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Warum die TOP-ETFs 2018 jetzt ein schlechter Kauf sein könnten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.01.2019, 09:00  |  349   |   |   

Das Weihnachtsgeld aus 2018 will natürlich auch 2019 standesgemäß investiert werden. Am liebsten in eine Aktie, einen Fonds oder einen ETF mit mächtig viel Rendite.

Was läge da näher, als in aller Kürze durch die Liste der TOP-ETFs 2018 zu blättern. Denn wie bei TOP-Waschmaschinen oder TOP-Smartphones möchte man natürlich nur das Beste für sein hart verdientes Geld.

Aber Vorsicht! Vielleicht läuft es bei Aktien, Fonds und ETFs doch etwas anders als bei Waschmaschinen und Smartphones.

Es war nicht alles schlecht

Nicht alles lief schlecht 2018. Klar, der „Markt“ bzw. dessen Stellvertreter in Indexform hat Federn lassen müssen. Der DAX-Kursindex (der mit ohne Dividenden) verlor traurige 20 % an Wert.

Doch auch in allgemein schlechten Marktphasen gibt es hier und da Gewinner. Hype-Aktie Wirecard (WKN:747206) verteuerte sich trotz aller Widrigkeiten 2018 um sensationelle 40 %.

Ein DAX-ETF war 2018 sicher eine eher schlechte Wahl. Wer hingegen den VIX (ein Volatilitätsindex auf den S&P 500) in Form eines ETF im Depot hatte, konnte sich 2018 über gut 30 % Rendite freuen.

Ein ETF, der die Preisentwicklung von Palladium abbildet, hätte sich 2018 ebenfalls gut im Depot gemacht. Hier wäre ein Plus von bis zu 25 % drin gewesen. Auch Branchen-ETFs, die sich auf den Megatrend Cyber Security spezialisiert haben, standen 2018 auf der Gewinnerseite.

Nach der Waschmaschinen-Fünf-Sterne-Top-Bewertungslogik müsste man 2019 also auf eine steigende Volatilität beim S&P 500, bei Palladium und Cyber Security setzen.

Sollte man unbedingt? Nein, das denke ich nicht! Ganz im Gegenteil.

Buy High, Sell Low

Man merke sich diesen einen Satz: „Vergangene Gewinne sind keine Garantie für zukünftige Gewinne.“ Jetzt sollte man sich drei Mal im Kreis drehen und diesen Satz mindestens fünf Mal laut aufsagen.

Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass dieser Satz zwar logisch klingt, aber der alltäglichen Erfahrung radikal widerspricht. Die Sonne ging heute Morgen auf und wird morgen garantiert auch noch aufgehen. Diese Regel mag in fünf Milliarden Jahren nicht mehr gelten. Aber für das Zeitfenster eines Menschenlebens sind wir gut beraten, uns unsere Umwelt als stetig dahinplätscherndes Muster einzuprägen.

An der Börse wird diese im Alltag doch recht nützliche Fähigkeit auf den Kopf gestellt. Denn ein ETF, der heute 30 % mehr kostet als vor einem Jahr, der ist erst mal nur eines: teurer geworden. Da niemand die Zukunft kennt, ist die Annahme, dass dieser ETF in einem Jahr noch teurer sein könnte, pure Fantasie. Niemand weiß das. Aber was weiß man denn? Eines ganz sicher: dass man heute für den ETF mehr bezahlen muss als noch vor einem Jahr. Und wer bezahlt schon gerne mehr?

Wer jedes Jahr die TOP-ETFs des vergangenen Jahres kauft, der kauft im allerschlimmsten anzunehmenden Fall immer systematisch zu hoch. In Kombination mit dem Verkauf von ETFs, die im vergangenen Jahr schlecht gelaufen sind, ergibt sich ein Teufelskreis, der zwar menschlich ist, aber trotzdem äußerst renditeschädlich sein kann. Stichwort: Performance Chasing.

Ich bleibe bei den Klassikern

Ja, der DAX hat 2018 keine Freude gemacht. Aber eines hat er trotzdem geschafft: Er ist jetzt günstiger zu haben als noch vor einem Jahr.

Das sollte man feiern! Schließlich dürfte das eher die Ausnahme als die Regel sein. Der S&P 500 wird seit 1880 kontinuierlich teurer. Daran haben auch die vielen kleinen, im großen Bild doch eher wenig beeindruckenden Krisen nichts geändert.

Für den DAX gibt es ebenfalls genug Gründe, um anzunehmen, dass 2018 mehr Bärenfalle als Trendwende in Richtung Abgrund war.

Klar, ich könnte jetzt „auf die Jagd gehen“ nach „besseren Alternativen“ zum langweiligen DAX. Aber der Begriff passives Investieren kommt nicht von ungefähr. Außer „nachkaufen“ bleibt einem da leider nicht viel zu tun. Man ist beim Reichwerden zum Zuschauen verdammt. Schrecklich, oder?

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