DAX+2,63 % EUR/USD-0,16 % Gold-0,83 % Öl (Brent)+0,09 %

Experiment Grundeinkommen in der Ukraine: Die Vorbereitungen laufen

19.12.2018, 10:08  |  9985   |   |   

Die Großstadt Pawlohrad im Zentrum der Ukraine hat beschlossen, an einem Grundeinkommensexperiment teilzunehmen, um individuelle Auswirkungen und Effekte eines bedingungslosen Grundeinkommens in der besagten Region zu messen. Und auch ein zweiter Ort wird das Grundeinkommen testen: Podilske in der Oblast Tscherkassy (Cherkasy Oblast).

In Pawlohrad sollen vor allem soziale Indikatoren wie strukturelle Veränderungen des Arbeitsmarktes von bedingungslosen Geldtransfers auf dem Arbeitsmarkt, objektives und subjektives Wohlbefinden der Teilnehmer und Veränderungen der psychischen und physischen Gesundheit analysiert werden.

Die Bestätigung zur Durchführung des Grundeinkommensexperiment in Pawlohrad erfolgte bereits am 29. November 2018. Pavlo Movchan, Stadtverantwortlicher und ukrainische Öffenlichkeitsperson, verkündete an diesem Tag, dass "die Stadtverwaltung interessiert [ist] und den Vorschlag der Sozialorganisation Grundeinkommen-Ukraine zur gemeinsamen Umsetzung in der Stadt Pawlohrad ein Projekt zur Einführung des Grundeinkommens [unterstützt], dessen Ziel es [ist], den Bewohnern der Stadt einen angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten".

Das Experiment befindet sich derzeit am Anfang seiner Vorbereitungsphase. Dafür soll eine Arbeitsgruppe zusammengestellt werden, die sich aus Vertretern von ukrainischen Exekutivorganen, der ukrainischen Sozialgesellschaft, Soziologen aus verschiedenen Ländern, öffentlichen Organisationen und Forschern zusammensetzen wird.

An dem Pilotprojekt sollen 2.000 zufällig ausgewählte Bürger aus Pawlohrad teilnehmen. Vorgesehen ist eine Auszahlung von 100 Euro monatlich für einen Gesamtzeitraum von 24 Monaten. Das Grundeinkommen stellt ungefähr ein Drittel des Durchschnittsgehalts in der Ukraine dar (9000 UAH entsprechen ungefähr 286 Euro).

Derzeit sei die Stadt noch nicht in der Lage das Experiment aus eigener Tasche komplett selbst zu finanzieren, so Pavlo Movchan. Das Geld für die monatliche Auszahlung, sprich dem Geldtransfer des Grundeinkommens an die 2.000 Probanden, soll mithilfe von Spenden von öffentlichen und privaten Wohltätigkeitsorganisationen sowie ausländischer Organisationen gesammelt werden.

Während Pawlohrad laut den letzten Erhebungen circa 108.000 Einwohner hat, wohnen in Podilske nur 800 Menschen. Die Kleinstadt wird vom jüngster Bürgermeister der Urkraine geführt: Artem Kukharenko. Er setzt sich seit seiner Amtsübernahme im vergangenen Jahr für kostenloses W-Lan, die Erneuerung der Straße und die Besetzung der Schulen mit entsprechenden Lehrern ein.

Auch in Podilske wird das Projekt für zwei Jahre angesetzt: "Dieses Grundeinkommensexperiment wird einen regelmäßigen, bedingungslosen Bargeldtransfer von monatlich 200 Euro an alle Dorfbewohner von Podilske auszahlen". Oberstes Ziel ist, den Lebensstandard der Bewohner zu erhöhen, die Attraktivität des ländlichen Lebens zu stärken und mehr Menschen, insbesondere junge Mensche, anzuziehen.

Quellen:

BasicIncome

Euromaidanpress

BasicIncome

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Schaut nach einem Publicity Stunt aus.

Fuer die Ukraine, eines der aermsten Laender Europas, sicherlich das Letzte was man braucht, im Gegenteil das Land hat eine riesigen Rueckstand aufzuarbeiten - mit Arbeit.

So gibts halt mal was anderes zu melden als immer nur Neonazis, Oligarchen, Korruption und Kriegshetze.
Für Deutschland undenkbar.

Wir stehen kurz vor der Vollbeschäftigung. Oder?

hab ich gehört, haben die im Fernsehapparat gesagt.

3 Tage im Jahr kann man an den Weihnachtsmann glauben ohne das Widerspruch zu erwarten ist.

heut ist schon Tag 2
Garbage In, Garbage Out. Schon im Ansatz falsch konstruiert. Die entscheidende Frage ist wie sich diejenigen verhalten, die unterm Strich die Zeche zahlen. Und das kann man nur im geschlossenen System.
Man müsste in der Stadt eine neue Steuer einführen und daraus dann das Grundeinkommen finanzieren. Aber bitte ohne antifaschistischen Schutzwall.

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel