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Spionageverdacht in Polen Huawei: Spionage oder Trumps nächster Schachzug im Handelskrieg?

14.01.2019, 09:45  |  1763   |   |   

Was steckt hinter dem polnischen Spionagevorwurf gegen den chinesischen Telekommunikation-Riesen Huawei? Polen fordert Huawei von bestimmten Märkten auszuschließen. "Bloomberg" deutet einen Zusammenhang mit Trumps Handelskrieg gegen China an.

Die Festnahme eines Huawei-Mitarbeiters wegen Spionageverdachts in Polen entwickelt sich zum Politikum. Polen forderte die EU und die NATO auf, über ein Huawei-Marktverbot zu diskutieren. Zuerst berichtete darüber die "Zeit".

Polens Innenminister Joachim Brudziński erklärte gegenüber dem Radiosender "RMF": "Auch in der Nato gibt es Bedenken wegen Huawei". Und weiter: "Wir wollen Beziehungen zu China, die gut, intensiv und attraktiv für beide Seiten sind", es müsse in Europa aber eine Diskussion zu einem Huawei-Marktverbot geben. Europa müsse eine gemeinsame Position finden, so Brudziński.

Der polnische Inlandsgeheimdienst hatte am Freitag den Vertriebsleiter von Huawei, Wang Weijing, wegen Spionageverdachts verhaftet. Der zweite mutmaßliche Spion ist ein Cyber-Sicherheitsexperte, der zuvor beim französischen Telekommunikationsunternehmen Orange angestellt war. Den beiden wird vorgeworfen, für den chinesischen Geheimdienst gearbeitet zu haben.

Huawei gab unterdessen bekannt, dass der betroffene Mitarbeiter entlassen wurde. Ein Unternehmenssprecher erklärte: "Die ihm vorgeworfenen Taten haben nichts mit dem Unternehmen zu tun". Der Vorfall habe Huawei "in Verruf gebracht". Das chinesische Unternehmen wies den Vorwurf der Spionage entschieden zurück.

Der Vorfall wird sich wahrscheinlich negativ auf Huaweis Verkaufszahlen in Europa auswirken. Gegenüber "Bloomberg" erklärte Brock Silvers, CEO von Kaiyuan Capital: "Unabhängig davon, ob sich die Vorwürfe gegen Wang letztendlich bestätigen, ist es wahrscheinlich, dass Huawei's wichtiges europäisches Geschäft im Jahr 2019 leiden wird".

Die Verhaftung von Weijing könnte auch im Kontext von Donald Trumps Handelskrieg gegen China gesehen werden. Dies deutet der US-Nachrichtensender "Bloomberg" in einem Artikel an: "Polen, ein Mitglied der Europäischen Union, setzt in Sachen Sicherheit auf die USA. Während es wenig gibt, um ein politisches Motiv in Wangs Verhaftung zu vermuten, ist die Warschauer Regierung ein treuer Verbündeter der USA und das Land ein Prototyp des Trump-Nationalismus und Protektionismus".

Quellen:

Bloomberg
Zeit

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