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Börse Stuttgart-News bonds weekly

Gastautor: Börse Stuttgart
07.12.2018, 16:51  |  361   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Anleihenmarktbericht der Börse Stuttgart

Aktuelles Marktgeschehen

Chart of Doom

Letzte Woche konnte an dieser Stelle berichtet werden, dass das Zinsgespenst gedrosselt und die Märkte beflügelt wurden. Leise und zurückhaltende Stimmen sprachen gar von der Hoffnung auf eine Jahresend-Rally. Am Montag sah es zunächst so aus, als könnten die leisen Stimmen Recht behalten, DAX (+1,85 %), Dow Jones (+1,13 %) und S & P (+1,09 %) erfreuten sich der grünen Vorzeichen. Die gute Stimmung sollte jedoch nicht halten, am Dienstag verloren die amerikanischen Indizes je mehr als drei Prozent (Dow Jones -3,09 %, S & P -3,24 %), der deutsche Leitindex gab 1,14 Prozent ab. Am Donnerstagvormittag ist im DAX schlussendlich die 11.000-Punkte-Marke gefallen. Während am Mittwoch die amerikanischen Börsen aufgrund des Todestages des ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush geschlossen blieben, starteten die Indizes Dow Jones und S & P knapp zwei Prozent schwächer in den Donnerstagshandel. Auch die asiatischen Indizes wurden von den Bären beherrscht, der Nikkei225 und der Hang Seng verloren mehr als zwei Prozent.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist zwar noch lange nicht beendet, doch konnte beim G20 Gipfel zumindest ein temporärer Waffenstillstand vereinbart werden. Zölle auf Autos wird es zumindest bis zum Jahresbeginn 2019 nicht geben. Doch wie gewonnen, so zerronnen. Für eine weitere Eskalation sorgt die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei. Die amerikanische Justiz bezichtigt sie der Verletzung des US-Handelsembargos gegen den Iran.

Eine freundlichere Stimmung herrscht zwischen Trump und der deutschen Automobilindustrie. Die Vorstandsvorsitzenden von VW, Daimler und BMW sowie die deutsche Botschafterin trafen den US-Präsidenten diese Woche im Weißen Haus. Zwar wurden noch keine Autozölle verhindert, aber Berichten zufolge wurde ein „großer Schritt nach vorne gemacht“. Doch nicht nur an den Aktienmärkten herrschen derzeit rote Vorzeichen. Die Renditen der zehnjährigen US-Treasury Bonds sind in dieser Woche auf 2,874 Prozent - und damit auf den tiefsten Wert seit September - gefallen. Die zweijährige US-Anleihe Rendite ist am Donnerstag auf 2,766 Prozent gefallen. Die kurzfristigen und langfristigen Renditen nähern sich an, die Zinskurve ist flacher geworden und könnte invers werden - teilweise ist sie es schon. Die Renditen der zweijährigen US-Anleihen sind bereits höher, als die der fünfjährigen US-Anleihen. Eine inverse Zinskurve wird von vielen Analysten als Vorbote einer drohenden Rezession eingeordnet. Die schwächelnde Weltwirtschaft und die nun abflachende Zinskurve sorgen für Nervosität bei Investoren. Die FED beobachtet die Entwicklung sehr genau und wird mit Vorsicht walten.

Bundes-/Staatsanleihen

Der Euro-Bund-Future zündete in dieser Woche ein wahres Kursfeuerwerk und kletterte auf 163,51 Zähler. Nach einem ruhigen Montag suchten Anleger am Dienstag verstärkt sichere Häfen auf und trieben den Bund-Future auf 162,25 Punkte. Nach einem ruhigeren Mittwoch zog der Bund-Future nach den heftigen Verlusten am Aktienmarkt nochmals an. Auf eine Woche gemessen ist der Bund-Future somit um 0,75 Prozent gestiegen. Die zehnjährigen Renditen der deutschen Staatsanleihen sind auf 0,230 Prozent gesunken - so tief wie seit Mitte Juli nicht mehr. Die Renditen der zweijährigen Bundesanleihen sind auf -0,620 Prozent gefallen. Somit ist die deutsche Zinskurve nicht so flach wie die der Amerikaner.

Anlegertrends

300 Millionen Euro für allgemeine Unternehmenszwecke

Der österreichische Kunststoffhersteller Borealis AG hat eine neue Unternehmensanleihe mit einem Emissionsvolumen von 300 Millionen Euro begeben. Fälligkeitstag der Anleihe mit der WKN A2RUS7 ist der 10.12.2025. Der Kupon beträgt 1,750 %, der Zinslauf beginnt zum 10.12.2018. Die Anleihe ist mit einem Mindestbetrag und einer Stückelung von je 500 Euro nominal sehr anlegerfreundlich ausgestattet. An der Börse Stuttgart wurde bereits in den ersten vier Handelstagen ein Handelsvolumen von über 160.000 Euro umgesetzt. Die Borealis AG mit Sitz in Wien gehört im Bereich der Petrochemie zu den europäischen Marktführern. Die Rating Agentur S&P ratet das Unternehmen mit BBB+ und stabilem Ausblick. An der Börse Stuttgart wurde bereits in den ersten vier Handelstagen ein Handelsvolumen von über 160.000 Euro umgesetzt.

Für die Weihnachtspost

Die Deutsche Post AG hat sich am Kapitalmarkt 750 Millionen Euro neues Fremdkapital besorgt. Die neu begebene Unternehmensanleihe A2TSTA hat eine Laufzeit von zehn Jahren und ist mit einem Kupon von 1,625 % ausgestattet. Der Emittent kann die Anleihe ab dem 05.09.2028 zu 100% kündigen. Privatanleger können sich über eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Euro nominal freuen. In den ersten vier Handelstagen der Anleihe wurden am Börsenplatz Stuttgart bereits mehr als 856.000 Euro umgesetzt. Die Deutsche Post hat jüngst angekündigt, 300 Millionen Dollar in ihre Standorte in Nordamerika zu investieren, um die Einführung neuer Technologien zu beschleunigen.

Bei uns neu im Handel: Unternehmensanleihen von B.A.T. Capital Corp.

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