DAX+2,63 % EUR/USD-0,16 % Gold-0,83 % Öl (Brent)+0,99 %

Farm Bill Die US-Cannabisindustrie kann einen 20 Milliarden Dollar-Boom erleben

14.12.2018, 13:40  |  7623   |   |   

Am Mittwoch genehmigte das US-Repräsentantenhaus die 867 Milliarden US-Dollar schwere Farm Bill, nachdem der Senat sie am Dienstag genehmigt hatte. Die bemerkenswerteste Änderung ist die Legalisierung von Hanf, die den Weg für die Explosion der Cannabisindustrie ebnet.

Die neue Farm Bill würde mit der Unterschrift von Donald Trump, die derzeit noch aussteht, industriellen Hanf zu einem legalen landwirtschaftlichen Gut machen. Die Brightfield Group schätzt, dass der inländische Hanfmarkt in den nächsten vier Jahren 22 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Das lang erwartete Gesetz würde Industriehanf aus der Liste der kontrollierten Stoffe der Bundesregierung streichen und ihn zu einem legalen Agrarprodukt machen.

Bisher war die industrielle Hanfproduktion in den USA auf Forschungs- und Pilotprojekte beschränkt, obwohl Importe aus Kanada, China und Europa dazu beigetragen haben, die Inlandsnachfrage nach Hanfsamen bis hin zu Fasern zu befriedigen. Generell wird Industriehanf zur Herstellung von Bekleidung, Lebensmitteln, Arzneimitteln, Körperpflegeprodukten und Baumaterialien verwendet.

In Zukunft hätten die teilsouveränen Einzelstaaten jeweils selbst die Verantwortung über den Hanfanbau. Ferner können Forscher Bundeszuschüsse beantragen und Landwirte eine entsprechende Ernteversicherung abschließen. Damit könnte die US-Hanfindustrie bis 2022 auf 20 Milliarden US-Dollar wachsen - gegenüber 800 Millionen US-Dollar in diesem Jahr.

"In einer Zeit, in der das landwirtschaftliche Einkommen sinkt und die Landwirte um ihr Überleben kämpfen, ist industrieller Hanf ein Lichtblick für die Zukunft der Landwirtschaft", sagte Mitch McConnell. "Zu lange schon hat das veraltete Verbot des Hanfanbaus die Bauern in Oregon und im ganzen Land gelähmt", sagte Ron Wyden, für Oregon im Senat der Vereinigten Staaten.

"Auf lange Sicht wird alles vom US-Landwirtschaftsministerium verwaltet und kontrolliert, genau wie Mais, Sojabohnen und alles andere", sagte Chris Boucher, CEO von Farmtiva, einem kalifornischen Hanfanbauunternehmen.

CBD könnte von der Liste der U.S. Drug Enforcement Agency gestrichen werden

Der Löwenanteil des heutigen US-Hanfmarktes von rund 800 Millionen US-Dollar entfällt auf Produkte, zu denen auch die nicht-psychotoxische Verbindung CBD (Cannabidiol) gehört. Die Gesetze über CBD-Produkte sind in den einzelnen Staaten unterschiedlich.

Cannabidiol ist eine aus Hanf gewonnene Cannabisverbindung, die keinen hohen Gehalt hat. Obwohl es noch nicht viele wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, ist CBD bei der Behandlung von Erkrankungen wie Angst und chronischen Schmerzen beliebt. Bereits Mitte Dezember wird erwartet, dass die U.S. Drug Enforcement Agency CBD womöglich neu klassifiziert. 

Was passiert mit den 867 Milliarden US-Dollar der Farm Bill?

Etwa 80 Prozent fließen in Lebensmittelmarken für Menschen mit niedrigem Einkommen. Die neue Farm Bill sieht auch eine dauerhafte Finanzierung für Bauernmärkte und lokale Lebensmittelprogramme vor. Der Kongress hatte solche Projekte vorübergehend für jeweils fünf Jahre finanziert. Dazu gehören Fördermittel für lokale Bauernmärkte, ein Forschungsfonds für den ökologischen Landbau und Mittel für Organisationen, die sich für die Ausbildung der nächsten Generation von Bauern einsetzen.

Quellen:

Fortune

CNBC

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel