divergenzen und politischen Differenzen der verschiedenen Länder in Anbetracht ihrer jeweiligen möglichen Auswirkungen auf den Handel, die Währungen und die Normalisierung der Geldpolitik in den Industrieländern letztlich in Einklang bringen lassen.

Wir sehen bislang kaum Anzeichen dafür, dass die Volatilität der Schwellenländer auf andere Märkte übergreift, und gehen davon aus, dass die während eines Großteils des Jahres 2018 verzeichnete Streuung der relativen Wertsteigerung zwischen den einzelnen Märkten von Dauer sein könnte. Daher sehen wir wenig Anlass für die führenden Zentralbanken, deutlich von dem derzeitigen geldpolitischen Kurs abzuweichen. In den USA könnte sich die aktuelle Kombination aus über dem Trend liegendem Wachstum, moderater Inflation und annähernder Vollbeschäftigung nach unserer Einschätzung noch eine Weile fortsetzen. Eine Rezession in den USA dürfte daher noch mehrere Quartale entfernt sein.

Spätzyklische Sorgen an den Aktienmärkten

Starke Kennzahlen des verarbeitenden Gewerbes, Ertragswachstum und höhere kurzfristige Zinsen spiegeln jeweils eine robuste Wirtschaftslage wider, können Anleger jedoch auch dazu verlassen, sich zu fragen, ob die Situation überhaupt noch besser werden kann. Die Korrelationen zwischen Aktien haben zuletzt den niedrigsten Stand der letzten beiden Jahrzehnte erreicht und liegen deutlich unter ihrem Zehn-Jahres-Durchschnitt. Dies deutet darauf hin, dass sich die Marktdynamik weiterhin zugunsten eines aktiven Managements verlagert, da die Wahrscheinlichkeit, dass diese extrem niedrige Korrelation von Dauer sein wird, sinkt.

Im Hinblick auf Aktien folgen wir einem positiven, aber äußerst selektiven, fundamental ausgerichteten Ansatz, während die Zentralbanken ihre Geldpolitik im Laufe des Jahres 2019 und darüber hinaus weiter straffen. Steigende Unternehmensgewinne und Gewinnmargen bieten den Aktienbewertungen Unterstützung. Allerdings behalten wir die Inflationserwartungen und das Potenzial für eine erhöhte Markt­volatilität genau im Auge.

Probleme in Verbindung mit der Handelslage und der Entwicklung der Zölle könnten die Instabilität des Marktes erhöhen. Allerdings dürften diese Faktoren inzwischen bereits in den Unternehmensbewertungen berücksichtigt sein. Wir gehen auch weiterhin davon aus, dass die USA und China eine erfolgreiche Lösung für ihre Handelskonflikte finden und sich letzten Endes einigen werden, insbesondere sobald die entscheidenden Fragen bezüglich des Schutzes von geistigem Eigentum geklärt sind.

Trotz vermehrter geopolitischer Schlagzeilen und Handelsspannungen wirken die Fundamentaldaten für das Wachstum in den USA zum Ende des Jahres 2018 solide. Der Markt bietet zwar auch weiterhin attraktive Gelegenheiten, ganz so reichhaltig wie in den letzten Jahren erscheinen sie uns jedoch nicht. Wir sind der Meinung, dass die Bedeutung einer selektiven Auswahl von Risikoengagements zugenommen hat, da uns das breite Markt-Beta teurer erscheint als zuvor. Die USA dienen zwar als Wachstumsmotor der Weltwirtschaft, das weniger robuste internationale Wachstum und politische Sorgen im Ausland könnten jedoch durch attraktivere Bewertungen außerhalb der USA ausgeglichen werden. Im Hinblick auf die Schwellenländer sind wir davon überzeugt, dass stärkere Anlagechancen in Ländern bestehen dürften, deren Wachstumsaussichten vor allem durch die Binnenwirtschaft bestimmt werden und die Widerstandskraft gegenüber den Auswirkungen steigender Handelskosten bewiesen haben. Die Umsetzung in Multi-Asset-Portfolios kann im Rahmen der Suche nach idiosynkratischen Chancen auf Länderebene bisweilen auf einem extrem detaillierten Niveau erfolgen. Derartige Analysen sind im Zuge der Reifung des Zyklus für unser Team immer wichtiger geworden, und wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung unverändert fortsetzen dürfte.

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