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Alles sieht nach einer nur langsamen Konjunkturabkühlung aus

Gastautor: Sven Weisenhaus
16.01.2019, 10:05  |  863   |   |   

Das Wirtschaftswachstum in China lässt kontinuierlich nach. Aktuelle Daten deuten in der Industrie sogar eine Kontraktion an. Denn der offizielle Einkaufsmanagerindex für diesen Wirtschaftsbereich fiel im Dezember auf 49,4 Punkte, von 50,0 im November. Er notiert damit unterhalb der Schwelle von 50 Zählern, die zwischen Wachstum und Kontraktion unterscheidet. Bei den Dienstleistern lief es dagegen besser. Hier legte der offizielle Einkaufsmanagerindex im Dezember auf 53,8 Punkte zu, von 53,4 im November. Und immerhin steuert der Dienstleistungssektor inzwischen mehr als die Hälfte zur Wirtschaftsleistung in China bei.

Chinas Außenhandel schrumpft bereits

Dennoch ist es kaum noch zu leugnen, dass der Handelsstreit mit den USA langsam aber sicher Spuren hinterlässt. Dies gilt insbesondere auch für den Außenhandel des Landes, der bereits geschrumpft ist. Denn die chinesischen Exporte sanken im Dezember um 4,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Und die Importe fielen sogar um 7,6 % niedriger aus. In beiden Fällen wurde von Analysten im Vorfeld ein Plus erwartet.

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Angesichts der Einkaufsmanagerdaten ist kaum mit einer schnellen Besserung zu rechnen. Zumal sich viele Firmen aufgrund der unsicheren Lage mit langfristigen Investitionen zurückhalten. „Es gibt viele kurzfristige Bestellungen aus dem Ausland, aber nur wenige langfristige“, sagte ein Volkswirt in Shanghai. „Die mittel- bis langfristigen Aussichten für den Export sind nicht besonders optimistisch.

Chinesische Zentralbank eilt zur Hilfe

Wohl auch deshalb hat die chinesische Zentralbank kürzlich erneut die Mindestreserve gesenkt, die Banken bei ihr als Sicherheit hinterlegen müssen. Mit der Reduzierung um 100 Basispunkte stemmt sie sich gegen einen drohenden Abschwung und will damit mehr Kredite generieren und so die Konjunktur beflügeln. Ministerpräsident Li Keqiang kündigte nach einem Besuch bei Großbanken des Landes an, dass gezielt mehr Spielraum für Kredite vor allem an kleinere Unternehmen gegeben werden soll.

Die chinesische Zentralbank hatte 2018 bereits vier Mal den Mindestreservesatz der Banken gesenkt. Er liegt aktuell bei 14,5 % für Großbanken und bei 12,5 % für kleinere Institute. Die aktuelle Reduzierung um einen vollen Prozentpunkt soll in zwei Schritten erfolgen, und zwar am heutigen 15. und am 25. Januar.

Zinspause der Fed erscheint so gut wie sicher

Auch die USA leiden zunehmend unter dem Handelskonflikt. Dort erlitt der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Dezember den stärksten Rückgang seit Oktober 2008 und fiel von 59,3 auf 54,1 Punkte zurück. Und auch die US-Notenbank macht sich zunehmend Sorgen um das weitere Wachstum.

So führten einige Mitglieder an, dass die Fed in den kommenden Monaten vorsichtig und „auf Sicht“ agieren würde. Die Geldpolitik werde nicht mehr auf „Autopilot“, sondern behutsam und flexibel betrieben. Bei den kommenden Zinsentscheidungen werde die Entwicklung der Konjunktur eine gewichtigere Rolle spielen. Auch werden die Währungshüter laut eigenen Angaben „sorgfältig auf Sorgen an den Finanzmärkten hören“ und bereit sein, falls nötig sogar die Bilanzpolitik zu ändern. Die Fed sei stets darauf vorbereitet, bei Bedarf die Geldpolitik auch „erheblich anzupassen“. Damit ist nicht nur eine Zinspause möglich, sondern auch die 50 Milliarden Dollar, die aktuell monatlich aus auslaufenden Anleihen einbehalten werden, stehen zur Disposition.

Inflation gibt genügend Spielraum für eine abwartende Haltung der Fed

Mit Blick auf die Inflation, neben Vollbeschäftigung das zweite Hauptaugenmerk, auf das die Geldpolitik der Fed ausgerichtet ist, können sich die Währungshüter die weitere Entwicklung nun auch erst einmal in Ruhe ansehen. Denn im Dezember sind die Verbraucherpreise um 0,1% gegenüber dem Vormonat gesunken (!). Dadurch ist die Jahresveränderungsrate von 2,2 % auf 1,9 % zurückgegangen und lag damit erstmals seit Sommer 2017 unterhalb der geldpolitischen Zielmarke von 2 %. Die Jahresteuerung der Kernrate blieb mit 2,2% im Vergleich zum Vormonat unverändert.

Entwicklung der Inflation in den USA

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