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Anlage-Chance 2019 – Das Comeback der Lithium-Aktien

Nachrichtenquelle: IRW Press
27.12.2018, 15:34  |  8374   |   |   

Dirk Harbecke, Chairman von Rock Tech Lithium, erläutert Hintergründe zum Lithiummarkt: Jahresausblick - Der Markt wird erwachsen:

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

2018 war kein gutes Jahr für Lithium-Aktien. Das gilt auch für Rock Tech Lithium. Hauptgrund waren von Analysten prognostizierte Überkapazitäten. Doch es spricht einiges dafür, dass sich diese Befürchtungen 2019 zerstreuen. Denn der Markt beginnt, erwachsen zu werden. Dafür gibt es im Wesentlichen fünf Gründe:

1. Im kommenden Jahr gehen die ersten ernst zu nehmenden Tesla-Jäger an den Start. Am wichtigsten ist wahrscheinlich der Markteintritt von VW. Der Konzern beginnt Ende 2019 in Zwickau mit der Produktion des ID. Dabei handelt es sich um das erste Fahrzeug von Volkswagen, das von Anfang an als Elektroauto konzipiert wurde. Der ID soll an die Erfolge des Golfs anknüpfen. Eine wichtige Basis dafür ist der Preis. Der ID soll in etwa so viel kosten wie ein Golf Diesel, also rund 30.000 Euro. Damit ist er in etwa halb so teuer wie das Model 3 von Tesla in Europa, das ebenfalls auf den Massenmarkt zielt.

Mit dem ID führt VW gleichzeitig den Elektrobaukasten MEB ein, auf dem künftig alle elektrisch motorisierten VW-Modelle basieren. Im Klartext heißt das: Nach der Markteinführung des ID wird es Schlag auf Schlag gehen. Als erstes soll es analog zum Tiguan einen Crossover geben. Dann folgen der E-Bulli Buzz und eine Luxuslimousine als Nachfolger des Phaetons. Vor allem in Europa sind die Volumenhersteller gezwungen, umfangreich Hybrid- und E-Autos herzustellen und zu verkaufen. Ansonsten werden sie die für ihre Fahrzeugflotten vorgeschriebenen CO2-Obergrenzen deutlich überschreiten. Dann drohen milliardenschwere Strafzahlungen.

2. Wenn bei den großen Volumenherstellern die ersten richtigen E-Autos und nicht umgebaute Golfs vom Band rollen, wird der Markt verstehen, dass das „Batterie-Zeitalter“ begonnen hat. Derzeit entstehen weltweit rund 40 Gigafactories, die schon bald riesige Mengen an Akkus produzieren werden. Weitere befinden sich in Planung. Der größte Teil der Nachfrage wird aus der Automobilindustrie stammen. Hier kommt es bereits heute zu Engpässen. So z.B. bei Jaguar: Das Unternehmen wird nach Medienberichten vom Erfolg seines E-Autos I-Pace selbst überrascht. Allerdings wird der Markt gleichzeitig „lernen“, dass E-Autos zwar das größte Einsatzgebiet für Akkus sind, jedoch bei weitem nicht das einzige.

Zwei weitere größere Anwendungsbereiche sind Stromspeicher für Immobilien, die mit Solaranlagen ausgestattet sind, und große Batterien für Stromnetze, die regenerativ erzeugte Energie speichern.

3. Gleichzeitig werden Marktteilnehmer die Batterie-Supply-Chain beginnen zu verstehen - angefangen von der Produktion der benötigten Rohstoffe wie Lithium und Kobalt über die chemische Weiterverarbeitung bis zur Produktion von Kathoden. Schließlich folgen die Herstellung der Batterie-Zellen und darauf aufbauend die der Batterie-Blöcke. Dabei wird sich herauskristallisieren, dass Deutschland eine eigene Batterie-Zellen-Produktion braucht. Denn Zellen sind das wichtigste Vorprodukt für die Akkus-Packs. Ohne eine eigene Produktion, droht eine gefährliche Abhängigkeit vor allem von chinesischen Produzenten, die im Zweifelsfall bei Engpässen eher die Nachfrage aus dem Heimaltland bedienen werden. Ich bin sicher, dass VW im kommenden Jahr den Bau einer eigenen Batterie-Zellen-Fabrik ankündigen wird.

4. Die Lithium-Industrie wird transparenter. Umfangreiche Produktionsverzögerungen bei großen Herstellern wie SQM und Albemarle haben bereits 2018 gezeigt, wie schwierig es ist, bestehende Förderungen auszubauen beziehungsweise neue Lagerstätten zu erschließen. Zwar gibt es weltweit – theoretisch - ausreichend Lithium. Das Problem ist jedoch, dieses in Batteriequalität zu produzieren. Gleichzeitig wird die Nachfrage in den kommenden Jahren massiv anziehen. Die Unternehmensberatung Roland Berger rechnet bis 2025 mit einem jährlichen (!) Anstieg von mehr als 40 Prozent.

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