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Marktkommentar: John Bilton (J.P. Morgan): Global Asset Allocation Views Q1 2019
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Marktkommentar John Bilton (J.P. Morgan): Global Asset Allocation Views Q1 2019

Nachrichtenquelle: Asset Standard
11.01.2019, 10:35  |  533   |   |   

Die wirtschaftlichen Aussichten sind verhalten positiv. Noch besteht ein geringes Risiko für eine Rezession in den kommenden 12 Monaten.

Die wirtschaftlichen Aussichten sind verhalten positiv und es besteht immer noch ein recht geringes Risiko, dass es in den kommenden zwölf Monaten eine Rezession geben wird. Das globale Wachstum kehrte schneller als erwartet zum Trend zurück. In den USA findet eine geldpolitische Straffung statt und der Handelsstreit eskaliert –all dies sind Abwärtsrisiken.


Der im Januar vorherrschende Optimismus ist schon lange abgeklungen. Da die Anleger die Höhe des zukünftigen Wachstums neu justieren und die Märkte die Preise korrigieren, mit denen sie dieses Wachstum bewerten, ist die Risikobereitschaft von allen Seiten Angriffen ausgesetzt. In früheren Phasen des Zyklus betrachteten wir eine solche vorsichtige Entwicklung als Chance, um das Risikoengagement in unseren Portfolios zu erhöhen. Der Zyklus ist heute deutlich gereift und nur begrenzt dazu in der Lage, Schocks abzufedern, und die finanziellen Bedingungen verschärfen sich unaufhaltsam. Vor allem liegt die Hürde für anhaltend positive wirtschaftliche Überraschungen, die bei Risikoanlagen wieder einen Bullenmarkt entfachen könnten, jenseits aller realistischen Szenarien, die wir uns heute vorstellen können.

Gegenwärtig ist die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den nächsten zwölf Monaten tatsächlich weiter gering und die häufiger erhobenen Wirtschaftsdaten sind günstig. Die für die zweite Jahreshälfte erhoffte Zunahme der Investitionsausgaben ist nicht in vollem Umfang eingetreten, das Wachstum kehrt schneller als erwartet zum Trend zurück und außerhalb der USA sind die Daten uneinheitlich. Kurz gesagt, die wirtschaftliche Dynamik wird schwächer, während gleichzeitig in den USA eine restriktive Geldpolitik immer näher rückt bzw.bereits vorherrscht, wie teilweise zu vernehmen ist. Wegen der Veränderung des wirtschaftlichen Umfelds, der Entwicklung hin zu einer strafferen Geldpolitik und der Verlangsamung des Gewinnwachstums, von der wir für 2019 ausgehen, haben wir beschlossen, die Risiken unserer Multi-Asset-Portfolios bedeutend zu verringern. Dies ist am deutlichsten daran erkennbar, dass wir Aktien gegenüber Anleihen erstmals seit neun Jahren leicht untergewichtet haben.

Die Entscheidung, die Risiken zu verringern, ist keine scharfe Kehrtwende, sondern die Fortsetzung einer Entwicklung, die Mitte des Jahres begann. Das nachlassende Wirtschaftswachstum zurück zum Trend kann sich dennoch positiv auswirken. Wenn die Beschäftigungszahlen stabil bleiben, die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nicht zu restriktiv vorgeht und der Handelsstreit positiv endet, könnte auf den Märkten letzten Endes wieder der Optimismus zurückkehren.

Allerdings würde dies wahrscheinlich mehrere Monate in Anspruch nehmen, in denen die Märkte für Risikoanlagen gewisse Schwierigkeiten haben könnten. Zudem würden Anzeichen dafür, dass eine günstige „sanfte Landung“ gefährdet ist, die Märkte wahrscheinlich belasten. Einfach ausgedrückt heißt das, dass sich die Abwägung zwischen Risiko und Rendite im Laufe des Jahres 2018 langsam aber deutlich gewandelt hat.

Wir gehen davon aus, dass die Geldpolitik erneut auf den Prüfstand kommt, wenn die globalen Wachstumsraten zum Trend zurückkehren. Bei ihren Zinserhöhungen folgte die Fed 2018 größtenteils einem vorherbestimmten Weg und wir erwarten, dass es bis Mitte 2019 weitere vierteljährliche Erhöhungen geben wird. Sprecher der Fed haben allerdings begonnen, die Grundlagen dafür zu schaffen, die Zinsen stärker von der Datenlage abhängig zu machen. Andere Zentralbanken streichen Anreize und erhöhen die Zinsen. Die Datenabhängigkeit der Fed könnte für Anleger also nur ein schwacher Trost sein, wenn das Wachstum schwächelt und sich die Entwicklung der Märkte in eine Richtung dreht, die den Eindruck erweckt, die US-Politik sei restriktiv. Wir möchten klarstellen, dass eine restriktivere Geldpolitik nicht gleichbedeutend ist mit einer bevorstehenden Rezession. Aber in Kombination mit einem sich abschwächenden Wachstum führt dies zu einer anfälligeren wirtschaftlichen Gemengelage, in der das Vertrauen von Unternehmern, Anlegern und Verbrauchern damit zu kämpfen hat, den schlechten Nachrichten der Handels- und Geopolitik standzuhalten.

Lesen Sie hier den ausführlichen Global Asset Allocation View Q1 2019 von John Bilton (J. P. Morgan AM).


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