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Wie viel muss man für den Ruhestand sparen? Ein Blick auf die 4 %-Lösung

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.12.2018, 16:00  |  2291   |   |   

Egal ob du deine Rentenbeiträge maximierst oder gerade erst angefangen hast, an die Altersvorsorge zu denken – es ist eine gute Idee, eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, wie viel Geld du wirklich benötigst, sobald deine goldenen Jahre heranrücken. Da der durchschnittliche Rentner nur 17.532 US-Dollar im Jahr an Leistungen von der Sozialversicherung erhalten wird, werden die meisten Menschen, die heute in den Ruhestand gehen, wahrscheinlich an ihre Ersparnisse gehen oder weiter arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen.

Eine bewährte Methode zur Berechnung, ob dein Guthaben ausreicht, ist die sogenannte 4-Prozent-Regel. In den 90er-Jahren fand ein Finanzberater heraus, dass es fast keine Chance gibt, dass deine Ersparnisse irgendwann aufgebraucht sein werden, sofern du in jedem Jahr nach der Pensionierung 4 % deiner Ersparnisse abhebst und diese jedes Jahr an die Inflation anpasst.

Ein Maßstab für die Altersvorsorge

Positiv zu vermerken ist, dass die 4-Prozent-Regel eine wertvolle Schätzung dafür liefert, wie viel Einnahmen deine Rücklagen für die Altersvorsorge dir pro Jahr einbringen werden. Wenn du zum Beispiel 250.000 US-Dollar gespart hast, dann sagt die 4-Prozent-Regel, dass du im Ruhestand sicher etwa 10.000 US-Dollar pro Jahr abheben kannst. Wenn du die durchschnittliche Sozialversicherungsleistung erhältst, bekommst du dann insgesamt 27.532 US-Dollar.

Da die 4-Prozent-Regel dir (theoretisch) sagen kann, wie viel Geld du jedes Jahr abheben kannst, kann sie dir auch helfen, festzustellen, ob deine Ersparnisse ausreichend sind. Wenn du zum Beispiel rechnest, dass du jährlich 60.000 US-Dollar brauchst, und du 17.500 US-Dollar von der Sozialversicherung und 10.000 US-Dollar aus deinen Ersparnissen bekommst, dann fehlen dir 32.500 US-Dollar. Das bedeutet, dass du deine Ersparnisse erhöhen und/oder deine Kosten senken musst. Das könnte zum Beispiel bedeuten, länger zu arbeiten und zu sparen oder in ein kleineres Zuhause in einer preiswerteren Gegend zu ziehen.

Junge Menschen können die 4-Prozent-Regel nutzen, um vorherzusagen, wie viel sie für einen komfortablen Ruhestand benötigen werden. Wenn du zum Beispiel 25 Jahre alt bist und berechnest, dass du 60.000 US-Dollar jährlich im Ruhestand willst, kannst du die Ersparnisse anstreben, von denen dir die 4-Prozent-Regel anzeigt, dass du sie brauchst. Als Faustregel gilt hier, dass du die gewünschten Jahreseinnahmen mit 25 multiplizieren solltest.

Bedenke jedoch, dass du die Inflation in deine Sparrechnungen einbeziehen musst, wenn du am Ende eine Kaufkraft von 60.000 US-Dollar haben willst. Im Laufe des letzten Jahrhunderts lag die Inflation bei durchschnittlich 3,22 % pro Jahr, wobei sie im Jahresvergleich sehr unterschiedlich war. Es ist eine gute Idee, einen Inflationsrechner zu verwenden, um zu sehen, wie viel deine Einnahmen bei der Pensionierung inflationsbereinigt noch wert sind.

Denk außerdem daran, dass es bei den Sozialversicherungsleistungen zwar periodische Anpassungen an die Lebenshaltungskosten gibt, dass diese aber nicht ganz mit der Inflation Schritt halten. Das liegt zum Teil daran, dass die zur Anpassung verwendeten Werte nicht die überproportional hohen Gesundheitskosten der Rentner widerspiegeln. Die Prognose von Erhöhungen der Sozialversicherungsleistungen ist, offen gesagt, schwierig, da eine systemweite Anpassung der Sozialversicherungsleistungen in Zukunft nicht ausgeschlossen werden kann. Aber es ist ratsam, deine Inflationsschätzungen wegen dieser Verzerrungen eher im höheren Bereich des 100-Jahres-Durchschnitts anzusetzen.

Letztendlich wirst du für diese 60.000 US-Dollar pro Jahr im Ruhestand wahrscheinlich etwas mehr als 1 Mio. US-Dollar an Altersvorsorgekapital benötigen.

Annahmen hinter der 4-Prozent-Regel

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die 4-Prozent-Regel ein Maßstab ist, kein unfehlbares Gesetz. Die 4-Prozent-Regel wurde vor 24 Jahren als eine Methode entwickelt, um Rentnern mitzuteilen, wie viel sie jedes Jahr abheben können, ohne dass ihnen das Geld ausgeht. Ihr liegen einige sehr spezifische Annahmen zugrunde. Unsere Zeiten – und deine Situation – könnten sich deutlich von diesen zugrunde gelegten Annahmen unterscheiden. Wenn das der Fall ist, musst du verschiedene Szenarien in deine Berechnungen nach der 4-Prozent-Regel einbeziehen.

1. Es wird eine Portfoliostreuung von 60 % zu 40 % zwischen Aktien und Anleihen angenommen

Die 4-Prozent-Regel geht davon aus, dass sich 60 % deines Portfolios in Aktien und 40 % in Anleihen befinden. Dein eigenes Portfolio kann jedoch – je nach Alter, Zielen und Risikobereitschaft – eine davon abweichende Verteilung aufweisen. Eine gute Faustregel ist, dein Alter von der Zahl 110 abzuziehen, um festzustellen, wie viel Prozent deines Portfolios in Aktien platziert werden sollte. Der Rest sollte in festverzinslichen Anlagen wie z. B. Anleihen angelegt werden. Daher würde ein 25-Jähriger 85 % eines Rentenportfolios in Aktien halten, während ein 75-Jähriger nur 35 % halten würde.

Der Grund, warum diese praktische Regel funktioniert? Im Laufe der Zeit haben Aktien im Durchschnitt deutlich mehr Rendite gebracht als jede andere Anlageklasse, sodass sie die Renditen deines Altersportfolios über die Jahrzehnte hinweg steigern können. Aber auch die Aktien schwanken. Jahre des Abschwungs an der Börse können einem Portfolio schaden. Eine jüngere Person wird wahrscheinlich Zeit haben, die erlittenen Verluste wieder wettzumachen, aber ein Rentner sollte das Risiko managen, indem er proportional mehr in weniger volatile Anlageklassen investiert – und gleichzeitig in der Lage ist, an potenziellen Kurssteigerungen am Aktienmarkt zu partizipieren.

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