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Marktkommentar: Martha Metcalf/Rick Rezek(Schroders): Unternehmensanleihen 2019
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Marktkommentar Martha Metcalf/Rick Rezek(Schroders): Unternehmensanleihen 2019

Nachrichtenquelle: Asset Standard
10.01.2019, 12:05  |  552   |   |   

Die Bewertungen für Unternehmensanleihen sind attraktiver geworden - die Fundamentaldaten sind recht positiv.

Mit dem Ende der außergewöhnlichen Unterstützungsmaßnahmen seitens der Zentralbanken könnte 2019 ein Übergangsjahr werden, und das nicht nur für Unternehmensanleihen. Die Fundamentaldaten von Unternehmensanleihen sind solide, doch die Aussichten für Nachfrage und Marktstimmung sind ungewiss, da die Zinsen steigen und der Kreditzyklus in die Reifephase eintritt.

Das vergangene Jahr war für die meisten Marktbereiche schwierig, nicht zuletzt aufgrund des Richtungswechsels von einer quantitativen Lockerung hin zu einer quantitativen Straffung. Dies ist einer der Faktoren, der die Märkte 2019 erneut belasten könnte.

Die Prognose für Unternehmensanleihen ist sehr ausgewogen. Die Fundamentaldaten von Qualitätsanleihen und von riskanteren Hochzinsanleihen sind solide, während das makroökonomische Umfeld in den USA stabil bleibt. Dem stehen ein Rückgang der Nachfrage und eine Eintrübung der Stimmung gegenüber, da die Zinsen steigen und das Ende des Kreditzyklus in Sicht ist.

Weiterhin solide Bonitätskennzahlen und niedrige Ausfallquoten

Bei Emittenten mit Investment Grade (sprich mit guter Schuldnerqualität) ist das Umsatzwachstum weiterhin positiv, aber die jüngsten Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Wachstumsrate abgeschwächt hat, da die positive Wirkung der US-Steuerreform nachlässt. Das Gewinnwachstum fällt jedoch weiterhin höher aus als das Schuldenwachstum. Dies hat zu einer organischen Verbesserung der Verschuldungskennzahlen geführt (siehe Grafik unten). Diese Entwicklung dürfte sich in den nächsten Quartalen fortsetzen. Insgesamt sind Unternehmensanleihen mit Investment Grade aus fundamentaler Sicht solide, zeigen aber allmählich Anzeichen eines spätzyklischen Verhaltens.

Investment-Grade-Emittenten: Wachstum von Gewinn (EBITDA), Umsatz und Gesamtverschuldung gegenüber dem Vorjahr


Quelle: Morgan Stanley

Hochzinsunternehmen verzeichneten im gesamten Jahresverlauf im Allgemeinen ein solides Gewinnwachstum mit weiterhin relativ soliden Bilanzen. Aufgrund des starken makroökonomischen Umfelds, insbesondere in den USA, und der soliden Gewinne verharrt die weltweite Ausfallrate der Ratingagentur Moody’s für die vergangenen zwölf Monate nahe historischer Tiefststände und dürfte von 2,6 % Ende Oktober 2018 auf 2 % Ende 2019 zurückgehen. Die Distressed-Quote, ein Indikator für die Ausfallrate sechs bis neun Monate im Voraus, bleibt ebenfalls weiterhin niedrig, während sich die Ratings günstig entwickeln.

Zu den beiden Problembereichen zählen die Zunahme von Investment-Grade-Anleihen mit BBB-Rating sowie das enorme Wachstum des riskanteren Markts für sogenannte Leveraged Loans im Bereich unterhalb von Investment Grade. Unternehmen mit BBB-Rating machen nun die Hälfte des Investment-Grade-Markts aus (Bloomberg Barclays US Corporate Index). Dies entspricht einem Anstieg von 35 % im Vergleich zu vor zehn Jahren*, obwohl ein bedeutender Prozentsatz dieses Wachstums auf defensivere Unternehmen zurückzuführen ist, deren Rating nach einer Fusion oder Übernahme von A auf BBB zurückgegangen ist. Der Markt für Leveraged Loans könnte anfällig für Verwerfungen sein, sollten sich die wirtschaftlichen Bedingungen verschlechtern, und damit potenziell den gesamten Markt für Unternehmensanleihen belasten. 

Das Angebot dürfte weiterhin stützen, die Nachfrage ist jedoch ungewiss

Die Neuemissionen mit Investment Grade werden 2019 voraussichtlich um 5 % bis 10 % zurückgehen, nachdem sie 2018 um fast 10 % gesunken sind. Rund 20 % der Neuemissionen in diesem Jahr dienten der Finanzierung von Fusionen und Übernahmen. Dieser Prozentsatz wird im kommenden Jahr voraussichtlich zurückgehen, da höhere Gesamtrenditen, stärkere Wertschwankungen am Aktienmarkt und die jüngsten Steueränderungen solche Aktivitäten einschränken dürften.

Im Hochzinsbereich bot ein negatives Nettoemissionsvolumen (siehe Grafik unten) wie bereits 2017 wichtige technische Unterstützung. Das Bruttovolumen der Neuemissionen ist gegenüber dem Vorjahr um fast 40 % zurückgegangen, da opportunistische Refinanzierungen weniger attraktiv sind, die Zinsen gestiegen sind und ein Wandel von Anleihen hin zu Darlehen stattfindet. Das Angebotsdefizit bei Hochzinsanleihen hat JP Morgan zufolge seinen Höchststand seit über zehn Jahren erreicht, und wir rechnen damit, dass diese wichtige technische Unterstützung weiter bestehen bleibt. 

Netto-Angebot an US-Hochzinsanleihen in US-Dollar (Millionen)


Aus Nachfrageperspektive drehten die Zuflüsse in Publikumsfonds mit Ausrichtung auf Unternehmensanleihen Ende 2018 nach drei Jahren solider Zuflüsse ins Negative. Die Anleger sahen sich mit steigenden Zinsen, internationalen Handelsspannungen und höheren Absicherungskosten konfrontiert. Der Rückzug der Zentralbanken aus der lockeren Geldpolitik dürfte zu einer geringeren Nachfrage nach Unternehmensanleihen führen.

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