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Ausblick Aktien & Renten 2018 war ernüchternd - wie geht es weiter?

10.01.2019, 09:52  |  352   |   |   

Degroof Petercam AM zeichnet ein optimistisches Bild von der Zukunft – mit selektiv positiven Aussichten für Wertsteigerungen und Erträge bei Aktien und Renten. Für eine Rezession ist es noch zu früh. Die steigende Volatilität an den Aktienmärkten fördert für aktive Portfoliomanager gute Gelegenheiten zutage. Die Normalisierung der Renditen schreitet voran. Anleger müssen sich auf den Grundsatz zurückbesinnen, wonach der Kuponertrag und nicht der Kapitalzuwachs alles entscheidend ist.

2018 blieb hinter den Erwartungen

 

2018 war an den Kapitalmärkten ein recht ernüchterndes Jahr. Fast 90 Prozent der Anlageklassen verbuchten Negativrenditen. Ursachen waren hauptsächlich der geldpolitische Kurswechsel mit der Abkehr von der quantitativen Lockerung und das Erstarken des Protektionismus. Mit politischen Problemen in Europa sowie dem sich verlangsamenden globalen Wachstum traten im Jahresverlauf weitere unvorhergesehene Ereignisse auf.

 

Degroof Petercam AM zufolge sollten Anleger dennoch nicht negativ in die Zukunft blicken, schließlich bedeutet eine moderate konjunkturelle Abkühlung kein Stillstand oder Negativwachstum. „Unser Basisszenario geht für 2019 nicht von einer Rezession aus. Dennoch wird sich das seit 2016 kräftige, synchrone Wachstum in den Industrie- und Schwellenländern weiter verlangsamen. Anleger werden angesichts der Gesamtlage an den Märkten phasenweise Kursschwankungen verkraften müssen“, sagt Guy Lerminiaux, bei Degroof Petercam AM verantwortlich für die fundamentalen Aktienstrategien.

 

Insgesamt sieht der Experte die Risikoaversion allgemein unverändert hoch, die Leitindikatoren aus der Wirtschaft nach wie vor durchwachsen und die politische Situation unsicher. In den aktuellen Bewertungen sind diese Risikofaktoren eingepreist. Sollten sie sich unerwartet entschärfen, könnte dies eine Kurserholung bei Aktien herbeiführen. Dadurch würde der Inflationsdruck sinken, was wiederum positiv auf die Unternehmensgewinne wirken. Zudem würde sich der auf den Zentralbanken lastende Druck zur Erhöhung der Zinsen verringern. „Kurzfristig werden Anleger potenzielle Erholungen immer wieder für den Verkauf von Aktien nutzen. Ohnehin zeigt sich gerade eine allgemeine Korrektur der Portfolioallokationen. Für aktive Fondsmanager, die Aktien gezielt nach fundamentalen Kriterien auswählen, fördert ein volatiles Umfeld deutliche Chancen zutage. Außerdem kommt die Renditelücke als Differenz zwischen der Rendite von Staatsanleihen und Aktien letzteren kräftig zugute“, sagt Guy Lerminiaux. Bis 2022 erwartet er folgende annualisierte Aktienmarktrenditen: USA: 3,7 Prozent; Europa: 7,4 Prozent; Japan: 2,3 Prozent; Schwellenländer: 11,2 Prozent.

 

Gezeitenwechsel bei Anleihen

 

2018 war ein Übergangsjahr, in dem sich der festverzinsliche Sektor von den überzogenen jährlichen Wertentwicklungen der Vergangenheit verabschiedet hat. Die Zentralbanken haben mit ihrer extremen Geldpolitik rund zehn Jahre lang das Risiko an den Anleihemärkten quasi absorbiert. Diese Ära neigt sich nun dem Ende zu. Zukünftig werden sich andere Haupttreiber der Wertentwicklung bei Anleihen herauskristallisieren. Dazu zählt der Carry, d.h. der Zinsaufschlag gegenüber einer als risikofrei geltenden Investition, wie zum Beispiel Bundesanleihen, und die Roll-Down-Rendite, die sich unter Berücksichtigung von Kupon und Restlaufzeit ergebende Verzinsung oberhalb der aktuellen Zinsstrukturkurve.

 

„Anleiheinvestoren sollten sich auf den Grundsatz zurückbesinnen, wonach die Kuponerträge alles entscheidend sind und der Kapitalzuwachs nur an zweiter Stelle steht“, sagt Peter De Coensel, Renten-Chef bei Degroof Petercam AM. Angst vor den Auswirkungen zukünftig höherer Leitzinsen hält er für unberechtigt. Denn je höher das anfängliche Renditeniveau, desto geringer die relative Auswirkung eines Renditeschocks. Dies trifft aktuell auf die meisten US-Anleihesektoren zu. Angesichts des derzeitigen US-Zinsniveaus wären deutlich spürbare Renditesteigerungen nötig, um die Anlegererträge zu schmälern. Der Ausgangspunkt in der Eurozone sei aufgrund des insgesamt niedrigeren Renditeniveaus allerdings weniger günstig.

 

„Extreme Gefahren für die Rentenmärkte sind aus jetziger Sicht nicht erkennbar. Für die nächsten Jahre sind somit keine annualisierten Negativergebnisse zu erwarten. Anleger müssen sich aber darauf einstellen, dass die Zinsen auf längere Sicht niedrig bleiben. Die globale Diversifizierung und sorgfältige Titelauswahl können im Laufe der Zeit aber eine vollständige Entfaltung des Zinseszinseffektes fördern“, sagt der Rentenexperte, der bis 2022 mit folgenden Renditen der wichtigsten Anleihesektoren rechnet: Euro-Staatsanleihen: 2,1 Prozent; Euro-Unternehmensanleihen Investment-Grade: 2,45 Prozent; Euro-Hochzinsanleihen: 3,7 Prozent; US-Staatsanleihen: 3,1 Prozent; US-Unternehmensanleihen Investment-Grade: 5,4 Prozent; US-Hochzinsanleihen: 5,5 Prozent; Schwellenländer-Staatsanleihen: 6,1 Prozent.

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