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Jahresausblick 2019 Technischer Jahresausblick 2019

Gastautor: Christoph Geyer
10.12.2018, 09:43  |  2464   |   |   

DAX –Trump schafft neue Fakten beim Präsidentschaftswahlzyklus

DAX mit festem Hebel folgen [Anzeige]
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Wenn er spricht, haben andere oft zu schweigen. Dies ist in einer Wertegesellschaft, in der man sich gegenseitig respektiert, an sich nichts Ungewöhnliches. Man lässt sein Gegenüber aus Anstand zu Wort kommen und auch ausreden. Wenn dies allerdings nur von einseitiger Natur ist, wird es problematisch. Aber dies ist nur eine Facette, die wir im vergangenen Jahr bei Donald Trump, dem aktuellen US-Präsidenten, kennenlernen mussten. Viel gravierender ist die Tatsache, dass er sich an diplomatische Konventionen oft nicht hält und internationale diplomatische Gepflogenheiten für sich kaum in Anspruch nimmt. Seine „America-First“-Strategie hat dann auch die Märkte gehörig durcheinandergewirbelt. Entsprechend haben sich die Indices auf beiden Seiten des Atlantiks unterschiedlich entwickelt.

Die Erwartung gemäß dem Präsidentschaftswahlzyklus beim DAX ist auf deutlich niedrigerem Niveau zwar eingetreten, muss aber klar als verfehlt bezeichnet werden. Auch wenn wir jedes Jahr sehr deutlich betonen, dass die Zyklusanalyse keine Möglichkeit bietet, den Index-Stand zum Jahresende oder den Verlauf in Punkten vorherzusagen, ist die Entwicklung so nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Der Kurseinbruch, der bereits im ersten Quartal stattgefunden hatte, beschäftigte den DAX quasi das gesamte Jahr über. Die Erholungsbewegung von April bis Ende Mai stellte zwar eine Erleichterungsrallye dar und ist von der Zyklusbewegung auch abgedeckt gewesen, konnte aber den Einbruch nur zum Teil aufholen. Sehr typisch verlief die Abwärtsentwicklung allerdings von Juni bis Anfang Oktober. Seitdem entwickelt sich der Dax weiter nach unten und steht entgegen der statistischen Erwartung weiterhin unter Druck.

 

Was ist Zyklik?

Zum besseren Verständnis der Zyklus-Analyse stellen wir hier zunächst eine kurze Erklärung der Zyklik zur Verfügung.

Bei der zyklischen Betrachtung nutzt man den Effekt, dass sich Märkte in typischen Trends bewegen. Bei Agrar-Rohstoffen kennt man diese Zyklen durch die Erntezeiten, die entscheidenden Einfluss auf die Preisgestaltung im Jahresverlauf haben. Bei Finanzprodukten gibt es ebenfalls typische Muster, die im Jahresverlauf auftreten. So wird z.B. danach unterschieden, ob im aktuellen Jahr in den USA Präsidentschaftswahlen sind, oder diese im vergangenen Jahr stattgefunden haben. Außerdem finden sich typische Muster u.a. im Dekaden-Verlauf. Die Ursachen solcher Zyklen sind bei Agrar-Rohstoffen leichter zu erklären als bei Finanzprodukten. Hier können z.B. Wahlversprechen eine Rolle spielen. Insgesamt betrachtet, handelt es sich aber um eine statistische Größe, die wir uns bei der Beurteilung zu Nutze machen.

 

Dow Jones

Im kommenden Jahr 2019 ist weiterhin zu erwarten, dass der US-Präsident einen deutlichen Einfluss auf die Kursentwicklung an den Märkten haben wird. So wie in diesem ablaufenden Jahr der saisonale Effekt von Präsidentschaftszwischenwahljahren nahezu ausgeblieben ist, könnte auch im kommenden Jahr die eine oder andere Rede oder Ankündigung sowie Maßnahme des Präsidenten für „Verwirbelungen“ an den Märkten sorgen.

Trotzdem lohnt ein Blick auf die zyklische Entwicklung der Vergangenheit. Aus dem Dekadenzyklus (also Anfang bis Ende eines kalendarischen Jahrzehnts z.B. 2010 – 2019) ergibt sich für das anstehende Börsenjahr, welches auf eine „9“ endet, zunächst eine positive Tendenz. Dieser statistische Wert deutet in der zweiten Jahreshälfte allerdings einen Rückgang an. Anders als im abgelaufenen Jahr sieht die statistische Erwartung beim Dekadenzyklus für das kommende Jahr dem des Vorwahljahres eines US-Präsidenten sehr ähnlich.

 

 

DAX

Im linken Schaubild wird die Ähnlichkeit des Jahresverlaufs von Präsidentschaftsvorwahljahren zum Dekadenzyklus von „9er“-Jahren beim Dow Jones deutlich. Ebenso hat sich der DAX (rechte Grafik) in der Historie in Präsidentschaftsvorwahljahren verhalten. Die erste Jahreshälfte verlief danach recht positiv. Ab dem Spätsommer wurde dann in der Vergangenheit mehrheitlich eine Korrekturbewegung beobachtet, die zum Jahresende wieder aufgelöst wurde.

 

Es ist eine bewusste wiederholte Betonung an dieser Stelle, dass die Zyklik nur eine statistische Größe darstellt, nach der keine Ein- oder Ausstiegsentscheidungen getroffen werden dürfen. Vielmehr muss die aktuelle Marktlage zum jeweiligen Zeitpunkt beurteilt werden. Die saisonalen Gegebenheiten dienen lediglich als Ergänzung zur Analyse. Dies gilt insbesondere für das anstehende Jahr, da auch in diesem Jahr mit Turbulenzen zu rechnen sein wird, die nicht zuletzt von politischer Seite herrühren.

 

Ausblick für den DAX im Jahr 2019

Unter den bekannten und genannten Prämissen könnte eine DAX Entwicklung im kommenden Jahr so aussehen, dass der Jahresauftakt positiv verläuft, die Marktteilnehmer ab Sommer aber zu Gewinnmitnahmen neigen. Zum Jahresschluss könnte es dann wieder zu einer Jahresendrallye kommen, die im Jahr 2018, wenn überhaupt, nur sehr bescheiden ausfallen dürfte.

Der dargestellte Verlauf ist wie immer nicht als Punktvoraussage oder gar Jahresendstandsprognose zu verstehen, sondern soll lediglich die erwartete Tendenz aufzeigen.

 

Ausblick für Gold 2019

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