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Börse 2019 Im Spannungsfeld von Rezessionsangst und Schnäppchenjagd

Gastautor: Thomas Hellener
10.12.2018, 07:33  |  4562   |   |   

Manchmal sind es vermeintlich marginale Ereignisse, die ein wahres Beben an den Märkten auslösen können. Denn: haben diese Geschehnisse einen großen Symbolcharakter, wie jetzt die Verhaftung von Meng Wantou, der Finanzchefin von Huawei und Tochter des Gründers des weltweiten Netzwerkausrüsters, dann kann dies zu einer Kettenreaktion führen, die weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft hat. Meng Wantou, die auf Antrag der US-Behörden festgesetzt wurde, droht die Auslieferung in die USA. Diese wirft ihr vor, gegen die Iran-Sanktionen der USA verstoßen zu haben. Peking ist empört. Und das zu einer Zeit, in der die USA und China sich gerade erst auf eine 90-tägige Pause in dem seit Monaten anhaltendem Handels- und Zollkonflikt geeinigt hatten. Jetzt scheint es eher unwahrscheinlich, dass sich beide Seite in absehbarer Zeit einigen. Dow Jones, S&P 500, DAX & Co. sind entsprechend nervös. Vor allem auch deshalb, weil Meng Wantou wohl genau zur selben Zeit verhaftet wurde, als Trump und Xi beim G20-Gipfel in Argentinien zu ihren Verhandlungen zusammenkamen. Ein weiterer Nadelstich in Richtung Peking, der nicht ohne Folgen bleiben wird.    

Rutschen die USA in eine Rezession?

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Hinzu kommen neue Sorgen, dass sich die Konjunktur in den USA schneller abkühlt, als bisher erwartet. Die jüngsten Entwicklungen am US-Anleihemarkt deuten gar auf eine Rezession hin. So bringen dort Anleihen mit kurzer Laufzeit teilweise mehr Rendite als solche mit langen Laufzeiten. Und dieser Trend zu einer sogenannten „inversen Zinskurve“ war in der Vergangenheit stets ein untrügliches Anzeichen für eine sich abzeichnende Rezession. Und was China betrifft, so leidet das Land schon heute zunehmend unter dem Handelskrieg.

Der Handelsstreit und eine sich abschwächende Konjunktur lässt Schlimmes für viele Unternehmen befürchten. Sie müssen ihre Prognosen und Ausblicke anpassen. Und das wird sich wohl auch im kommenden Jahr fortsetzen. Die jüngsten Umsatz- und Gewinnrevisionen von Konzernen wie BASF und Fresenius, die unverzüglich zu herben Kurseinbrüchen führten, sind wohl nur der Anfang. Andere werden folgen und das nicht nur in Deutschland, wo der DAX mittlerweile auf ein Zwei-Jahrestief gefallen ist.

Ausblick 2019: Es ist weiterhin Vorsicht geboten!

Schaut man ins neue Jahr, so ist auf jeden Fall weiterhin Vorsicht geboten. So hat das Management unseres weltweit investierenden Mischfonds PRIMA – Globale Werte den Fonds bereits seit einiger Zeit defensiver ausgerichtet und weite Teile des Aktien-Exposure durch Futures abgesichert. Yefei Lu, Co-Manager des Fonds, sieht aber nicht nur den Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die sich abschwächende Konjunktur als Alarmzeichen für das kommende Jahr. Er behält auch die Entwicklung beim Brexit und den Streit um den Italienhaushalt im Auge. Überhaupt sind es die politischen Gefahren, die nach Lus Ansicht die Entwicklung an den Märkten entscheidend beeinflussen werden.  

Das momentane Bärenmarktumfeld könnte den Anlegern noch die nächsten 12 bis 18 Monate erhalten bleiben. Hinzu kommt, dass sich die Volatilität auf einem hohen Niveau einpendeln wird. Dieses Szenario ist im Prinzip nichts für schwache Nerven. Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass es wieder gute Chancen gibt, um bei einzelnen Titeln zu günstigen Preisen einsteigen zu können. Dies wurde in den letzten Wochen beispielsweise bei Unternehmen wie Croda, Horizon Discovery oder auch Charles River Labs schon umgesetzt. Trotzdem müssen sich die Anleger für 2019 wohl auf eine turbulente Zeit einrichten. Dafür werden Trump, der Brexit und die konjunkturelle Entwicklung schon sorgen.

 

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