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Marktkommentar: David Brett (Schroders): 2018 - ein finaler Blick zurück
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Marktkommentar David Brett (Schroders): 2018 - ein finaler Blick zurück

Nachrichtenquelle: Asset Standard
21.01.2019, 12:05  |  768   |   |   

2018 war ein schwieriges Jahr für Anleger - Eine Zusammenfassung der Entwicklungen und ihrer grundlegenden Faktoren.

Nach zwei Jahren stetigen Wachstums der Vermögenspreise begegneten Anleger besonders im vierten Quartal 2018 etlichen Herausforderungen.

Die Steuersenkungen von US-Präsident Donald Trump ließen die Anleger das Jahr 2018 mit Zuversicht angehen. Im zweiten Quartal erhöhte sich das US-Wachstum auf eine annualisierte Quartalsrate von 4,2 %. In anderen Regionen und insbesondere in der Eurozone ging das Wirtschaftswachstum jedoch zurück, und in der Folge waren die weltweiten Wachstumsraten eher uneinheitlich.

Unterdessen werden die Unterstützungsmaßnahmen der amerikanischen Regierung 2019 wohl nachlassen. Dieser Umstand und die Ausweitung des Handelsstreits zwischen den USA und China, der Abbau der geldpolitischen Impulse und Bedenken in Bezug auf das globale Wachstum erschütterten das Vertrauen der Anleger.   

Besonders die Aktienmärkte erlitten 2018 deutliche Einbrüche. Aktien profitierten seit dem Beginn der weltweiten Finanzkrise ausnehmend von den niedrigen Zinsen und der geldpolitischen Lockerung. Unternehmen konnten zu günstigen Konditionen Kredite aufnehmen und so ihre Bilanzen verbessern. Zudem profitierten sie von der anziehenden Nachfrage infolge einer sich erholenden Weltkonjunktur.

Die niedrigen Zinsen haben auch die Rendite anderer Vermögensklassen wie Anleihen nach unten gefahren und sorgten für eine noch höhere Nachfrage nach höherrentierlichen Aktien. So rentieren britische Staatsanleihen etwa mit rund 1,3 % gegenüber dem FTSE All-Share Index, der Renditen von ca. 4 % erzielt.

Mit der allmählichen Erhöhung der Zinssätze und der Rückkehr zu einer restriktiveren Geldpolitik haben Anleger damit begonnen, über die entsprechenden Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne zu spekulieren. Dies hat zu einem Anstieg der Schwankungen geführt.

Im letzten Jahresquartal erreichte der Chicago Board Options Exchange Volatility (CBOE) Index (VIX), auch als „Angstbarometer“ bezeichnet, mit 25,2 % seinen Höchststand seit Februar 2018, als Bedenken über das chinesische Wirtschaftswachstum zu einem Rückzug der Anleger aus den Aktienmärkten führte. Je weiter der Volatilitätsindex (VIX) ansteigt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Anleger auf ein marktbewegendes Ereignis in den sechs Folgemonaten einstellen müssen.

Aktienmärkte erleiden Einbrüche im vierten Quartal 2018

Laut MSCI World Index (Stand: 18. Dezember 2018) verzeichneten Aktienkurse weltweit einen Fall um 7,1 % im Jahr 2018. Die in den ersten drei Quartalen des Jahres erzielten Gewinne wurden zusammen mit weiteren Gewinnen in den vergangenen drei Monaten allesamt wieder zunichte gemacht. Aktien weltweit legten in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 um 6,1 % zu, erlitten im dritten Quartal 2018 jedoch Kurseinbrüche um mehr als 12,0 %.

Der MSCI World Index 2018: Aktien verzeichnen dramatische Kurseinbrüche im vierten Quartal


Quelle: Schroders. Daten von Refinitiv in Bezug auf den Thomson Reuters World Index (Sektoren) in US-Dollar (Stand: 19. Dezember 2018).

Anstieg der Anleiherenditen

Die Entwicklung der Staatsanleihen 2018 zeichnete weitgehend das Bild eines kräftigeren Wirtschaftswachstums und steigender Zinsen in den USA gegenüber länderspezifischen und oftmals politischen Faktoren anderswo.

Die negativen Gesamtrenditen 10-jähriger US-Staatsanleihen spiegeln den Anstieg der Vergleichsrenditen zwischen Jahresbeginn und Ende November von 2,41 % auf 3,01 % wider. Anleiherenditen steigen, wenn die Kurse von Anleihen sinken.

Ein starkes Wachstum, Lohninflation, Zinserhöhungen und ein eher restriktiv anmutender Ton des Vorsitzenden der US-Notenbank Fed trugen allesamt zu einem anhaltenden Aufwärtsdruck bei den Renditen bei. Im September wurde die entscheidende Renditemarke von 3 % geknackt und bis Anfang Dezember bewegten sich die Renditen über diesem Bereich. Dann kehrte die Risikoaversion an die Märkte zurück.

In Europa sorgten die Verlangsamung der Konjunktur und der Sieg der populistischen Parteien in Italien, die eine Regierungskoalition bilden konnten, für Schlagzeilen. Infolgedessen fielen die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen von 0,42 % auf 0,31 %, obgleich die Europäische Zentralbank das Ende ihrer expansiven Geldpolitik ankündigte. Die Renditen 10-jähriger italienischer Staatsanleihen stiegen von 2,00 % auf 3,21 %, als die Koalitionsregierung einen Haushaltsplan ankündigte, der zu Spannungen mit der EU führte. Inzwischen hat Italien eine Einigung mit der EU erzielt, um das EU-Defizitverfahren bei einem übermäßigen Schuldenstand zu vermeiden. Die Renditen italienischer Staatsanleihen sind auf 2,75 % zurückgefahren, bleiben damit jedoch immer noch hoch.

Die Renditen britischer Staatsanleihen stiegen von 1,19 % auf 1,37 %. Dies ist vornehmlich der kontinuierlich über dem Ziel liegenden Inflationsrate als Folge eines schwachen britischen Pfunds im Zusammenhang mit dem Brexit-Referendum und erwarteten Leitzinserhöhungen zuzuschreiben. Im August erhöhte die Bank of England ihren Leitzins. Die Korrelation (Messgröße für die Wechselbeziehung zwischen verschiedenen Daten) zwischen Anleiherenditen und Brexit-Nachrichten ist nicht immer eindeutig. Dennoch sank die Rendite 10-jähriger britischer Staatsanleihen (Gilts) unmittelbar nach der Ankündigung des Entwurfs des EU-Austrittsabkommens vom 14. November.

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