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Sparen Sparen muss sich wieder lohnen!

25.12.2018, 16:23  |  1283   |   |   

Sparen bietet Sicherheit. Sicherheit, dass ein großer Teil des Geldes hinterher weg ist! Und das ganz ohne Eigenverschulden. Welche Optionen zwischen Konsum und Spekulation bleiben, beziehungsweise, ob überhaupt welche bleiben, das wollen wir hier erörtern.

In Zeiten des Nullzins fällt den Sparern das Lachen schwer. Alternativen gibt es für den Otto-Normal-Bürger kaum und gute oder sichere Alternativen gar nicht. Für die Wirtschaft ist dies nichts Schlechtes, denn wer finanzielle Grundkenntnisse besitzt, der wird zumindest die 2% Inflation ausgleichen wollen. Staatsanleihen und Finanzprodukte der Universalbanken sind für Deutsche meist der erste Schritt in die Investition (oftmals zugleich der letzte).

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Wenn es denn zwei Prozent Inflation wären. Die Inflation wird, wie allgemein bekannt anhand eines repräsentativen Warenkorbs ermittelt, nur ist dieser für den Großteil der Bundesbürger nicht repräsentativ. Mehrfach wurde dies nun bei unabhängigen Stichprobenerhebungen festgestellt. Dort kamen die Probanden mit ihrem Warenkorb auf 4-7% Inflation. Entweder war keine dieser Erhebungen für die Gesamtpopulation repräsentativ, oder der repräsentative Warenkorb muss dringend überarbeitet werden. Wenn ein Normalbürger, der natürlich nicht um diesen Umstand weiß, in herkömmliche Bankprodukte und Staatsanleihen investiert, so wird er aller Voraussicht nach jährlich 3-6% seines Geldes verlieren. Die Bank und der Staat ziehen Nutzen daraus. Wäre der Homo Economicus tatsächlich Realität, dann würde schon lange kein Deutscher mehr sparen und noch weniger würden in Werte investieren, die sich durch niedrige Renditen das Prädikat "sicher" erschlichen haben. Sicherer Verlust durch Inflation ist schlicht und einfach kein sicheres Investment.


Wenn es so weitergeht wie bisher, bleibt die einzige Möglichkeit des "konservativen" Vermögensaufbaus das Investieren in Aktien oder Indizes. Oder aber das Geld wird für Konsumgüter ausgegeben und fließt auf diese Weise in den Markt. Verfolgen wir diesen Gedanken weiter, gelangen wir zu dem Schluss, dass Deutsche noch mit der nun heranwachsenden Generation auf die selbe Art mit ihrem Kapital verfahren könnten, wie wir es seit Jahrzehnten in den USA beobachten konnten. Aktieninvestments, besonders in Form von Fonds, Konsumkultur bis zur Verschuldung und Immobilienblasen prägten von dort aus unsere Weltwirtschaft. Nun ist die Gefahr einer Immobilienblase in Deutschland zwar gegeben, jedoch auch der Hintergrund ein anderer. Der wesentliche Punkt der das finanzielle Treiben des zukünftigen Durchschnittsdeutschen von dem des Amerikaners unterscheiden wird, ist, dass er keine sechsstelligen Schuldensumme aufbaut. So weit ist es in den USA nämlich schon längst gekommen. Dort ist es die Norm, Schulden anzuhäufen - insbesondere Konsumschulden. Kreditkarten sind eine Selbstverständlichkeit und Bargeldzahlungen eine Eigenart. Dies könnte daran liegen, dass bei vielen eben kein Bargeld vorliegt. Dennoch wollen und können sie konsumieren, als würde es vorliegen. Dank Kreditaufnahme ist dies zwar möglich, doch es bleibt auf die Realwirtschaft übertragen ein furchtbares Fiasko.


Wir müssen also ohnehin hoffen, dass Deutschland von einer solchen Finanzkultur verschont bleibt. Nun gibt es jedoch fundamentale Probleme: Geschäftsbanken haben kein Interesse daran und ziehen nur Vorteile aus Kreditnehmern. Ein gutes Beispiel hierfür war der Versuch der Landesbank Berlin, das Weihnachtsfest auszunutzen. Darüber habe ich bereits in diesem Artikel (https://geldhelden.org/blog/amazon-will-dein-weihnachtsfest-ruinieren) ausführlich berichtet.
Niedrigzinspoltik wird so zum weitern Sargnagel, denn sie sorgt nicht nur dafür, dass Geld in den Markt fließt, sondern auch dafür, dass es langfristig keine reale Entsprechung findet, weil es zu großen Teilen in spekulative Märkte fließt. Der Homo Economicus wird von 2-7% Inflation dazu gedrängt so zu handeln und der Normalbürger wird sein Kapital im besten Fall verkonsumieren und im schlimmsten Fall Schulden aufbauen die letzten Endes niemand zurückzahlen wird. Niemand außer der frühere Sparer, der nun diese Schulden in Form von Staatsanleihen begleicht.
Nun ist das hier beschriebene Problem natürlich allgemein bekannt, doch genau das sollte uns nicht aufatmen lassen. Es sollte uns im Gegenteil verstören, denn es zeigt, dass die deutsche Wirtschaft vielleicht gar nicht mehr in der Lage ist Zinsen auszuschütten. Diese Folgerung mag etwas eindimensional sein und viele ebenfalls relevante Punkte nicht mit einbeziehen, doch ein historischer Vergleich zeigt, dass eine Inflation wie wir sie heute haben früher immer ansatzweise durch die Zinsen ausgeglichen wurde. Ein Problem liegt also vor, wo genau dieses zu lokalisieren ist, muss jeder für sich selbst vermuten.

Fazit:
Inflation ist vordergründig gewollt und wird damit begründet, dass der Homo Economicus sein Geld sonst einbehalte. Dadurch fließe es nicht in den realen Markt, obwohl es zwingend dort seine Entsprechung finden müsste, damit unsere Wirtschaft funktioniert. Wenn jedoch die Inflation in einem so hohen Bereich wie 3-7% liegt und dieser Wertverfall nicht durch Zinsen ausgeglichen werden kann, dann fließt das Geld in Märkte, die mindestens die Inflation ausgleichen müssen. Bei 3-7% mindest notwendiger Rendite sind diese Märkte zwangsläufig zu einem großen Teil spekulative Märkte. Hier fließt das Geld ebenfalls nicht direkt in die Realwirtschaft. Noch größer wird dieses Problem, wenn der Konsum nullzinsbedingt so sehr wächst, dass Kredite zur Normalität werden, denn auch diese schaden der Realwirtschaft.

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