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Marktkommentar: Jessica Ground (Schroders): Ausblick 2019 - Nachhaltigkeit
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Marktkommentar Jessica Ground (Schroders): Ausblick 2019 - Nachhaltigkeit

Nachrichtenquelle: Asset Standard
22.01.2019, 12:05  |  758   |   |   

Analysen und Prognosen zu den Faktoren Umwelt, Soziales und Governance (ESG) sind für die Anleger wichtiger denn je.

Ein Großteil der Analysen zum Klimawandel beschäftigt sich mit weit entfernten Risiken und mit den Maßnahmen, die bis 2030 ergriffen werden müssen. Ein Aspekt manifestiert sich jedoch bereits hier und heute.

  • Da die Anzahl extremer Wetterereignisse in den nächsten Jahren zunehmen wird, besteht in bestimmten Sektoren die Gefahr, dass physische Vermögenswerte Schäden erleiden und die Kosten steigen
  • Im Kampf gegen die Ungleichheit zwischen den Generationen werden die Regierungen wahrscheinlich die Unternehmen in die Pflicht nehmen
  • Unternehmen mit einem zu hohen Verschuldungsgrad sind gegenüber steigenden Zinsen anfällig

Nachhaltigkeitsexperten sträuben sich normalerweise dagegen, Marktausblicke zu verfassen, denn letztendlich geht es um die langfristige Entwicklung... Wir von Schroders vertreten jedoch die These, dass sich der ökologische und gesellschaftliche Wandel beschleunigt und die Unternehmen deshalb immer größere Schwierigkeiten meistern müssen. 

Im Jahr 2018 gab es zahlreiche Belege hierfür. So hat der Populismus im Gleichschritt mit den globalen Temperaturen weiter zugenommen. Es gibt kaum noch Rückzugsmöglichkeiten für Unternehmen, die nicht nachhaltig wirtschaften: Technologieunternehmen, die in der Vergangenheit nahezu unantastbar erschienen, müssen plötzlich höhere Steuern und eine stärkere Regulierung hinnehmen und vor dem US-Kongress unangenehme Fragen beantworten.

Analysen und Prognosen zu den Faktoren Umwelt, Soziales und Governance (ESG) sind deshalb für die Anleger wichtiger denn je. 

Umwelt: die physischen Risiken des Klimawandels

Die meisten von Ihnen sind vermutlich der Ansicht, dass der Klimawandel langfristig das wichtigste Thema darstellt. Ein Großteil der diesbezüglichen Analysen beschäftigt sich mit weit entfernten Risiken und mit den Maßnahmen, die bis 2030 ergriffen werden müssen: eine Ewigkeit für die Märkte.

Ein Aspekt des Klimawandels manifestiert sich jedoch bereits hier und heute: So wird erwartet, dass mit den steigenden Temperaturen auch die physischen Verluste aufgrund extremer Wetterereignisse zunehmen. Dies dürfte insbesondere für das Jahr 2019 gelten, denn Experten gehen davon aus, dass das Klimaphänomen El Niño auftreten wird. Die Folge sind höhere Temperaturen und eine zunehmende Wahrscheinlichkeit extremer weltweiter Wetterbedingungen.


Anleger blenden gerne aus, dass die physischen Vermögenswerte und die Infrastruktur von Unternehmen anfällig sind für schwerwiegende Unterbrechungen und Schäden, die eine direkte Folge drastischer Wetterverhältnissen sind. Da uns diese Bedrohungen bewusst sind, haben wir ein Rahmenwerk für physische Risiken entwickelt und auf 10.000 Unternehmen weltweit angewendet. Damit wird der Betrag berechnet, den Versicherungsgesellschaften zahlen müssten, um ihre physischen Vermögenswerte vor witterungsbedingten Gefahren zu schützen.

Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass die Sektoren Öl und Gas, Versorger sowie Grundstoffe den physischen Auswirkungen des Klimawandels am stärksten ausgesetzt sind. In diesen Sektoren belaufen sich die potenziellen Kosten für die Versicherung physischer Vermögenswerte auf mehr als 3 % ihrer Marktwerte. Für die Sektoren Technologie, persönliche Gebrauchsgüter und Haushaltsartikel sowie das Gesundheitswesen sind die Risiken am geringsten.

Es häufen sich die Belege dafür, dass der Klimawandel die natürlichen Wetterlagen verschlimmert und wir künftig wahrscheinlich häufiger mit schwierigen Wetterbedingungen zu kämpfen haben werden. Das gilt nicht nur für 2019 und das mögliche Auftreten von El Niño, sondern auch für die Jahre darüber hinaus. Dies könnte bedeutende Folgen für Anleger haben.


Soziales: Unternehmen werden die Last der „Youth Challenge” tragen

Viele Menschen sind der Ansicht, dass das „S” in ESG am schwierigsten zu analysieren ist. In diesem Bereich haben wir jedoch die meisten Erfolge verbucht: Wir haben das Wachstum der existenzsichernden Löhne im Jahr 2014 prognostiziert, die Einführung der Zuckersteuer 2015 und die Auswirkungen des zunehmenden Protektionismus auf die globalen Lieferketten im Jahr 2016. Unsere sozialen Prognosen waren in der Vergangenheit also recht überzeugend, was die Messlatte deutlich anhebt.

Eine der größten Herausforderungen in diesem Bereich ist unseres Erachtens die sich abzeichnende Ungleichheit zwischen den Generationen. Die Bevölkerung der Industrienationen wird älter, wodurch höhere Kosten auf uns zukommen. Die entsprechenden Gesundheits- und Pensionskosten steigen nahezu exponentiell an. Die Inflation der Vermögenspreise und niedrige Zinsen haben die „Generation Miete” hervorgebracht (diese Bezeichnung rührt daher, dass viele junge Menschen Schwierigkeiten beim Erwerb ihrer eigenen vier Wände haben).

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