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Die Hash Rate im Bitcoin-Netzwerk fällt

Gastautor: Rainer Brosy
06.12.2018, 17:10  |  1119   |   |   

Hash Rate und Difficulty für das Bitcoin Mining fallen

Bitcoins werden mit sogenannten Mining Rigs in professionellen „Farmen“ geschürft. Bildquelle: rebcenter-moscow / Pixabay.com

Mit der Hash Rate bezeichnet man die Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks. Um neue Bitcoins zu erstellen, müssen eine Reihe hochkomplexer mathematischer Rechenoperationen durchgeführt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Transaktionen „echt“ sind und als neuer Block an die Blockchain gehängt werden dürfen. Der Miner, der die Rechenoperation löst, erhält als Belohnung Bitcoins.

Aufgrund des hohen Bitcoin-Preises haben sich immer mehr Menschen am Bitcoin Mining beteiligt, was dank simpler Anleitungen wie auf https://howtomine.com/bitcoin/ auch keine allzu große Hürde mehr darstellte, und dementsprechend ist auch die Hash Rate stark angestiegen. Trotz der seit einem Jahr sinkenden Preise stieg die Hash Rate bis Ende August auf über 60 Mio. TH/s an. Seitdem hat sie zwischenzeitlich einen Rückgang um fast 50 Prozent verzeichnet. Vor allem der Absturz im November ist hier als besonderer Wendepunkt zu bezeichnen.

Was bedeutet es, wenn die Hash Rate sinkt?

Zunächst einmal bedeutet eine sinkende Hash Rate, dass weniger Rechenleistung für das Bitcoin-Netzwerk zur Verfügung steht. Es sind also weniger Miner bzw. weniger Rechner am Bitcoin Mining beteiligt. Das ist aufgrund der sinkenden Kurse und steigender Kosten wenig verwunderlich.

Die Miner haben neben den Hardware- auch hohe Stromkosten zu tragen. Diese sind im Winter tendenziell etwas höher als im Sommer. Die Schwelle für lukratives Bitcoin Mining lag zuletzt bei etwa 4.500 US-Dollar. Der Kurs für einen Bitcoin liegt aktuell aber bei unter 4.000 US-Dollar. Dementsprechend haben zahlreiche Miner aufgegeben oder zumindest ihren Betrieb temporär eingestellt.

Die Technologie von Bitcoin sieht aber vor, dass etwa alle zehn Minuten ein neuer Block entsteht. Sinkt also die Rechenleistung, sinkt daraufhin auch die Difficulty – die Schwierigkeit, um einen neuen Block propagieren zu können. Die Bitcoin Difficulty unterliegt also ebenfalls Schwankungen und steht in unmittelbarem Zusammenhang zur Hash Rate. In der Regel dauert es etwa 14 Tage, bis die Auswirkungen zu erkennen sind.

 

Welche Auswirkungen hat das auf den Bitcoin-Kurs?

In der Mitte des Jahres 2018 hat sich der Bitcoin-Kurs meist über 6.000 US-Dollar bewegt. Dies war die Schwelle, an der die professionellen Miner ihre Geräte umstellten, um Bitcoin Cash zu minen, weil es profitabler war. Daraufhin sank die Hash Rate im Bitcoin-Netzwerk und dementsprechend auch die Konkurrenz. Ergo war es für die verbliebenen Bitcoin Miner wieder profitabel. Der Wechsel fand periodisch statt. Der Bitcoin-Cash-Krieg hat hier aber einiges durcheinandergewirbelt.

Da der Bitcoin-Kurs aber ohnehin an der Schwelle zur Rentabilität schwankte, hatten die Miner ein Problem: die Kostendeckung. Erhöhte Strompreise bzw. Betriebskosten zwangen sie dazu, vermehrt Bitcoins zu verkaufen. Das führte zu weiteren Kursverlusten. Und nun stehen wir da, bei einem Bitcoin-Kurs von 3.900 US-Dollar. Vor einem Jahr war es noch das Dreifache.

Wird sich der Kurs wieder erholen, werden wir auch wieder einen Anstieg der Hash Rate und demzufolge auch der Difficulty erleben. Wann es soweit ist, kann aber niemand voraussagen. Abgesehen von der Fehde bei Bitcoin Cash stehen Kryptowährungen aufgrund der langsamen Regulierung und der ohnehin schwachen Stimmung auf den Finanzmärkten weiter unter Druck. Das Sinken der Hash Rate hat aber die Vorteile, dass ineffiziente Miner vom Markt verdrängt werden und weniger Strom für die Kryptowährung aufgebracht werden muss.

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Rainer Brosy
Geschäftsführer

Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

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