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Fazit zu 2018 und Erwartung an 2019

Gastautor: Sven Weisenhaus
09.01.2019, 10:47  |  1114   |   |   

Im Rückblick auf das Jahr 2018 kann man von einem schlechten, ja sogar verlorenen Jahr für Aktien-Anleger sprechen. Denn wie mein Kollege Torsten Ewert am Montag schon schrieb, ist die Jahresperformance diverser Aktienindizes so schwach wie seit der Finanzkrise vor 10 Jahren nicht mehr.

Allerdings sollte man die positiven Aspekte der vergangenen 12 Monate nicht völlig außer Acht lassen. Denn die Aktienindizes in den USA haben erst Anfang Oktober noch neue Allzeithochs markiert haben. Und selbst im deutlich schwächeren DAX sahen wir im vergangenen Jahr noch ein neues Allzeithoch - im Januar. Zwar ging es danach bis Ende März deutlich abwärts, doch bis zum Sommer erholten sich die Kurse noch einmal deutlich. Daher hatte bis dahin wohl auch noch kaum jemand einen Jahresschlussstand von nur etwas mehr als 10.000 Punkten im DAX auf dem Schirm.

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Es war also eher ein schlechtes oder auch verlorenes zweites Halbjahr bzw. mit Blick auf die US-Indizes sogar nur ein schlechtes viertes Quartal. Man neigt aber eben dazu, in 12-Monats-Abschnitten zu denken. Und in jedem Fall waren die vergangenen 12 Monate hochvolatil. Doch genau dies hatten wir prognostiziert. Und daher bin ich sogar relativ zufrieden mit dem Jahresverlauf. Dazu ein kleiner Rückblick:

2018: Hohe fundamentale Bewertung traf auf steigende Zinsen

Noch Ende 2017 hatte ich einen freundlichen Jahresausklang 2017, aber einen holprigen Jahresstart 2018 erwartet und in meiner ersten Börse-Intern des Jahres 2018 prognostiziert, dass 2018 ein schwieriges Jahr für Aktien wird. Nach dem tatsächlich bullishen Jahresausklang 2017 und dem heftigen Kurseinbruch Ende Januar / Anfang Februar bzw. bis Ende März warnte ich dann im weiteren Verlauf des Jahres gebetsmühlenartig vor der relativ hohen fundamentalen Bewertung einiger (US-)Aktien bei einer gleichzeitig restriktiver werdenden Geldpolitik der US-Notenbank. Neben den steigenden (Leit-)Zinsen kam dabei immer wieder der Verweis auf den „Fed-Plan“, also die geringer werdenden Reinvestitionen auslaufender Anleihen (siehe zum Beispiel „Positive Wachstumsaussichten stützen, steigende Zinsen belasten“).

Plan der Fed zur Bilanzverkürzung

Und daher sah meine Prognose zum DAX bereits in der Börse-Intern vom 15.02.2018 wie folgt aus:

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OK, das weitere Allzeithoch (im Rahmen der Wellen 5, grüner Pfeil) wurde 2018 nicht mehr ganz erreicht, aber das Kursziel von etwa 10.000 Punkten im Rahmen der (ABC-)Korrektur (roter Pfeil) ziemlich exakt abgearbeitet. Und passend dazu kam ab Mitte 2018 auch die Sorge vor nur noch halb so stark wachsenden Unternehmensgewinnen in 2019 hinzu.

Während viele Medien die gefallenen Aktienkurse mit dem Brexit und insbesondere dem Handelsstreit zwischen den USA und China begründet haben, sah ich die drei schon frühzeitig genannten Aspekte (hohe Bewertung, sinkendes Gewinnwachstum, Geldpolitik) als ausschlaggebend für die Korrektur an. Und meines Erachtens liegen diese Punkte näher an der Wahrheit, als die Begründungen vieler Medien.

2019 wachsen die Unternehmensgewinne nur noch weniger als halb so schnell

Und was die Unternehmensgewinne betrifft, so erwarteten die Analysten am 21. Dezember nach einem Gewinnwachstum von voraussichtlich 20,3 % in 2018 für 2019 nur noch ein Plus bei den Unternehmensgewinnen im S&P 500 von 7,9 %. Im November lag diese Erwartung noch bei 9,7 %.

S&P 500: Umsatz- und Gewinnwachstum von 2010 bis 2019
(Quelle: FactSet)

Sogar die Erwartungen an das Umsatzwachstum wurden zurückgenommen, wenn auch nur leicht von 5,4 % im November auf 5,3 % im Dezember. Keine Frage, diese Entwicklung kann der Handelsstreit (und vielleicht in geringem Maße auch der Brexit) verstärkt haben, doch das zukünftig sinkende Gewinnwachstum, die hohen Bewertungen und die steigenden (Leit-)Zinsen hatten eine Korrektur schon längst überfällig gemacht.

Seitwärtstendenz mit überschießenden Kursen nach oben und unten?

Während andere noch im Oktober die neuen Allzeithochs in den US-Indizes feierten, verfolgten wir daher in der Börse-Intern längst das Szenario einer Seitwärtsphase auf hohem Niveau, bei der es sowohl zu einem Überschießen auf der Ober- als auch auf der Unterseite kommen konnte (siehe dazu auch zum Beispiel Börse-Intern vom 16.02.2018). Mit den Allzeithochs in Dow Jones & Co. haben wir im Oktober folglich das Überschießen auf der Oberseite gesehen. Und im neuen Börsenjahr 2019 stellt sich nun die erste Aufgabe, zu beobachten, ob die aktuellen Kursverluste nur das entsprechende Überschießen auf der Unterseite sind.

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