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Marktkommentar: Julie Moret (Franklin Templeton): Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG)
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Marktkommentar Julie Moret (Franklin Templeton): Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG)

Nachrichtenquelle: Asset Standard
12.12.2018, 12:05  |  569   |   |   

Management von ESG-Risiken und -Chancen: Herausforderungen bei der Nachhaltigkeit gewinnen zunehmend an Bedeutung

Im Laufe der Zeit haben Anleger immer wieder innovative Methoden gefunden, um aus neu entstandenen und entwickelten Informationen neue Erkenntnisse zur Unterstützung ihrer Entscheidungen zu gewinnen. Heute richten manche vorausschauende Anleger ihren Fokus verstärkt auf die Analyse von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG), um ihre Researchaktivitäten um zusätzliche Perspektiven zu ergänzen.

Julie Moret, Head of ESG bei Franklin Templeton, erläutert, wie ESG zu einem weiterentwickelten Rahmen für Anlagebewertungen beiträgt und als Hilfsmittel für eine breiter gefasste, ganzheitliche Risikobeurteilung dient.

Wir leben in einer Welt des raschen Wandels. Herausforderungen bei der Nachhaltigkeit, wie z. B. Ressourceneffizienz, Folgen des Klimawandels und Risiken des Wandels, gewinnen ebenso zunehmend an Bedeutung wie der wachsende politische und regulatorische Druck im Hinblick auf Nachhaltigkeitsthemen.

Bei den Anlegern ist ein schärferes Bewusstsein für eine Abgleichung zwischen Nachhaltigkeit und finanzieller Wirkung zu beobachten. Belegt wird dies durch die wachsende Anzahl der Unterzeichner branchengeführter Initiativen wie der Prinzipien für verantwortliches Investieren (PRI).

Eine internationale Gruppe aus institutionellen Anlegern entwickelte die PRI, um der zunehmenden Bedeutung von Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Aspekten (ESG) bei Anlagepraktiken Rechnung zu tragen. Seit ihrer Einführung 2006 haben sich fast 2.000 Unterzeichner mit einem verwalteten Vermögen von 81,7 Billionen US-Dollar1 hinter diese Prinzipien gestellt. Sie verpflichten sich, ESG-Überlegungen in ihre Anlageentscheidungen, ihr Verhalten als Aktionäre und ihre Berichterstattung einzubeziehen.

Trotz dieses Wachstums werden ESG-Praktiken jedoch immer noch sehr unterschiedlich interpretiert und umgesetzt. Hinzu kommt eine Neigung in der Anlagewelt, eine verwirrende Ansammlung von häufig gleichbedeutend genutzten Ausdrücken und Abkürzungen zu verwenden, die in manchen Fällen für ganz unterschiedliche Konzepte und Ziele stehen.

Die Geschichte von ESG

Die Geschichte von ESG-Analysen lässt sich zurückverfolgen bis in die 1960er Jahre, als glaubensbasierte Organisationen ethische Filter einführten, um Unternehmen zu identifizieren und aus ihren Portfolios auszuschließen, die nicht ihren moralischen Werten entsprachen. Zu den typischen „Sünden“-Aktien zählten Tabak und Alkohol. In den 1970er Jahren nahm dann das Bewusstsein für soziale und politische Fragen zu, und die Praxis der Filterung wurde auf die allgemeinen Geschäftspraktiken sowie auf Verletzungen von international anerkannten Normen und Standards ausgedehnt.

Inzwischen ist ein nuancierter ESG-Ansatz entstanden, der eine breite Palette an Techniken der positiven Filterung und/oder der Nutzung von ESG-Kriterien zur Risikominderung oder Generierung von Alpha umfasst[1].

Wirkungsanalyse für ESG-Themen

Bei Franklin Templeton unterscheiden wir klar zwischen ESG und ethischen oder auf Werten basierenden Investments. Und ESG muss nicht mit Abstrichen bei der Wertentwicklung verbunden sein. Wir als aktive Manager möchten verstehen, wie diese breit gefassten ESG-Themen die längerfristigen strategischen Risiken und Chancen der Unternehmen, in denen wir investiert sind, beeinflussen.

Aus unserer Sicht sollte die ESG-Analyse daher integraler Bestandteil von Research und Anlageentscheidungen sein. Wir sehen erheblichen Wert in der Schnittstelle einer parallelen Bewertung von traditionellen finanziellen und nachhaltigkeitsbezogenen Kennzahlen.

Nach unserer Einschätzung trägt die Kombination der beiden zu einem vertieften fundamentalen Research bei und bietet uns ein zusätzliches Hilfsmittel zur Unterscheidung zwischen den Unternehmen und Sektoren, die für Umwälzungen anfällig sind, und jenen, die sich daran anpassen können.

Mit der Zeit können diese Faktoren Wettbewerbsvorteile schwinden und neu entstehen lassen, und sie haben Einfluss auf die Nachhaltigkeit von geschäftlichem Wachstum sowie die Fähigkeit zur langfristigen Wertschöpfung für Anleger.

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