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Grüne Woche 2019 11. Global Forum for Food and Agriculture: Intelligente Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft (FOTO)

Nachrichtenagentur: news aktuell
20.01.2019, 18:35  |  595   |   |   
Berlin (ots) -

- Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist
abrufbar unter http://www.presseportal.de/bilder -

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale
Nahrungsmittelproduktion verdreifacht. Dennoch leiden noch immer mehr
als 821 Millionen Menschen an Hunger und über 2,5 Milliarden sind
mangelernährt. Die Weltbevölkerung steigt weiter und benötigt immer
mehr Ressourcen wie Wasser, Land und Energie. Lösungen müssen also
her, die es der Landwirtschaft ermöglichen, ihre Erträge zu steigern
und zugleich ressourcen- und umweltschonender zu wirtschaften. Die
Digitalisierung bietet hier großes Potenzial. Doch wie kann erreicht
werden, dass alle Landwirte Zugang zu diesen Technologien erhalten
und sie nutzen können? Und wie können dabei Datensicherheit und
Datenhoheit gewährleistet werden? Dies waren zwei der zentralen
Fragen, die auf dem 11. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA)
diskutiert wurden. Über 2.000 Vertreter aus Politik und Wirtschaft,
Wissenschaft und Zivilgesellschaft nutzten die 14 Fachpodien und zwei
High Level Panels zum Erfahrungsaustausch. Erstmals hatten zudem
aufstrebende Start-ups im Rahmen des GFFA die Möglichkeit, in einem
Zukunftsforum über ihre digitalen Produkte und Dienstleistungen zu
informieren, und Wissenschaftler aus verschiedenen
Forschungseinrichtungen stellten ihre Arbeit zu digitalen Lösungen in
einem "Science Slam" vor.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan beklagte auf dem High Level Panel der
Europäischen Kommission die digitale Kluft in Europa: Noch immer
seien viele ländliche Gebiete nicht ausreichend mit
Breitbandtechnologie versorgt. "Dies ist nicht nur eine Gefahr für
die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch für die Wirtschaftskraft der
Regionen", so Hogan. Die EU-Mitgliedstaaten sollten die
Digitalisierung nicht nur in ihre Politikplanung aufnehmen, sondern
vor allem sicherstellen, dass die Programme und Technologien auch
tatsächlich um- und eingesetzt werden.

Agrarministerin Julia Klöckner, die das GFFA in Anspielung auf das
Weltwirtschaftsforum als das "Davos der Landwirtschaft" bezeichnete,
hat hierzu eine klare Vorstellung: "Ich möchte mein Ministerium zum
digitalen Referenzministerium für die Bundesregierung machen." 15
Millionen Euro will die Ministerin hierfür zwischen 2019 und 2022
jährlich zur Verfügung stellen. Damit sollen auf landwirtschaftlichen
Betrieben deutschlandweit digitale Testfelder eingerichtet werden,
auf denen ermittelt wird, welchen Beitrag die Digitalisierung konkret
leisten kann - zum Umwelt- und Ressourcenschutz, zum Tierwohl, aber
auch zur Arbeitserleichterung und zum Verbraucherschutz.

Beispiele hierfür hatte ihr Amtskollege aus Australien,
Landwirtschaftsminister David Littleproud, parat. Vier Bundesstaaten
des dürregeplagten Kontinents nutzen gemeinsam Satellitentechnologie,
um den Beweidungsdruck durch Schafe zu messen. Die Tiere sind dafür
mit einem Transponder ausgestattet, mit dessen Hilfe ihr Standort
ermittelt wird. Die Fleischgüte von Schlachttieren wird über einen
Scanner bestimmt, was eine neutrale Qualitätsbewertung erlaubt und
Konflikte zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Verbrauchern vermeiden
hilft. "Wir investieren massiv in die Digitalisierung der
Landwirtschaft. Und das zeigt Früchte: Zum ersten Mal in meinem Leben
ist Landwirtschaft wieder sexy, kommen junge Leute in den ländlichen
Raum zurück", so Littleproud.

Dass junge Menschen fit für die digitale Revolution gemacht werden
müssen, unterstützt auch die EU-Kandidatin für den Posten der
Generaldirektorin der Welternährungsorganisation (FAO), Catherine
Geslain-Lanéelle. Allerdings dürfe dabei niemand zurückgelassen
werden. "Wir haben es in weiten Teilen der Welt mit einer alternden
Gesellschaft zu tun und müssen sicherstellen, dass auch ältere
Landwirte Zugang zu den neuen Technologien haben", forderte die
ehemalige Leiterin der Europäischen Behörde für
Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Der amtierende FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva betonte
auf dem High Level Panel seiner Organisation die Chancen der
Digitalisierung für Kleinbauern. Diese stellen rund 90 Prozent der
landwirtschaftlichen Betriebe weltweit und stehen für rund 56 Prozent
der Nahrungsmittelproduktion. Für viele Kleinbauern sei es aber
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