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Börsenausblick Start frei 2019 !

Gastautor: Jörg Wiechmann
08.01.2019, 11:47  |  411   |   |   

Mit einem Rückgang von über 18% verzeichnete der DAX im abgelaufenen Jahr 2018 das schlechtestes Jahresergebnis seit 10 Jahren. Zwar haben wir im IAC seit unserer Gründung im Jahr 1998 schon deutlich größere Börsencrashs überstanden. Wie in jedem Crash warnen aber auch diesmal die Schwarzseher wieder, dass dieses Mal alles anders (schlimmer!) sei. Und da man diese Warnungen trotz aller Erfahrung nicht auf die leichte Schulter nehmen will, habe ich die Festtage genutzt, um jenseits der schreckeinflößenden Börsen-Schlagzeilen einen Blick auf die Fakten zu werfen. Die stellen sich wie folgt dar: Die US-Börse beendete das Jahr 2018 gemessen am Dow Jones Index mit rund 6% im Minus. Entsprechend haben sich die in ihm enthaltenen Aktien wie Apple, McDonald´s, Coca-Cola oder Microsoft verbilligt. Gleichzeitig sprudeln bei den US-Konzernen jedoch ordentlich die Kassen - nicht zuletzt auch dank Trump´s Steuerreform. Im Schnitt dürften die US-Multis 2018 einen üppigen Gewinnanstieg von rund 20% erzielt haben. Relativ zu ihrem somit gestiegenen Ertragswert haben sich US-Aktien damit fundamental sogar um fast 30% verbilligt. Derartige Bewertungsabschläge innerhalb eines Jahres sind schon eine Seltenheit. Geschuldet ist der aktuelle Abschlag dem Umstand, dass viele Börsianer angesichts Handelsstreit, Brexit, Zinsanstieg und Italo-Schulden für die Wirtschaft in 2019 schwarzsehen. Und tatsächlich: Angesichts des mittlerweile seit acht Jahren andauernden Wirtschaftsaufschwungs ist die nächste Rezession lediglich eine Frage der Zeit. Nur sind Rezessionen keine finanziellen Weltuntergänge, sondern lediglich Phasen, in denen die Wirtschaft mal nicht wächst, sondern kurzzeitig schrumpft. Derartige Phasen gab es seit der Gründung des Dow Jones Index 1884 bereits 28 mal, also im Schnitt alle 4,8 Jahre – und der Dow hat sie alle überstanden. Zwar schrumpfen üblicherweise in einer Rezession auch die Unternehmensgewinne kurzzeitig. Aber gleich um 30%, wie es die fundamentale Verbilligung der Kurse derzeit einpreist? Das ist schon mehr als unwahrscheinlich. Vielmehr scheint es so, dass die Börsianer wieder einmal dazu neigen, zu übertreiben. Zu Beginn des Jahres noch kollektiv im "Goldilocks"-Rausch - der Freude über die beste aller Konjunkturwelten - haben jetzt die Pessimisten das Zepter übernommen. Doch schon wenn es in Sachen Konjunktur, Handelsstreit oder Brexit in 2019 etwas weniger schlimm kommt, als in den aktuellen Kursen eingepreist, weist die Börse erhebliches Aufholpotenzial auf. Und wenn es doch anders kommt und die Kurse auch 2019 noch einmal fallen? Nun, unmöglich ist das natürlich nicht. Statistisch gesehen wäre es aber eine Seltenheit: Zwar schlossen deutsche Aktien in den vergangenen 50 Jahren 11 Jahre im Verlust ab. Nur ein einziges Mal folgten dabei aber gleich mehrere Verlustjahre aufeinander: beim Platzen der Technologie-Blase 2000 bis 2002. In allen anderen Fällen folgten auf ein Verlustjahr immer Gewinnjahre. Nach den letzten drei Verlustjahren (2011, 2008 und 2002) lag der Gewinn im Folgejahr dabei im Durchschnitt bei stolzen 30%. Kein Wunder, schließlich weist die Börse langfristig einen Aufwärtstrend von durchschnittlich rund 9% pro Jahr auf. Fällt dieser Gewinn einmal aus und kommt es stattdessen sogar zu einem Verlust, muss dieser Verlust zusätzlich zu dem ausgefallenen Gewinn in den Folgejahren aufgeholt werden. Nur so ergibt sich der langfristige Schnitt. Dazu aber bedarf es nach Verlustjahren stark überdurchschnittlicher Kursanstiege. Wohl dem, der dann die niedrigen Kurse konsequent zum Einstieg genutzt hat.

Sie möchten sich selbst ein Bild von den langfristigen Chancen und Risiken der Börse machen? Eine Übersicht aller Jahresergebnisse des DAX-Index seit 50 Jahren sowie die Entwicklung der US-Börse und ihrer Rezessionen finden Sie unter www.iac.de/pv

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