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Marktbericht Januar 2019 Turbulentes Jahr findet dramatischen Abschluss

09.01.2019, 14:00  |  302   |   |   

Werthaltige Nebenwerte aus Euroland und China bieten Chancen

Ein turbulentes Jahr an den Aktienmärkten findet seinen dramatischen Abschluss

 

Die zeitweise großen Marktschwankungen an den Aktienmärkten– im Januar und Februar sowie im Oktober und November – führten den Anlegern im Verlauf des Jahres 2018 vor Augen, dass die Kursanstiege mit niedriger Volatilität der vergangenen Jahre in einem inflationsfreien Wachstum, in Kombination mit expansiver Geldpolitik keine Selbstverständlichkeit sind. Doch so richtig wachgerüttelt wurden die Investoren von den Kapitalmärkten im Dezember. Die seit Monaten sich aufbauenden makroökonomischen Belastungen lösten panikartige Kursbewegungen aus. Die Angst vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank, gekoppelt mit einer schwächelnden Konjunktur in China und deutlichen Wachstums-abschwächungen in Europa dürfen als Ursachen angeführt werden. Speziell in den letzten Handelstagen wurden sichere Häfen wie Staatsanleihen und Gold gesucht, während risikoreichere Anlageklassen wie Hochzinsanleihen, Rohstoffe und Aktien zu nahezu jedem Preis verkauft wurden. Insbesondere dürfen die Bewegungen an den amerikanischen Aktienmärkten ohne Übertreibung als historisch bezeichnet werden. Mit einem Verlust von über 9 Prozent verzeichnete der S&P500-Index die schlechteste Ent-wicklung in einem Dezember seit 1931. Allein am Heiligen Abend verlor der Index 2,7 Prozent – das größte Minus seiner Berechnung im Jahr 1928.

 

Zehn Jahre nach der Finanzkrise und nach vielen Jahren mit positiven Entwicklungen an den Kapitalmärkten wurden Anleger im Jahr 2018 seit langer Zeit wieder mit Kursverlusten konfrontiert. Das ist per se nicht außergewöhnlich. Außergewöhnlich war vielmehr, dass offensichtliche Risiken über einen derart langen Zeitraum oft nicht adäquat diskontiert wurden. Über Jahre lieferten aggressive Investmentstile ohne Berücksichtigung von Risiken gute Renditen Vorausschauendes, risikobewusstes Handeln wurde oft nicht belohnt. Ist das nun ein Paradigmenwechsel? Vielleicht. Das klingt zwar auf den ersten Blick wenig erfreulich, doch das Investmentumfeld bietet weiterhin exzellente Chancen. Korrekturen gehören zur Kapitalanlage genauso wie Kursgewinne und Zins- bzw. Dividendenerträge. Mit einer wertorientierten und verantwortungs-bewussten Anlagestrategie sollten aber die Vermögenseinbußen in diesen Phasen abgefedert werden können, auch im Falle von dramatischen Kurseinbrüchen wie im späten Verlauf des Jahres 2018. Letztendlich bietet jeder Preisrückgang von qualitativ hochwertigen Anlagen wieder die Chance für Neuengagements.

 

 

Der deutsche Leitindex DAX gehörte zu den großen Verlierern

 

 

Die Wertentwicklung des DAX war im vergangenen Jahr eine Enttäuschung. Deutsche Standardwerte mussten die schlechteste Wertentwicklung seit einem Jahrzehnt hinnehmen. Im Vergleich zum Rekordstand Ende Januar liegt das Minus bei 21 Prozent, seit Jahresanfang sind es 18 Prozent. Die Kursverluste einzelner Werte in 2018 war durchaus dramatisch:

 

Als größte Volkswirtschaft Europas ist Deutschland stark von internationalen Handelsströmen abhängig. Mit seinem hohen Anteil an Exporteuren gilt der DAX als Globalisierungsindex und ist so etwas wie das Barometer des Welthandels. Dieser Welthandel sieht sich zunehmenden Gefahren gegenüber. Andauernde politische Spannungen und Handelskonflikte führten zu einer stetigen Abkühlung des ökonomischen Klimas und hatte zahlreiche Gewinnwarnungen deutscher Unternehmen zur Folge. Mit dem Aufkommen von Protektionismus und Nationalismus in vielen Teilen der Welt erwachte bei Investoren die Furcht vor einer schleichenden De-Globalisierung. Entsprechend ist der Pessimismus bei vielen Marktteilnehmern groß. Mit den Kurskorrekturen haben sich die Bewertungen am deutschen Aktienmarkt dramatisch verbessert. Das Chance-Risiko-Profil ist damit deutlich attraktiver geworden.

 

 

2019 – Jahr der konjunkturellen Abkühlung

 

 

Zu Beginn eines neuen Kalenderjahres überbieten sich Banken und Investmenthäuser mit Jahresausblicken und -prognosen. Vergleicht man 12 Monate später die Vorhersagen mit den realisierten Ergebnissen, macht sich meist Ernüchterung breit. Wir erachten derartige Jahresausblicke als sinnlos. Daher nehmen wir von Punktprognosen Abstand und versuchen vielmehr uns und unsere Kunden auf die potentiellen Konjunktur- und Marktentwicklungen vorzubereiten.

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