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Ratingagentur Scope Green Bond Fonds – Deutliches Wachstum bei Fondsanzahl und AuM

Gastautor: Scope Analysis
10.12.2018, 12:18  |  623   |   |   

Das Emissionsvolumen von Green Bonds wächst weltweit rasant. Gleiches gilt für Fonds, die in Green Bonds investieren. In Deutschland stehen Investoren aktuell 23 Fonds mit Fokus auf grüne Anleihen offen. Zum Vergleich: Im Juni 2017 waren es erst 13.

Anleihen, deren Emissionserlöse ausschließlich zur Finanzierung von Umweltprojekten verwendet werden dürfen, werden immer beliebter. Das weltweite Emissionsvolumen von Green Bonds hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Während es sich 2013 auf nur 12 Mrd. US-Dollar belief, waren es 2017 bereits 156 Mrd. US-Dollar.

Im laufenden Jahr wurden bis Mitte November Anleihen mit einem Emissionsvolumen von 133 Mrd. US-Dollar platziert. Ein Treiber dieser Entwicklung ist die Finanzierung von Projekten gegen die Erderwärmung.

23 Green Bond Fonds am Markt – Fondsvolumina noch gering

Das große Interesse an grünen Anleihen führt auch zu einer deutlichen Zunahme von entsprechenden Fonds. Stand Ende Oktober 2018 sind in Deutschland 23 Green Bond Fonds zum Vertrieb zugelassen – davon richten sich 20 an Privatanleger, drei explizit an institutionelle Investoren. Zum Vergleich: im Sommer 2017 standen deutschen Anlegern lediglich 13 Fonds offen.

Da mehr als zwei Drittel der Fonds einen Track Record von unter zwei Jahren aufweisen, sind die Volumina der Green Bond Fonds – bis auf wenige Ausnahmen – noch überschaubar: so weist mehr als die Hälfte der Fonds ein Fondsvolumen von weniger als 100 Mio. Euro auf, während nur drei Fonds Kundengelder von mehr als 200 Mio. Euro verwalten.

Das aggregierte Fondsvolumen der 23 Fonds beträgt rund 2,7 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Im Sommer 2017 verwalteten die 13 Fonds zusammen nur 650 Mio. Euro. Größter Fonds mit einem Volumen von 569 Mio. Euro ist derzeit der NN (L) Euro Green Bond.

Performancehistorie noch jung

Die Fonds erzielten im Jahr 2017 eine Performance in der Bandbreite von -3,5% bis +0,6%. Die beste Performance erzielte im vergangenen Jahr der rund 83 Mio. Euro große Raiffeisen-GreenBonds. Acht Fonds konnten im vergangenen Kalenderjahr hingegen keine positive Rendite erwirtschaften.

Grundsätzlich unterscheiden sich Renditen von Green Bonds nicht von herkömmlichen Anleihen. Die Bonität des Emittenten – und nicht der Zweck der Investition – bestimmt die Rendite. Von den insgesamt 23 Fonds werden 21 Fonds aktiv und zwei Fonds passiv gemanagt.

Ausblick – Green Bonds nach wie vor ohne einheitliche Standards

Nach wie vor ist dieses Anlagesegment jedoch zu jung, um eine valide Aussage über seinen Beitrag zur Förderung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise treffen zu können. Es fehlen weiterhin eine einheitliche Definition von Green Bonds und auch strenge Prüfkriterien, die Emissionen und Emittenten erfüllen müssen, um als „grün“ oder „nachhaltig“ zu gelten.

„Der Boom bei den Green Bond Emissionen wird anhalten“, sagt Simone Schieg, Analystin der Ratingagentur Scope. „Neben Green Bonds werden auch vermehrt soziale und nachhaltige Anleihen emittiert.“ Allen gemeinsam ist, dass es sich um zweckgebundene Bonds zur Finanzierung von nachhaltigen Projekten handelt.

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