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„Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können”

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.01.2019, 09:11  |  425   |   |   

Beim Gang durch die Innenstadt fiel mir vor einigen Tagen ein Buch mit dem Titel „Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“ ins Auge.

Die Autorin Natascha Wegelin fordert Frauen darin auf, sich selbst um ihre Altersvorsorge zu kümmern und sich in dieser Sache nicht auf ihren Ehemann zu verlassen. Eine kluge Sache: Denn in einer Gesellschaft, in der Frauen genauso wie Männer arbeiten, sollten sie sich auch eigenständig darum kümmern, eine auskömmliche Rente zu bekommen.

Als eine Möglichkeit, für die Zeit nach dem Berufsleben vorzusorgen, werden in dem Buch Aktien genannt. Auch dagegen habe ich nichts einzuwenden: Es gibt viele gute Gründe, warum Aktien ein viel größerer Bestandteil unserer Sparkultur sein sollten.

Das Buch lässt die Hälfte aus

Zwei richtige und wichtige Punkte also, die in diesem Buch angesprochen werden. Doch eine Sache an dem Buch stört mich dennoch: Meiner Meinung nach sind es nicht nur die Frauen, die sich mehr um ihre Finanzen im Ruhestand kümmern sollten – ganz Deutschland hat hier dringend Nachholbedarf!

Denn auf lange Sicht bin ich absolut nicht davon überzeugt, dass die gesetzliche Rente einen ordentlichen Ruhestand für uns alle garantieren kann. Im Gegenteil: Schon heute können viele Ruheständler nur schwer von ihrer Rente leben und nur der guten Konjunktur ist es zu verdanken, dass es noch so gut aussieht. Der demografische Wandel verschlimmert das Problem noch zusätzlich.

Ein Problem, das die Männer genauso betrifft wie die Frauen. Das Buch lässt also rund 50 % der deutschen Bevölkerung – den männlichen Teil nämlich – bei diesen durchaus wichtigen Tipps außen vor.

Wie können wir denn nun vorsorgen?

Am Ende des ersten Abschnitts habe ich bereits angedeutet, dass ich die Anlage in Aktien für eine gute Möglichkeit halte, diesem Problem entgegenzuwirken. Aktien sind weder Teufelszeug, noch sind sie nur den Reichen vorbehalten oder reines Glücksspiel, sondern in erster Linie Beteiligungen an Unternehmen. Die Gewinne dieser Unternehmen stehen den Aktionären zu.

Da die meisten Unternehmen langfristig in der Lage waren, ihre Gewinne zu steigern, sind auch die Aktienkurse im Schnitt prächtig gestiegen: Der deutsche Leitindex DAX erwirtschaftete in den letzten 50 Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,7 % – allen Schwankungen und Krisen zum Trotz!

Natürlich sind nicht alle Aktien derart gestiegen und es erfordert durchaus ein bisschen Fachwissen, um eine ordentliche Auswahl an Einzelaktien vorzunehmen. Bist du davon eingeschüchtert? Zu Unrecht! Denn die gute Nachricht ist: Du brauchst dieses Wissen gar nicht, um an den langfristigen Kurssteigerungen teilzuhaben.

Wieso das?

Für Leute, die mit der Börse nicht viel zu tun haben möchten, gibt es ETFs. Ein anderes Wort für ETF ist Indexfonds. Dieser Indexfonds tut genau das, was der Name sagt: Er bildet einen Aktienindex nach. Da es ausgesprochen einfach ist, einen solchen ETF zu managen, sind auch die Gebühren oft sehr niedrig.

Kaufst du nun Anteile an einem solchen ETF, besitzt du indirekt Aktien von allen Unternehmen, die in dem Aktienindex enthalten sind, den dein ETF abbildet. Das kann unser Deutscher Aktienindex DAX sein – dann hast du Beteiligungen an 30 verschiedenen Unternehmen aus Deutschland. Kaufst du einen ETF auf den MSCI World, dann besitzt du indirekt Aktien von 1.600 verschiedenen Unternehmen aus 23 Ländern!

So kannst du an der langfristig positiven Entwicklung der Aktienmärkte ganz unkompliziert teilhaben und hast dein Geld auf viele verschiedene Aktien gestreut.

Ein weiterer Vorteil von ETFs ist, dass du mit sehr geringen Beträgen schon anfangen kannst zu investieren. Viele deutsche Onlinebroker bieten ETF-Sparpläne schon ab 25 Euro im Monat an.

Fazit

Wenn du noch mehr als zehn Jahre bis zur Rente hast (ein langer Zeithorizont ist das Wichtigste beim Investieren in Aktien – nur so neutralisieren sich die täglichen Schwankungen der Börse) und du auf 25 Euro im Monat verzichten kannst, dann könnte ein kostengünstiger ETF-Sparplan auf einen gut gestreuten Aktienindex eine super Möglichkeit für dich sein, deinen Ruhestand auf Vordermann zu bringen!

Ganz egal, ob du eine Frau oder ein Mann bist.

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