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Wo wird Aurora Cannabis in 5 Jahren stehen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
11.01.2019, 23:47  |  5062   |   |   

Die gegenwärtige Situation von Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) kann in drei Zahlen zusammengefasst werden:

  1. Aurora Cannabis ist die Nummer 1 hinsichtlich der Jahresproduktion an Cannabis.
  2. Das Unternehmen wurde als zweites Cannabisunternehmen an der New Yorker Börse gelistet. Damit können viel mehr Investoren die Aktien handeln.
  3. Aurora ist der drittgrößte kanadische Marihuanaproduzent hinsichtlich der Marktkapitalisierung.

Aber das ist wie gesagt die gegenwärtige Situation. Wo wird Aurora in fünf Jahren stehen? Und was bedeutet der Ausblick für Investoren?

Viele Unbekannte

Eine Vorhersage über die Entwicklung eines Unternehmens wie Aurora Cannabis zu treffen, ist besonders schwierig, da viele Variablen zu beachten sind. Die vielleicht wichtigste Variable ist die Größe des weltweiten Marihuanamarktes.

Manche Manager in der Cannabisbranche sprechen von einer weltweiten Marktgröße von 150 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl stammt aus einem Bericht der Vereinten Nationen und hat eine gewisse Glaubwürdigkeit. Allerdings wird häufig unterschlagen, dass diese Zahl hauptsächlich illegale Geschäfte mit Marihuana umfasst. Momentan haben nur Kanada und Uruguay den Freizeitgebrauch von Gras legalisiert. Mexiko dürfte in naher Zukunft nachziehen.

In den USA haben zehn Staaten den Freizeitgebrauch für legal erklärt. Darunter ist auch der wichtige Staat Kalifornien. Andere Länder haben die medizinische Anwendung von Cannabis erlaubt. Wichtige Länder sind hier Deutschland und Großbritannien. Allerdings darf Aurora den US-Markt nicht bedienen, solange Marihuana auf Bundesebene illegal ist. Es muss sich also zeigen, wie schnell der internationale Markt für medizinisches Marihuana tatsächlich wachsen kann.

Eine andere, für Auroras Zukunft wichtige Variable ist, wie schnell das Angebot in den kommenden fünf Jahren wächst. Eine Angebotsschwemme ist in den kommenden zwei bis drei Jahren in Kanada sehr wahrscheinlich. Wenn das internationale Wachstum nicht stark genug ist, dann könnten Aurora Cannabis und dessen Konkurrenten mit fallenden Preisen zu kämpfen haben.

Wo wir gerade bei den Konkurrenten sind, müssen wir auch beachten, wie diese sich entwickeln. Canopy Growth hat mit Constellation Brands, einem Hersteller alkoholischer Getränke, einen großen Partner gewonnen. Mit dieser Partnerschaft ging eine ordentliche Finanzierung einher, die Canopy mit haufenweise Geld versorgte. Der Tabakriese Altria kaufte 45 % der Anteile der Cronos Group. Es wird entscheidend sein, ob auch Aurora eine Partnerschaft außerhalb der Cannabisbranche eingehen kann.

Widersprüchliche Vorhersagen

Lass uns zwei Vorhersagen anschauen, die ganz unterschiedliche Entwicklungen für Aurora Cannabis zeichnen.

Der wahrscheinlich pessimistischste Ausblick umfasst vier Szenarien für Aurora. Erstens: Der weltweite Marihuanamarkt wächst viel langsamer als jeder erwartet. Zweitens: Die Produktionskapazitäten wachsen so schnell, wie manche befürchten oder sogar schneller. Drittens: Marihuana bleibt in den USA auf Bundesebene immer noch illegal. Und Viertens: Aurora schafft es nicht, eine gute Partnerschaft mit einem großen Unternehmen einzugehen.

Wenn diese vier Situationen eintreten, dürfte es Aurora so gehen wie vielen Rohstoffherstellern: niedrige Preise, sehr geringe Gewinnmargen. Ohne großen Partner müsste das Unternehmen wahrscheinlich mehr Aktien ausgeben (wie es das häufig in den letzten Jahren getan hat), um Geld einzunehmen. Damit würde der Wert der bestehenden Aktien verwässert. Wenn sich die Zukunft so entwickelt, ist es möglich, dass die Marktkapitalisierung von Aurora in fünf Jahren deutlich geringer ist als die gegenwärtig 6 Milliarden US-Dollar.

Wie würde ein optimistischer Blick in die Zukunft aussehen? Es wäre genau das Gegenteil des pessimistischen Blicks.

Immer mehr Länder legalisieren den medizinischen Gebrauch von Marihuana. Weitere große Länder inklusive der USA erlauben sogar den Freizeitgebrauch. Die Produktionskapazität steigt, aber kleinere Produzenten erreichen nicht annähernd die Produktionsmenge, die sie vorhergesagt haben. Und Aurora geht eine wertvolle Partnerschaft mit einem größeren Unternehmen außerhalb der Marihuanabranche ein.

In dieser rosigen Zukunft könnte Aurora als unangefochtene Nummer 1 dastehen. Das Unternehmen wäre der größte Wettbewerber in einem riesigen globalen Markt, der auf die 150 Milliarden US-Dollar-Marke zusteuert und diese vielleicht sogar durchbricht.

Wahrscheinlichstes Szenario

Ist eines dieser beiden Szenarien für Aurora Cannabis wahrscheinlich? Höchstwahrscheinlich nicht. Stattdessen dürfte die tatsächliche Entwicklung irgendwo in der Mitte liegen.

Arcview Market Research und BDS Analytics gehen davon aus, dass der weltweite Marihuanamarkt bis 2022 ein Volumen von 32 Milliarden US-Dollar erreicht hat. Wenn wir dieses Wachstum noch ein Jahr weiter hochrechnen, dann würden die Marihuanaumsätze in weniger als fünf Jahren bei 41 Milliarden US-Dollar liegen.

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