DAX-0,54 % EUR/USD0,00 % Gold-0,28 % Öl (Brent)-1,19 %

Microsoft hat immer dazu gehört

Anzeige
07.12.2018, 09:00  |  707   |   

Wenn in den vergangenen Jahren von den großen US-Technologietiteln, die die langfristige Börsenrallye anführten, die Rede war, schien Microsoft nicht so recht dazuzugehören. Zu den „coolen“ kids gehörten eher Amazon, Apple, Facebook, Google oder Netflix. Amazon hat seinen riesigen Online-Handelsplatz, Apple die iPhones, Facebook ist das beherrschende Soziale Netzwerk, Google trumpft mit der gleichnamigen Suchmaschine, YouTube oder Android auf, während Serien- und Film-Fans an dem Video-on-Demand-Anbieter Netflix nicht vorbeikommen. Microsoft stand dagegen eher für den berühmten blauen Bildschirm, abgestürzte PCs und damit viel Frust bei den Computerbesitzern. Dieses Bild führt jedoch in die Irre. Schließlich hat der Software-Riese in den vergangenen Jahren beeindruckende Erfolge gefeiert. 
Der Kurs der Microsoft-Aktie hat in den vergangenen Jahren einen steilen Anstieg hingelegt. Zwar litt das Papier zuletzt ebenfalls unter den allgemeinen Börsenturbulenzen, allerdings nicht in dem gleichen Maße wie einige andere große US-Technologietitel. So war es auch möglich, dass sich Microsoft in den vergangenen Wochen mit Apple einen Kampf um den Titel des wertvollsten börsennotierten Unternehmens liefern und diesen Kampf auch immer wieder für sich entscheiden konnte.
Unter Konzernchef Satya Nadella, der das Amt des CEO am 4. Februar 2014 von Steve Ballmer übernommen hatte, schaffte Microsoft den erfolgreichen Sprung in das Cloud-Zeitalter. Dabei entpuppte sich zuletzt vor allem die Azure-Plattform als Wachstumstreiber. Auch beim übernommenen Karriere-Netzwerk LinkedIn konnte das Wachstum überzeugen. Die Investitionen zahlen sich nun aus, während man sich von Fehlschlägen wie der Übernahme der Nokia-Handy-Sparte auch dank eines rigorosen Schlussstriches in Form von milliardenschweren Abschreibungen schnell erholte.
So konnte Microsoft auch mit den jüngsten Geschäftszahlen überzeugen. Laut Unternehmensangaben vom 24. Oktober stiegen die Umsatzerlöse im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende September) um 19 Prozent auf 29,1 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte um 34 Prozent auf 8,8 Mrd. US-Dollar. Zudem wartete Microsoft auch zu Beginn seines Geschäftsjahres im Gegensatz zu einigen anderen Technologiewerten mit weiteren Aktienrückkäufen und Dividendenzahlungen auf.
Trotz der zuletzt starken Performance dürfte es auch Microsoft in Zukunft mit einigen Herausforderungen zu tun bekommen. Neue, leistungsfähige Geräte wie Smartphones oder Tablets, auf denen Microsoft mit seinen Betriebssystemen nur schwach vertreten ist, könnten die PC-Verkäufe weiter unter Druck bringen. Zudem hat es der Konzern im Cloud-Bereich mit einer schlagkräftigen Konkurrenz zu tun, was in Microsofts jahrelanger Domäne, dem Bereich Unternehmenssoftware, nicht immer der Fall war. Darüber hinaus kann sich auch Microsoft dem chinesisch-amerikanischen Handelsstreit, einem stärkeren US-Dollar oder der Aussicht auf eine Konjunkturabkühlung nicht entziehen.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Microsoft-Aktie erwarten, könnten mit einem klassischen Optionsschein Call der Deutschen Bank (WKN DS72G0, Laufzeit bis zum 18.09.2019) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liegt derzeit bei 11,48. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem klassischen Optionsschein Put der Deutschen Bank (WKN DS57F8, aktueller Hebel 8,08; Laufzeit bis zum 18.09.2019) auf fallende Kurse der Microsoft-Aktie setzen.
 
Stand: 06.12.2018
 

 

Wertpapier
Microsoft


Disclaimer

Gastautor

Christian-Hendrik Knappe
Produktexperte X-markets, Deutsche Bank AG

Der gelernte Bankkaufmann und studierte Betriebswirtschaftler ist als Produktexperte von X-markets, Deutsche Bank mitverantwortlich für die Produktpalette und den Vertrieb von Hebelprodukten und Anlagezertifikaten. Er schreibt Kolumnen für verschiedene Finanzportale und vertritt die Deutsche Bank bei diversen Finanzmessen und Börsentagen. Seine berufliche Laufbahn startete er 1999 bei der Börse in Stuttgart als Händler. Seit 2007 gehört Knappe zum X-markets-Team der Deutschen Bank.

RSS-Feed Christian-Hendrik Knappe