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Fonds-Vertrieb 2019: „Das sollte Kernprodukt jeder Anlage sein“

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
20.12.2018, 08:39  |  871   |   |   
In unserer Serie über die Pläne der Fondsgesellschaften für 2019 kommt der Geschäftsführer der Erste Asset Management in Deutschland, Oliver Röder, mit einem ausgesprochen antizyklischen Ansatz um die Ecke. Auch der ausdrücklich abgefragte antizyklische Tipp ist eher ungewöhnlich.Welche Fondskategorien stehen bei Ihnen im kommenden Jahr vertrieblich vorn?
Oliver Röder: Aus unseren Analysen geht hervor, dass Emerging-Markets-Anleihe-Strategien vertrieblich sicherlich vorn stehen werden. Das gilt auch für nachhaltige Investments, die einen zusätzlichen Schub erfahren werden.
Welche einzelnen Fonds oder Fondsgruppen stehen außerdem im Fokus?
Röder: Im Fokus bei uns stehen auch individuelle Lösungen im Multi-Asset-Bereich, die Kernprodukt jeder Anlage sein sollten.
Außerdem hätte ich gerne einen antizyklischen Tipp.
Röder: Kreditsichere Staatsanleihen wie beispielsweise Bundesanleihen oder US-Treasuries wurden aufgrund des niedrigen Zinsniveaus in den letzten Jahren sukzessive aus den Portfolios entfernt. Sollte eines der zahlreichen Risiken wie die Eskalation des Handelskonflikts zum Tragen kommen, würden hier aber sicher wieder Positionen aufgebaut werden.
Das Thema Nachhaltigkeit, also ESG, hat ja nun schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel und wird immer wieder mal hervorgeholt. Was ist dieses Mal anders?
Röder: In der EU kommen derzeit sowohl von der EU-Kommission als auch dem EU-Parlament starke Signale zum Thema Nachhaltigkeit im Finanzmarkt. Es wurde ein Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen entworfen und ein Fahrplan für eine stärker vernetzte und implementierte nachhaltige Finanzwirtschaft vorgelegt – Stichwort "Sustainable Finance". Auf institutionelle Investoren steigt damit der Druck, auf eine nachhaltige Anlagestrategie zu setzen. Eine Entwicklung, die uns noch lange begleiten wird.
Welcher Ansatz für ESG ist Ihrer Meinung nach der beste? Wann gibt es endlich Standards?
Röder: Einen besten Ansatz gibt es meines Erachtens nach nicht, da es hier zu viele regionale, ethische und moralische Einstellungen zum Thema Nachhaltigkeit gibt. Für den einen umfasst das Thema nur Umwelt- beziehungsweise Naturschutzaspekte, für den anderen aber auch Fragen aus den Bereichen Soziales oder Unternehmensführung. Für einen Anleger ist Atomenergie eine Priorität – insbesondere in Österreich – für den anderen ein Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen.
Je nach Motivation gibt es Best-in-Class Ansätze: Engagement, also Unternehmensdialog, oder Impact Investment, um einige zu nennen. Wir sind der Ansicht, dass die größte Wirkung durch den Einsatz aller zur Verfügung stehenden Mittel erreicht werden kann.
Nennen Sie mir bitte ein Thema, das 2019 besonders wichtig für die Fondsbranche wird oder ist.
Röder: Nachdem die letzten Jahre sehr stark durch verschärfte Regulierung geprägt waren, hegen wir die Erwartung, dass auf diesem Gebiet jetzt etwas mehr Ruhe einkehren sollte. Das hat zwei ganz klare Vorteile: Ressourcen werden zukünftig anders eingesetzt werden können und dies ermöglicht uns wiederum, noch stärker auf Kunden und Märkte einzugehen.
Ist Donald Trump Ende 2019 immer noch Präsident?
Röder: Basierend auf den Ergebnissen der Midterm Elections, bei denen die Republikaner ihre Mehrheit im Senat verteidigen konnten, müssen wir davon ausgehen.

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