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5 Fakten über Dividendenaktien mit hoher Rendite, die jeder Investor kennen sollte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.12.2018, 10:00  |  429   |   |   

Dividendenorientierte Anleger bevorzugen oft Aktien mit höheren Renditen, was durchaus sinnvoll ist. Aber eine hohe Rendite allein ist kein ausreichender Grund, um eine Aktie zu kaufen. Bei Dividendenaktien mit hohen Renditen musst du allerdings etwas tiefer graben. Hier sind fünf Fakten, die du kennen musst, um sicherzustellen, dass die ertragsstarken Aktien, die du kaufst, die besten Optionen für dein Portfolio sind.

1. Hohe Renditen können auf den Wert hindeuten

Viele Anleger konzentrieren sich auf Bewertungskennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis. Das sind wichtige Hilfsmittel, die im Bewertungsprozess eingesetzt werden sollten. Eine hohe Rendite kann aber auch signalisieren, dass eine Aktie relativ günstig ist. Alles, was du machen musst, ist, dir die Rendite im Verhältnis zu ihren historischen Trends anzusehen. Wenn die Rendite einer Aktie am oberen Ende ihrer bisherigen Laufbahn liegt, lohnt es sich wahrscheinlich, einen genaueren Blick auf das Ganze zu werfen.

Die Rendite der ExxonMobil Corporation (WKN:852549) liegt derzeit bei rund 4,1 %. Das ist fast der höchste Stand seit Mitte der 90er Jahre. Dafür gibt es Gründe und die Investoren müssen sich die Fakten ansehen, bevor sie den Kauf-Knopf drücken. Der Ölriese ist jedoch finanzstark und die Dividende sieht solide aus. Das Unternehmen scheint gerade einfach eine schwierige Zeit zu haben. Während kurzfristige Investoren aussteigen und die Rendite auf historisch hohe Niveaus heben, haben langfristig orientierte Investoren die Möglichkeit, einzusteigen.

2. Eine hohe Rendite kann Probleme signalisieren

Während eine hohe Rendite Chancen aufzeigen kann, kann sie auch signalisieren, dass die Probleme eines Unternehmens so schlimm sind, dass eine Dividendenkürzung bevorsteht. Deshalb musst du deine Hausaufgaben machen, bevor du eine Dividendenaktie mit hoher Rendite kaufst. Ein sehr gutes Beispiel dafür war Plains All American Pipeline LP (WKN:917437).

Zwischen 2015 und Anfang 2016 stieg die Rendite des Midstream-Unternehmens von rund 5 % auf über 16 %! Zwei Dividendenkürzungen später sinkt die Rendite auf rund 6 %. Das Warnzeichen war hier eine schwache Deckung, da Plains mehr Barmittel in Ausschüttungen ausbezahlt hat, als es zur Deckung generiert hat. Aber es war noch mehr los: Ein Rückgang im Energiebereich schränkte damals den Zugang der meisten Midstream-Unternehmen zu den Kapitalmärkten ein, und die Verschuldung von Plains lag auf einem historisch hohen Niveau. Das ist eine schädliche Kombination, die immer noch im gesamten Midstream-Bereich beobachtet wird. Um es einfach auszudrücken, Plains All American hatte wenig Flexibilität, um mit einer schwierigen Zeit fertig zu werden, und war gezwungen, seine Dividende zu kürzen.

Die Finanz- und Branchenpositionen von Exxon sind dagegen grundsolide. Eine hohe Rendite kann also auch ein Warnzeichen dafür sein, dass die Dividende Gefahr läuft, gekürzt zu werden. Um herauszufinden, was los ist, musst du ein wenig den Hintergrund der Rendite beleuchten.

3. Hohe Renditen sind den Aufwand wert

Mit diesem Vorbehalt im Hinterkopf ist es wichtig, sich daran zu erinnern, wie wertvoll Dividenden im Laufe der Zeit sind. Seit 1871 entfällt etwa die Hälfte der Rendite des S&P 500 auf Dividenden. Die andere Hälfte ist auf Preissteigerungen zurückzuführen. Dividenden machen nämlich im Laufe der Zeit einen großen Teil der Gesamtrendite des Marktes aus.

Betrachte dieses Konzept aber auf eine andere Weise mit der Regel 72. Indem du 72 durch die Rendite einer Aktie teilst, kannst du grob abschätzen, wie lange es dauern würde, bis sich dein Geld verdoppelt, wenn du die Dividende reinvestierst und davon ausgehst, dass der Aktienkurs gleich bleibt. Im Falle von Exxon würde es etwa 17,5 Jahre dauern. Das ist eine lange Wartezeit, aber wenn du eine Aktie mit einer Rendite von 6 % finden kannst, sinkt die Zeit auf nur 12 Jahre. Bei 7 % könnte sich dein Geld in etwa einem Jahrzehnt verdoppeln. Das sind keine ungewöhnlichen Renditen für Real Estate Investment Trusts (REITs) und Limited Partnerships, und man findet sie während Marktrückgängen gelegentlich auch in anderen Sektoren. Beachte, dass in dieser Berechnung davon ausgegangen wird, dass sich die Aktienkurse nicht ändern. Eine Preissteigerung würde deine Rendite im Laufe der Zeit erhöhen.

4. Dividenden kommen nicht aus dem Gewinn

Jetzt stellt sich die grundsätzliche Frage, woher die Dividenden kommen — das müssen die Investoren verstehen. Sehr oft wird die Auszahlungsquote einer Aktie hervorgehoben. Diese Kennzahl nimmt effektiv die Dividende pro Aktie und dividiert sie durch den Gewinn pro Aktie, um den Investoren zu sagen, wie viel von den Gewinnen eines Unternehmens als Dividende ausgeschüttet wird. Es ist gut, diesen Wert zu kennen, denn niedrigere Prozentsätze signalisieren sehr sichere Dividenden. Dividenden kommen jedoch nicht aus dem Gewinn, sondern aus dem Cashflow.

Plains All American ist in dieser Hinsicht ein interessantes Beispiel, da hier die Ausschüttungsdeckung auf der Grundlage des ausschüttungsfähigen Cashflows berechnet wird. Midstream-Partnerschaften weisen in der Regel hohe Abschreibungen auf — eine nicht zahlungswirksame Belastung, die den Gewinn pro Aktie belastet. Das Gleiche gilt für REITs. Hier gilt es die Auszahlungsquote der Funds from Operations oder FFO zu beobachten. Es erklärt auch, warum Unternehmen manchmal Ausschüttungsquoten von mehr als 100 % haben können, während sie es dennoch schaffen, ihre Dividende auszuzahlen, insbesondere wenn einmalige, nicht zahlungswirksame Aufwendungen ins Spiel kommen.

Am Ende des Tages musst du dir nur der Tatsache bewusst sein, dass Dividendenzahlungen aus dem Cashflow kommen und sich auf die Kapitalflussrechnung auswirken. Das bedeutet, dass eine hohe Ausschüttungsquote möglicherweise nicht so groß ist, wie sie zunächst scheint. Du musst genauer nachsehen, um herauszufinden, ob die Dividende wirklich gefährdet ist.

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