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Edelmetall Gold: Erhöhte Nachfrage in Deutschland – German Angst oder Einstiegspreis?

10.01.2019, 18:02  |  3740   |   |   

Marktbeobachter melden vor allem in Deutschland mehr Zuflüsse bei Gold-ETFs. Wenn man dann die Gold-Großeinkäufe der Zentralbanken und die maue Zinsentwicklung in den USA hinzurechnet, könnte das weltweite Szenario dem Goldpreis zum Aufschwung verhelfen - Einsteigen?

Boom bei Gold-ETFs

Gold-backed Exchange Traded Funds (Gold-ETFs), also Wertpapiere, bei denen Gold physisch hinterlegt ist, verzeichneten im letzten Jahr weltweit Nettozuflüsse von 3,4 Milliarden US-Dollar – ein jährlicher Anstieg von drei Prozent. Das geht aus Daten des World Gold Councils, des Lobbyverbandes der Goldproduzenten, hervor. Das weltweit gesamte Gold-Volumen stieg bei dieser Assetklasse in 2018 um 69 Tonnen auf 2.440 Tonnen. Zum ersten Mal seit 2012 wurde im vergangenen Jahr mit 100,6 Milliarden US-Dollar knapp die 100-Milliarden-US-Dollar-Marke beim Gesamtwert der ETF-Goldbestände übertroffen.

Allein im Zeitraum von Anfang Oktober bis zum Jahresende 2018 seien die Bestände um mehr als 120 Tonnen gestiegen, berichtet Frank Schallenberger, Rohstoffexperte von der Landesbank Baden-Württemberg, laut dpa-AFX. Vor allem die Nachfrage aus Europa stieg messbar an. Europäische Gold-ETFs wuchsen im letzten Jahr um zehn 10 Prozent oder 96,8 Tonnen in einem Wert von 4,5 Milliarden US-Dollar. Aus Deutschland kamen in Europa die meisten Zuflüsse.

Goldmünzen und Barren

"Seit Ende des letzten Jahres hat sich bei der Degussa die tägliche Nachfrage auf bis zu 200 Kilogramm Gold am Tag verdoppelt", so Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Sprecher der Geschäftsführung von Degussa Goldhandel. Dabei hätten "in überraschend großem Umfang" Vermögensverwalter und Privatbanken zugegriffen. Neben Goldmünzen wie dem Krügerrand sowie 100- und 250-Gramm-Barren habe es eine vergleichsweise große Käuferschaft bei den großen Ein-Kilogramm-Barren gegeben.

Fragt man nach den Gründen für den größeren Gold-Hunger, ist vor allem in Europa eher die Angst als die Hoffnung auf eine gute Rendite der Haupttreiber. Denn in Europa geht das Brexit-Gespenst um. Britische Gold-ETF registrieren mehr Kaufaufträge. Zeitgleich fürchten die Anleger nach dem schlechten europäischen Aktienjahr 2018 weiter sinkende Kurse und eine zunehmende Volatilität an den Börsen in Europa. Weiterer Angstmacher ist die drohende Eskalationsspirale im Handelskrieg zwischen den USA und China, die zum Beispiel die Automobilwirtschaft als deutsche Kernindustrie verstärkt unter Druck setzen könnte.

USA und China

Auf der anderen Seite kann man in den USA und China Preistreiber entdecken, die den Goldwert steigen lassen könnten: So zeigt Analyst Schallenberger auf die Leitzinsen in den USA. Denn es sieht so aus, als stiegen die Leitzinsen in den USA langsamer als bislang erwartet. Weniger Zinsen bedeutet Rückgänge bei den Renditen von US-Staatsanleihen. Erfahrungsgemäß verlocken weniger Anleihen-Zinsen in den USA mehr Anleger dazu, in Gold zu investieren.

Laut Eugen Weinberg, Rohstoff-Analyst bei der Commerzbank, könnten zudem starke Goldkäufe der chinesischen Zentralbank den Goldpreis nach oben treiben. Die chinesischen Notenbanker stockten ihren Goldvorrat im Dezember um etwa zehn Tonnen auf. "Der Zukauf könnte der Auftakt einer neuen Serie von Goldkäufen der chinesischen Zentralbank sein, da sie in der Vergangenheit für gewöhnlich mehrere Monate hintereinander Gold gekauft hat", so Weinberg. Und er fügte vor dem Hintergrund des Goldkaufrauschs einiger wichtiger Zentralbanken hinzu: „Die Zentralbanken sind damit wieder eine wesentliche Stütze der Goldnachfrage und damit auch des Goldpreises".

Quellen:

Reuters

dpa-AFX

 

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